Abschied beim Cusanus-Gymnasium: Schulleiterin Rita Hündgen geht nach 37 Dienstjahren

Abschied beim Cusanus-Gymnasium : Schulleiterin Rita Hündgen geht nach 37 Dienstjahren

Zur Verabschiedung der Schulleiterin Rita Hündgen zeigte sich das Cusanus noch einmal von seinen besten Seiten. Die Feierstunde in der Aula geriet durch die musikalischen und akrobatischen Vorführungen der Schüler zur abwechslungsreichen Matinee. Das Orchester, die Bigband, die Zirkus AG, die Trampolinturner und der Oberstufenchor zeigten einmal mehr, was man auch unter „Schule“ verstehen kann.

Bereits am Morgen hatten alle 1570 Schüler des Cusanus auf dem Schulhof ihre Schulleiterin gefeiert und persönlich verabschiedet. 37 Jahre lang war Rita Hündgen Lehrerin für Mathematik, Geschichte und Sport am Cusanus, davon zwölf Jahre als Schulleiterin. Dass das Cusanus „ihre“ Schule ist, unterstrichen auch die Redner, die angetreten waren, um sie in den Ruhestand zu verabschieden.

Denn als eines der ersten Mädchen hatte Hündgen das Abitur auch am Cusanus gemacht, das damals noch „Städtisches Jungengymnasium“ hieß und später den Namenszusatz „mit differenzierter Oberstufe für Jungen und Mädchen“ erhielt, bevor es nach dem Humanisten Nikolaus von Kues benannt wurde. 1982 kehrte Hündgen nach sechs Jahren am größten Gymnasium des Landes in Kerpen auf eigenen Wunsch nach Erkelenz und ans Cusanus zurück. Auch ihre beiden Töchter erlangten dort ihr Abitur.

Im Namen der Stadt als Schulträger bezeichnete Bürgermeister Peter Jansen Hündgen als „verantwortungsvolle Managerin“, die die Entwicklung des Cusanus in den vergangenen Jahren maßgeblich gesteuert habe. Dabei seien neben den schulischen Aufgaben auch Themen wie die Umstellung auf „ G8“ sowie die Planung und der Bau des neuen B-Traktes zu bewältigen gewesen. „Dabei konnten wir uns stets auf eine gute Zusammenarbeit verlassen“, bescheinigte er ihr.

Schuldezernent Paul Palmen betonte, dass der ehemalige Schulleiter Wolfgang Bierbach sich seine Stellvertreterin als Nachfolgerin gewünscht hatte. Diese Schule zu führen, sei eine Herausforderung, die Hündgen mit Respekt gemeistert habe, bescheinigte er ihr. Neben persönlichem Engagement und Freude an ihrer Aufgabe sei die offene Bürotür stets ein Markenzeichen der scheidenden Schulleiterin gewesen. „Man merkt, dass sie innerlich mit dem Cusanus verbunden ist“, betonte Palmen. „Am liebsten würde sie gar nicht aufhören.“ Schließlich sei die Dienstzeit auf ihren Wunsch hin noch einmal um ein halbes Jahr verlängert worden.

Für das Kollegium sprachen Stephanie Heuner und Alexandra Hoff-Hermann, für die Schülerschaft Nico Leyens, im Namen der Elternschaft trat Karsten Münter ans Rednerpult und für den Förderverein Torsten Buchmann. Sie alle bescheinigten Hündgen ein außerordentliches Engagement und Einsatzbereitschaft.

Schließlich war es Zeit für Hündgens’ letzte Rede als Schulleiterin. „Ich habe viel Glück gehabt“, sagte sie rückblickend. Sie habe es als Privileg empfunden, dass sie sich nicht ständig die Sinnfrage stellen musste. „Was kann dem Leben mehr geben als mit jungen Menschen zusammen zu arbeiten“, betonte sie. Dies sei eine gesellschaftlich zu wenig anerkannte Aufgabe. Die Schüler ihrer Schule seien „unfertig, doch dabei letztlich offen“, weshalb es sich lohne, „auch mal fünf gerade sein“ zu lassen.

Im Kollegium habe sie stets die Teamarbeit und den kollegialen Austausch geschätzt, wofür sie dankte. Ihr besonderer Dank galt aber ihrem Stellvertreter Willi Gronenthal, mit dem sie in der Schulentwicklungsgruppe „einiges angestoßen“ habe. Sie erinnerte an das bilinguale Angebot, die Bläser- und Streicherklasse, die Ernennung zur Europaschule und CertiLingua-Schule und andere Errungenschaften. Ihr Dank galt aber auch den Eltern, der Stadt, den verschiedenen Mitarbeitern vom Sekretariat bis zum Hausmeister und vor allem den Schülern, „die im Lebensraum Schule wirken und mitwirken“.

„Wege entstehen dadurch, dass man sie geht“ hatte Hündgen als Motto der Feierstunde vorangestellt. Wie ihre neuen Wege aussehen, verriet sie auch. Neben einer Moderationstätigkeit in der Lehrerfortbildung wird sie sich dem Sport und Reisen widmen und weiterhin Krimis schreiben. Erkelenz, so betonte sie, wird weiterhin ihr Lebensmittelpunkt bleiben.

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