Aboplus-Aktion: Senioren im Kreis Heinsberg lernen im Studio das „Pumpen“

Aboplus-Aktion : Senioren im Kreis Heinsberg lernen im Studio das „Pumpen“

Wie bleibt man im Alter lange fit? „Mit ein paar Stunden Bewegung in der Woche“, empfiehlt Manuel Kastner. Und die gibt’s in seinem Gesundheitsstudio Activefit, das sich auf das Training mit Menschen höheren Alters und Reha-Sport spezialisiert hat,  völlig rezeptfrei.

Kastner ist sich sicher: „Mit einem guten Fitnessprogramm aus Krafttraining, Ausdauersport und Koordinations- und Dehnübungen kann man sich auch im fortgeschrittenen Alter gegen so manches Zipperlein wappnen, Stürze vermeiden und den Halteapparat stärken.“ Im Rahmen der Aboplus-Aktion unserer Zeitung hat Manuel Kastner nun einen exklusiven Schnupperkurs für die Leser von Heinsberger Zeitung und Heinsberger Nachrichten angeboten.

Vier seiner Mitarbeiter nahmen sich zweieinhalb Stunden lang Zeit für die Teilnehmer, die sich in unter der professionellen Anleitung der Trainer an die Kraftgeräte oder den Dehnungszirkel wagten. Unter den Anwesenden waren einige, die ihr Leben lang lieber einen Bogen um Laufbänder, Crosstrainer und Hantelstangen gemacht haben und nun das erste Mal ein Fitnessstudio für sich entdeckten. Das Gros der Schnupperkursler habe allerdings, wie von den Anwesenden immer wieder beteuert wurde, schon immer gerne Sport getrieben.

So wie Marlene Schins, die es auch mit runden 80 Jahren noch einmal pro Woche zum Turnen in die Sporthalle zieht. „Warum sollte man im Alter auf ein Hobby verzichten, das einen außerdem fit und gesund hält?“, fragte sie rhetorisch. Dass sich beim Sport gleichzeitig ein neuer Sozialraum auftut,  ist für sie ein angenehmer wie kalkulierter Nebeneffekt. Denn: „Wo kommt man so schnell mit anderen Menschen ins Gespräch wie beim gemeinsamen Schwitzen?“

Und so freute sich die 80-Jährige, gleich in ein Zweierteam mit Marlies Schmelzer eingeteilt zu werden, die, nur wenig jünger als ihre Teamkollegin, die gleiche Begeisterung für den Sport hegt. Früher gerne auf dem Tennisplatz unterwegs, zieht sie heute ruhigere Sportarten vor. Und mit der Fitnessuhr am Handgelenk überprüft sie am Ende eines jeden Tages dann auch, ob sie auch 10.000 Schritte zurückgelegt hat. Die Muskeln und die Gelenke beim „gerätegesteuerten Muskelkrafttraining“, wie Experten die Übungen an den Geräten nennen, fit für die kommenden Jahre zu machen, das hatte sie bislang aber noch nicht ausprobiert. Am Ende zeigte sie sich angetan: „Ich muss sagen, es macht mir großen Spaß.“

Das überraschte Manuel Kastner nicht. „Wenn die Hemmschwelle, ein Fitnessstudio zu betreten, überwunden ist, dann sind die meisten Senioren begeistert“, sagt er. „Unsere Philosophie: ‚einfach, schnell, sicher‘ kommt gut an.“  Da der Körper im fortgeschrittenen Alter jedoch nicht mehr nur aus „Originalbauteilen“ besteht, gingen Kastner und sein Team auch beim Schnupperkurs auf Nummer sicher: Bevor es auf die Trainingsflächen ging, wurden die Teilnehmer bei einer kurzen Analyse von Körperfett-, Wasser- und Muskelanteil im Körper und einer Bewegungsanalyse inklusive der Abfrage von Krankheiten und Prothesen zunächst auf Herz und Nieren, künstliche Hüften und Knie überprüft.

„Schließlich soll niemand überfordert werden und Sicherheit und Gesundheit sind das oberste Gebot im Activefit“, sagt Kastner. Die fitteren unter den Teilnehmern durften trotz Hüftprothese auf dem Laufband Gas geben, während die Untrainierten etwas langsamer beim Treten auf dem Ergometer das Herz-Kreislauf-System in Schwung brachten.

Dass Sport der Schlüssel zu einem aktiveren und schmerzfreieren Alltag im Alter ist, davon ist Kastner überzeugt. Allerdings sieht er bei vielen Menschen in diesem Bereich ein großes Defizit. Die meisten sind viel zu wenig aktiv und bewegen sich kaum. „Ich kann ja nicht mehr – das sollte man nie sagen“, rät Kastner. Vielmehr sollte man sich vornehmen, gegen den Schmerz anzuarbeiten. „Am Ende der Anstrengung erwartet einen dann ein Stückchen mehr Lebensqualität“, appelliert Kastner an alle Sportmuffel – nicht nur die unter den Senioren.