Heinsberg-Randerath: Sechsjähriger rettet sich vor den Flammen auf dem Dach

Heinsberg-Randerath: Sechsjähriger rettet sich vor den Flammen auf dem Dach

Die Cleverness rettete Freitagmittag einem sechsjährigen Jungen in Randerath das Leben. Kurz nach 13 Uhr wurde die Feuerwehr zu einem Wohnungsbrand in dem Heinsberger Stadtteil gerufen. Betroffen war ein Einfamilienreihenhaus an der Hauptverkehrsstraße, schräg gegenüber der Kirche.

Als die Rettungskräfte eintrafen, bot sich ihnen direkt ein schockierendes Bild, denn ein kleiner Junge saß auf dem Dach und drohte, wegen der großen Hitze hinunterzuspringen.

Das Kind hatte sich geistesgegenwärtig auf das Dach geflüchtet, weil ihm ein Rettungsweg durch das bereits in Brand stehende Treppenhaus abgeschnitten war. Auch das Zimmer im zweiten Obergeschoss, direkt unter dem Dachstuhl, stand in Flammen. Mit Hilfe eines Nachbarn organisierte der Rettungsdienst blitzschnell eine Leiter und holte den kleinen Jungen vom Dach.

„Das Kind hatte die richtige Wahl getroffen“, sagt der Pressesprecher der Feuerwehr, Oliver Krings. „Wenn es nicht aufs Dach geklettert wäre, wäre jede Hilfe zu spät gekommen.“ Der mutige kleine Kerl erlitt zwar ein paar Verletzungen, aber keine Verbrennungen, sagt Krings. Er wurde in die Kinderklinik nach Rheydt gebracht, wo er stationär zur Beobachtung verblieb. Auch zwei kleine Hunde konnten aus den unteren Räumen durchnässt, aber glücklich gerettet werden.

Das Feuer wurde zwar innerhalb einer guten Stunde gelöscht, dennoch entschied sich der Einsatzleiter neben einer massiven Brandbekämpfung zu einer Riegelstellung zu den angrenzenden Gebäuden. Mit großen Wasserwänden wurden so ein Übergreifen der Flammen und eine Überhitzung verhindert.

Trotz der Tatsache, dass der Brand schnell unter Kontrolle war, nahmen die Nachlöscharbeiten noch eine geraume Zeit in Anspruch. Der komplette Dachstuhl wurde abgetragen. Rund 50 Feuerwehrleute der Verwaltungsstaffel, aus Uetterath, Horst, Stadtmitte, Porselen, Oberbruch, Schafhausen/Schleiden, Straeten und sogar Würm waren im Einsatz. Über die Schadenshöhe konnten am Freitag noch keine Angaben gemacht werden.

(her)
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