Gesamtschule Gangelt-Selfkant: Schulleiter geht und übergibt den Stab

Gesamtschule Gangelt-Selfkant : Schulleiter geht und übergibt den Stab

Stabübergabe an der Gesamtschule Gangelt-Selfkant: Schulleiter Reinhold Schlimm wurde in der verdienten Ruhestand versetzt. In einer sehr beeindruckenden Feier würde deutlich: Das Gesicht der Schule geht von der Kommandobrücke. Die Feierstunde begann mit einer kleinen Zeitreise ins Jahr 2011.

Die Gesamtschule startete 2012 mit 113 Schülerinnen und Schülern und mit acht Lehrkräften, im neuen Schuljahr 2019/2020 sind es an beiden Standorten 30 Klassen mit insgesamt 934 Schülern und weit über 60 Lehrkräften.

Sieben Tipps, was der scheidende Schulleiter nun mit seiner Zeit alles anstellen könnte, gab es von der Schülervertretung: Zum Beispiel Zeit zum Reisen, Zeit, die Seele baumeln zu lassen, Zeit für Reha oder Zeit für ein ganz neues Hobby. Die Schülervertretung  hob ihre Wertschätzung für Reinhold Schlimm heraus – besonders, weil er jeden Schüler durch den bestmöglichsten  Abschluss in den neuen Lebensabschnitt führen wollte.

„Sie haben in den sieben Jahren mit viel Herzblut unsere Schule aufgebaut“,  dankte die Schülervertretung.  Vom Gesamtschulzweckverband Gangelt-Selfkant blickte Vorsitzender Herbert Corsten auf den beruflichen Werdegang und zollte Anerkennung, dass Reinhold Schlimm im Alter von 58 Jahren die Herausforderung  eines Schulleiteramtes suchte und glanzvoll meisterte. „Sie waren ein Glücksfall für uns“, so der Bürgermeister aus dem Selfkantland. Auch Gangelts Bürgermeister Bernhard Tholen, Vorsitzender des Zweckverbandes, sah durch den  Aufbau der Gesamtschule eine Wertsteigerung im Selfkantland.

Das Kollegium der ersten Stunden begeisterte mit ihrem Auftrit und würdigte den scheidenden Schulleiter mit einem Lied. Foto: Heinz Eschweiler

Die Lehrerratsvorsitzende Judith Vriens  hielt eine sehr beeindruckende Festrede.  Auch in den musikalischen Beiträgen durch die Schülerinnen und Schüler oder das Kollegium stand der Abschied von Reinhold Schlimm im Mittelpunkt. Hier wurden Lieder wie „Über den Wolken“ umgetextet zu „Eine Ära ist vorbei, er wird uns verlassen, Reinhold Schlimm sagt good bye, er macht sich auf die Socken, wir können es nicht fassen“. Emotional ebenfalls „Time to say good bye“ sowie „Au Revoir“, „Minuet“ von Bach und  „Sonate“ von Händel auf der Konzertflöte sowie „Superjeilezick“.

Von der Bezirksregierung war Schuldezernentin Cornelia Ossendorf  aus Köln angereist, verabschiedete Reinhold Schlimm und sprach im Namen der Bezirksregierung Dank und Anerkennung aus. Anschließend stellte sie Julia Recknagel als neue Schulleiterin vor. Die beiden Bürgermeister begrüßten Recknagel ebenfalls.

Der scheidende Schulleiter überreichte symbolisch einen Staffelstab an die Nachfolgerin und wünschte natürlich alles Gute.  Die neue Schulleiterin beschrieb ein sehr eingespieltes und starkes Lehrerteam,  sie zeigte sich von der Feierstunde regelrecht beeindruckt und freute sich auf die neue Herausforderung.Gemeinsam mit dem Lehrerkollegium und den Schülern möchte sie dieses Erbe anpacken.

Julia Recknagel war zuletzt an der Heinrich-Heine-Gesamtschule in Aachen im Einsatz, zuvor an der Waldschule Düren.  Noch wohnt sie im belgischen Grenzgebiet bei Raeren, bald wird das Selfkantland ihre Heimat.   

Abschließend hatte Reinhold Schlimm ein starkes Kribbeln im Bauch, als er seine Dankesrede begann, da mussten so einige schlucken, denn man konnte es immer noch glauben, dass sich der Schuler auf die Socken in den Ruhestand macht.

(agsb)
Mehr von Aachener Zeitung