Sechstes Euregio-BBQ-Festival in Waldfeucht-Haaren

Euregio-BBQ-Festival : Mit Gargrad und Geschmack zum Grill-Titel

Wo sich schon bald wieder die Gäste des Haarener Oktoberfestes tummeln, stieg am Wochenende im wahrsten Sinne des Wortes richtig viel Rauch auf. Zum sechsten Mal hatte Initiator Roman Schellartz Hobby- und Profi-Griller zu seinem inzwischen international schon bekannten, sechsten Euregio-BBQ-Festival eingeladen.

Es ist in diesem Jahr das einzige in Nordrhein-Westfalen, „das im Ruhrpott findet nicht statt“, so Schellartz. Seit er aus einem Besuch eines Grillkurses beim Fleischspezialisten Otto im Oberbrucher Industriepark sein Hobby gemacht hat, lud er 2014 zum ersten Festival ein, das er nach den Regeln der Kansas City BBQ Society (KCBS) durchführte. Dieses Mal waren 28 Teams dabei, aus Deutschland, den Niederlanden, Belgien, Dänemark und England. Mit Backyard BBQ Haaren und Claßen’s BBQ aus Oberbruch stellten sich auch zwei lokale Teams dem Wettbewerb im Grillen, bei dem alles nur mit Kohle oder Pellets, nicht aber mit Gas oder Strom zubereitet werden darf.

Los ging´s am Samstag mit einem Wettbewerb für Steaks, durchgeführt nach den Regeln der Steak Cookoff Association (SCA). Die Juroren der KCBS inspizierten derweil die Kühlschränke, um zu sehen, ob Huhn, Schweinrippchen, Schweineschulter und Rinderbrust auch gut gelagert waren. Marianne van Galen, die aus der Nähe von Rotterdam angereist war, fand dabei nur Lob für die Haarener Veranstaltung. „Das ist ein kleines Festival, aber Roman legt keinen Wert auf die Quantität, sondern auf die Qualität“, würdigte sie das Engagement ihres Kollegen. Denn Schellartz ist inzwischen selbst als Juror unterwegs „46 Mal schon in Europa, aber auch schon in den USA“, erzählt er. Geld gibt es dafür nicht, die Anreise müsse jeder selbst zahlen. „Aber es macht einfach viel Spaß. Das ist eine Gemeinschaft wie beim Fußball.“

Gemeinschaft pflegten sie auch in Haaren wieder, die Hobbygriller zusammen mit den absoluten Profis wie zum Beispiel Dragen BBQ, ein deutsches Team, das derzeit zu den besten fünf weltweit gezählt werde, so Schellartz. „Klein, fein und gemütlich, so soll es auch bleiben“, ergänzte er. Von der professionellen Konkurrenz ließen sich die beiden heimischen Teams jedoch nicht beeindrucken, wussten sie doch auch ganz genau, um was es ging.

Roman Schellartz (links) freute sich, dass auch Lebenshilfe-Koch David Marx aus Birgden (rechts) bei seinem Euregio-BBQ-Festival dabei war. Foto: Anna Petra Thomas

Sicher zähle der Geschmack, so Dennis Claßen. Wichtig seien aber auch der Gargrad oder das Aussehen. Und wie sie ihr Hobby, das gar nicht so preiswert ist, finanzieren, verrieten die Mitglieder des Teams auch. Sie sparen monatlich alle einen Betrag an und engagieren sich inzwischen auch im Catering von Veranstaltungen. So waren sie zum Beispiel auch beim Open-Air des TuS Dremmen fürs Gegrillte zuständig. Bis zu 1000 Euro könne so eine Wettbewerbsteilnahme fürs Wochenende schon kosten, räumte Dennis Claßen ein.

Am Ende siegte ein Team aus den Niederlanden mit Namen IQ BBQ. Claßen’s BBQ schaffte es auf Platz 23, die Haarener mussten sich mit dem Schlusslicht zufriedengeben, hatten aber leider wegen eines Krankheitsfalls auch nicht vollzählig antreten können.

So viele Besucher wie erwartet hatte das Festival wegen des schlechten Wetters dieses Mal nicht. Das tat der Stimmung unter den Teilnehmern jedoch keinen Abbruch. Im Rahmenprogramm gab´s Livemusik und für die Zuschauer Spezialitäten von Fleischspezialist Otto.

Mit dabei war zudem David Marx aus Birgden, im Hauptberuf Koch bei der Lebenshilfe. Er verwöhnte die Gäste mit Pommes aus Süßkartoffeln oder Schaschlik aus dem gusseisernen Feuertopf, dem sogenannten Dutch Oven.

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