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Projekt „SUNDayTE“: Seit elf Jahren „einfach anders“

Projekt „SUNDayTE“ : Seit elf Jahren „einfach anders“

Das Projekt „SUNDayTE“ bietet in Heinsberg-Unterbruch alternative Formen von Gottesdiensten an. Es ist bei Besuchern beliebt. Doch momentan werden Mitstreiter gesucht.

In den christlichen Kirchen gibt es immer wieder neue Ansätze mit neuen Namen und Inhalten, die Heilige Messen oder Gottesdienste für die Besucher interessanter machen sollen. Viele kommen und gehen wieder, andere Formate setzen sich durch. Eines davon ist das bereits vor elf Jahren in der GdG Heinsberg-Waldfeucht ins Leben gerufene Projekt namens „SUNDayTE“, das alternative Formen von Gottesdiensten bietet. Es hat seinen festen Platz im alten Gebäudeteil der Unterbrucher Kirche.

Gemeindereferentin Ute Reiche und Pastoralreferent Friedel Beiten hätten damals den Anstoß gegeben und diese neue Gottesdienstform zusammen mit Ehrenamtlern gestartet. „Das war damals spektakulär“, erinnert sich Gemeindereferentin Babette Sanders, die heute das Projekt verantwortet. Sie übernahm es von Ingrid Beiten, die es von 2014 bis 2019 leitete.

„Einfach anders“, sagt Babette Sanders, gefragt nach dem Erfolgsgeheimnis von „SUNDayTE“. Grundsätzlich sei nicht nur das Format ein anderes als das eines üblichen Gottesdienstes, wo alle Abläufe hintereinander fest getaktet seien. „Jeder einzelne dieser Gottesdienste hat seine ganz individuelle Eigenart“, sagt sie.

Diese begründe sich nicht allein in der immer wechselnden Thematik, sondern auch in der Art und Weise, wie die zum Thema passenden Inhalte den Besuchern präsentiert oder besser noch gemeinsam mit den Besuchern im Laufe des Gottesdienstes erarbeitet würden, erklärt sie. Die Themen seien dabei meist sehr aktuell und durchaus auch kritisch gewählt, nennt sie die Altersarmut oder den Klimawandel als Beispiele. Gefallen fänden die Teilnehmer zudem an den unterschiedlichen Formen der Vermittlung bzw. Erarbeitung von Inhalten. So gebe es mal eine Gesprächsrunde, ein anderes Mal werde zum Beispiel ein Video gezeigt.

Prägend für diese Gottesdienstform sei zudem die Kooperation mit zahlreichen Partnern, betont die Projektleiterin. So habe „SUNDayTE“ schon mit Amos, mit der Caritas oder mit dem Hospizdienst Regenbogen zusammengearbeitet, aber auch schon mit dem Nabu. Weiterhin gebe es über die Gottesdienste hinausgehende Veranstaltungen in den Bereichen Bildung und Kultur, etwa in Form von Lesungen oder Konzerten, zuletzt auch mit dem Papiertheater von Lukasz Ratajzcak. Sicherlich zählt bei alldem auch die Einrichtung im Gotteshaus. „Stühle statt Bänke, ein Beleuchtungskonzept für die Rundbögen und viele, viele kleine und liebevolle Dinge“, beschreibt es Babette Sanders.

 Babette Sanders freut sich, im Advent gleich zwei Mal zu „SUNDayTE“ in die Unterbrucher Kirche einladen zu können, zu Benefizkonzert und Gottesdienst.
Babette Sanders freut sich, im Advent gleich zwei Mal zu „SUNDayTE“ in die Unterbrucher Kirche einladen zu können, zu Benefizkonzert und Gottesdienst. Foto: Anna Petra Thomas

Die Besucher würden die lockere Atmosphäre schätzen. „Die Spiritualität ergibt sich hier von alleine. Sie muss nicht herausgefordert werden!“, betont sie. „Und hier hat wirklich alles seinen Platz“, erinnert sie sich etwa an einen der vergangenen Gottesdienste, in dem einer der Besucher ganz lange gesprochen habe, ganz spontan. Und alle hätten zugehört. Während der Corona-Pandemie habe man zudem Gottesdienste im Freien gestaltet, ergänzt sie.

Schon 2012, noch in ihrem Praktikum, habe sie „SUNDayTE“ kennengelernt, erinnert sich Babette Sanders. Schon damals habe sie Lust gehabt, bei dem Projekt mitzuwirken, das sie heute leitet. Vorbereitet werden die Gottesdienste derzeit mit einem Team von vier Ehrenamtlern, das sich vier bis sechs Mal im Jahr trifft, um die Themen der Gottesdienste festzulegen. Vorbereitet werden sie dann jeweils in weiteren Treffen der jeweils verantwortlichen Gruppen. „Wir sind noch auf der Suche“, betont Babette Sanders und beschreibt eine Vielfalt an Möglichkeiten, sich in dieses Projekt einzubringen. Altersbedingt seien inzwischen einige Aktive ausgeschieden.

Betätigungsfelder sieht sie nicht nur für Menschen mit Ideen für neue Themen, sondern auch für solche, die sich gut mit Technik auskennen, musikalisch sind oder sich vielleicht für den gemütlichen Teil nach den Gottesdiensten ins Catering einbringen wollen.

Zunächst freut sich das Team von „SUNDayTE“ für Samstag, 3. Dezember, um 19.30 Uhr (Einlass 18.30 Uhr) auf das Benefizkonzert mit der Band „3 Männ Sing“, das schon anlässlich des zehnjährigen Bestehens hätte stattfinden sollen. Hans-Bernd Wallraven, Stefan Langerbeins und Martin Wallraven werden die Gäste verwöhnen mit Klassikern vergangener Jahrzehnte. Der Eintritt ist frei. Spenden kommen den Opfern der Hochwasserkatastrophe im vergangenen Jahr zugute. Anmeldung bei Babette Sanders, telefonisch unter 02452/9965578 oder per E-Mail an babette.sanders@bistum-aachen.de.

Am dritten Adventssonntag, 18. Dezember, steht dann um 18 Uhr das Thema Weihnachten bei SUNDayTE im Fokus. „Dabei wollen wir die eigentlichen Inhalte von Weihnachten wieder in den Vordergrund rücken“, sagt Babette Sanders.