Wegberg: Schwalmbühne Harbeck: Am rheinischen Singsang wird noch gefeilt

Wegberg : Schwalmbühne Harbeck: Am rheinischen Singsang wird noch gefeilt

Tobias Geiser spielt den leicht vertrottelten Freund des Hausherrn. „Hätten Sie vielleicht Interesse …“, für eine Millisekunde scheint sich ein Fragezeichen in seiner Mimik abzubilden, das mit einem Geistesblitz aufgelöst wird: „dass ich den richtigen Text spreche?“

Mit schallendem Lachen quittieren die Mitglieder der Schwalmbühne Harbeck den Texthänger. So ist das nun mal bei den Proben, hier und da sitzt der Text noch nicht richtig. Was dem kollektiven Spaß aber keinen Abbruch tut. Drei Monate Probenarbeit liegen hinter den Akteuren, bis zur Premiere der Komödie „Reine Nervensache“ im Forum Wegberg sind es noch sieben Wochen. Dann muss alles perfekt sein. Regisseurin Gaby Braun hält die Fäden fest in der Hand. „Wir spüren schon den Druck“, sagt sie.

Etwa 2000 Zuschauer jährlich unterhält die Schwalmbühne mit ihren Aufführungen, Erfolg reiht sich an Erfolg. Und in jedem Jahr wird der Anspruch ein bisschen höher. „Die Zeit des Bauerntheaters mit Gummistiefeln im ersten Akt und dem roten BH auf der Couch in der Schlussszene sind längst vorbei“, stellt sie zufrieden fest.

Zweimal wöchentlich treffen sich die Darsteller, um gemeinsam jeweils etwa drei Stunden zu proben. „Zusätzlich lerne ich jeden Tag etwa eine halbe Stunde meinen Text“, erzählt Walter Kotlowski, stellvertretender Vorsitzender des Theatervereins, der die Rolle des Gerichtsvollziehers zum Leben erwecken soll.

Hungrig nach Applaus

Eine Menge Freizeit, die sie ihrem Hobby widmen, die Darsteller aus Leidenschaft. Hungrig nach Applaus, nach dem Lachen der Zuschauer und mit viel Freude am eigenen Spiel. Sorgsam wird an Feinheiten gefeilt, wird der „rheinische Singsang“ vorsichtig in den Text integriert.

Und so sehr die Schauspieler sich auf die Premiere freuen, ein bisschen Angst bleibt auch. Denn egal wie viel Spaß die Akteure selbst haben, Maß aller Dinge bleibt ein gut unterhaltenes Publikum. Daran arbeiten auch die hart, die nicht im Rampenlicht stehen. Requisiteure und Bühnenbauer, Licht und Technik, Friseur und Maske. Ein anspruchsvolles Bühnenbild mit sieben Türen — und ausgerechnet jetzt hat sich der Hauptbühnenbauer den Ellenbogen gebrochen.

Zweimal muss während der Vorstellung die Bühne innerhalb von dreißig Sekunden umgebaut werden. Und Nadine Hörter wird „mindestens 20 Jahre älter geschminkt“, um glaubhaft die Mutter von Antonius Röttinger darstellen zu können. An Herausforderungen mangelt es nicht. „Aber wir schaffen das“, da ist Gaby Braun ganz sicher.

Das Premierenwochenende ist bereits ausverkauft. Karten für die Aufführungen am Freitag, 4. Dezember, und Samstag, 5. Dezember, jeweils um 20 Uhr sowie die Nachmittagsvorstellung am Sonntag, 6. Dezember, um 17 Uhr sind bei Karlheinz Bonitz (Telefon 02434/7232) und Andrea Kamps (Telefon 02436/380422) erhältlich.

Zum ersten Mal bietet die Schwalmbühne Harbeck darüber hinaus eine Benefizveranstaltung für Altenheimbewohner und Senioren in betreutem Wohnen am Donnerstag, 3. Dezember, um 17.30 Uhr an. Eintritt, Getränke und Imbiss übernimmt die Schwalmbühne, lediglich die Fahrt zum Forum muss in Eigenregie übernommen werden. Auch hierfür stehen noch Plätze zur Verfügung.

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