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Schüler sollen das Lernen begreifen wie einen Job

Erstmals eine Oberstufe : Schüler sollen das Lernen begreifen wie einen Job

Die 2014 gegründete Gesamtschule Heinsberg-Waldfeucht wird ab dem Schuljahr 2020/21 am Standort Oberbruch mit der ersten eigenen Oberstufe starten. Dabei wird sie als „Schule im Aufbruch“ ihren Schülern auf dem Weg zum Abitur ein eigens gestaltetes Unterrichtskonzept mit individuellen, frei wählbaren Lernzeiten bieten.

Es soll ihr eigenverantwortliches Lernen stärken. Vier verschiedene Abschlüsse sind für die Zehntklässler der Gesamtschule im kommenden Jahr zuvor möglich. Neben dem einer Förder- oder Hauptschule sowie dem der Fachoberschulreife (FOR) können alle FOR-Absolventen mit einer Qualifizierung in die Oberstufe wechseln, die wie an einem Gymnasium auch zu einem ganz normalen Abitur führen wird.

Abiturienten an Gesamtschulen und Gymnasien müssten sich denselben zentralen Abiturprüfungen unterziehen, betont Schulleiter Peter Ruske. „Es gibt also hier kein Abitur zweiter Klasse.“ Derzeit seien von den Zehntklässlern der einmal vierzügig gestarteten Schule etwa 28 Schüler auf dem Weg, eine Qualifizierung für die Oberstufe zu schaffen. „Das ist ein großer Erfolg für unsere Schule, wenn man bedenkt, dass bei unserem Start gerade einmal zwei unserer Schüler eine Empfehlung fürs Gymnasium hatten“, sagt Ruske stolz.

„Natürlich steht unsere Oberstufe auch Seiteneinsteigerinnen und Seiteneinsteigern offen“, ergänzt sein Stellvertreter Bernhard Bonus, der die Organisation der neuen Oberstufe schon vorbereitet hat. Ein eigener Oberstufenleiter solle dann zum Start des nächsten Schuljahres im Sommer 2020 eingestellt werden. 70 Prozent der Lehrer hätten zudem schon jetzt die Lehrbefähigung für die neue Oberstufe.

Auch mit der eigenen, kleinen Schülerzahl könne man schon in die Oberstufe starten, freut sich Bonus. Sie werde nämlich in den kommenden Jahren steigen, da die Schule sechszügig angelegt sei. So rechnet die Schulleitung künftig mit einer eigenen Zahl an Oberstufenschülern zwischen 40 und 45 pro Jahr.

Das Besondere an der neuen Oberstufe in Oberbruch ist, dass der Schüler den Unterricht für sich weitgehend individuell gestalten kann. Sie funktioniert wie eine Art Gleitzeitmodell, in dem jeder seine Lernschwerpunkte selbst setzt. „Rund ein Drittel der Unterrichtszeit wird in Form individualisierter Lernzeiten stattfinden“, so Bonus. Damit werde das pädagogische Konzept der Sekundarstufe I in die Oberstufe hinein fortgesetzt. Die Wahlmöglichkeiten für Grundkurse und Leistungskurse würden sich dabei kaum von anderen großen Schulen unterscheiden, ergänzt Ruske. Durch die neue Organisation der Oberstufe würden die Schüler jedoch in die Lage versetzt, ihr Lernen quasi als ihren Job zu sehen.

Um interessierten Schülern der Gesamtschule, aber auch externen Schülern den Einstieg in dieses eigenverantwortliche Lernen zu erleichtern, wird die Gesamtschule ab dem zweiten Schulhalbjahr jeweils am Dienstagnachmittag eine Art Coaching anbieten. Es bietet ein gegenseitiges Kennenlernen, Unterstützung bei der Kurswahl oder Methodentraining.

Zu einem Infoabend zur neuen Oberstufe und ihrem neuen Konzept mit individuellen Lernzeiten lädt die Schulleitung am kommenden Dienstag, 19. November, ab 19 Uhr in die Aula der Schule an der Parkstraße 21 ein.

(anna)