„Schule der Vielfalt“: EST setzt sich für mehr Akzeptanz ein

Pluralität der Lebensformen : Eine Schule ohne Homophobie

Gegen die Diskriminierung von lesbischen, schwulen, bisexuellen und transsexuellen Schülerinnen und Schülern und Lehrerinnen und Lehrern richtet sich das Projekt „Schule der Vielfalt“.

Das Projekt basiert in Nordrhein-Westfalen auf einer Kooperation des Vereins Rubicon (Köln), Schlau NRW (schwul, lesbisch, bi, trans*, Aufklärung in Nordrhein-Westfalen), Rosa Strippe e.V. (Bochum) und dem Ministerium für Schule und Bildung NRW.

Als erste Schule im Kreis Heinsberg und 36. Schule landesweit hat das Berufskolleg Ernährung, Sozialwesen, Technik (EST) des Kreises Heinsberg in Geilenkirchen die Plakette „Schule der Vielfalt“ verliehen bekommen und die Projektpartnerschaft besiegelt. Als Teilnehmer dieses Antidiskriminierungsprojektes hat sich die Schule zum Ziel gesetzt, ein sicherer Ort für unterschiedliche Identitäten zu werden. Als offene Schule möchte das EST Aktivitäten auf den Weg bringen, für mehr Respekt und Fairness und gegen Mobbing und Unverständnis. Die verliehene Plakette, die im Foyer der Schule aufgehängt wird, signalisiert allen Schülern und Lehrern, egal welcher sexuellen Orientierung oder geschlechtlichen Identität sie angehören, dass sie am EST willkommen sind.

Bereits seit September 2017 hatten die beiden Initiatorinnen des Projektes, die Lehrerinnen Nina Handanovic und Patricia Möll, Fortbildungen der Bezirksregierung Köln zur „Schule der Vielfalt“ besucht. Im ständigen Dialog mit der Schulleitung, den Beratungslehrkräften, der Schülervertretung und der Lehrerkonferenz wurde der Weg für dieses Antidiskriminierungsprojekt eingeschlagen.

Schon seit vielen Jahren arbeiten zahlreiche Lehrer am EST mit der regionalen Gruppe des Aufklärungsprojektes Schlau zusammen. Das landesweite Netzwerk Schlau bietet Bildungs- und Antidiskriminierungs-Workshops zu geschlechtlicher und sexueller Vielfalt für Schulen, Sportvereine, Jugendzentren und andere Jugendeinrichtungen an. Auch die Schülervertretung des EST hatte eine größere Akzeptanz von Diversität in Workshop während ihrer Projekttage thematisiert. Im Oktober 2018 hatte die Schulkonferenz des EST einstimmig die Teilnahme am Projekt „Schule der Vielfalt“ beschlossen. Eine dreiteilige Lehrerfortbildung zum Thema „LSBTI“ (lesbisch, schwul, bi, trans* und intergeschlechtlich) war vor dem Festakt zur Unterzeichnung der Projektpartnerschaft abgeschlossen worden.

Frank Pohl, Landeskoordinator für das Projekt „Schule der Vielfalt“, war zum Festakt angereist.  Hennig Gerlach, stellvertretender Schulleiter des EST, wünschte sich nicht nur Akzeptanz sondern auch Respekt gegenüber allen Schülern und Lehrern. Das Projekt „Schule der Vielfalt“ trägt den Untertitel „Schule ohne Homophobie“.

Um das Phänomen von Lesben- und Schwulenfeindlichkeit in der Schule zu beschreiben, hatten sich die Projektinitiatoren für den Begriff „Homophobie“ entschieden. Gemeint sind damit alle negativen Einstellungen gegenüber Lesben und Schwulen, die sich in Vorurteilen und Abwertung, der Befürwortung von Diskriminierung bis hin zur eigenen Diskriminierung oder sogar in Gewaltausübung äußern können.

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