Wassenberg-Orsbeck: Schüler reisen in die Vergangenheit

Wassenberg-Orsbeck: Schüler reisen in die Vergangenheit

Zwei Wochen lang ließen sich rund 50 Kinder der Martinus-Schule Orsbeck in frühere Zeiten zurückversetzen. Trotz der heißen Temperaturen waren sie von dem ansprechenden Programm begeistert.

Unterstützt durch Erzählungen einiger Senioren aus dem Johanniterstift Wassenberg, erhielten die Kinder einen Einblick, wie sich die Schule und die Lebensverhältnisse im Laufe der Jahre verändert haben.

Christine Mertens, Leiterin des Sozialen Dienstes, hatte das Zusammentreffen von Jung und Alt organisiert, so dass in einer gemütlichen Runde bei Getränken und Knabbereien gemeinsam erzählt, gesungen und gespielt wurde.

Passend dazu fertigten die Kinder in der Schule kleine Schultafeln sowie Griffelmäppchen an und lernten mit Feder und Tinte in Sütterlinschrift zu schreiben. Alte Schulmöbel kamen zum Einsatz und wurden in einer Mal-Aktion farblich restauriert. Außerdem übten die Kinder sich im Filzen, im Wäsche waschen auf altherkömmliche Weise und stellten Spielzeug aus der Vergangenheit her. So entstanden zum Beispiel die heiß geliebten Lumpenpuppen und Murmelspiele. Besonders beliebt waren bei den Kindern die außerschulischen Lernorte.

Im Flachsmuseum Wegberg-Beeck erlebten die Kinder praxisnah unter Leitung von Georg Wimmers, Vorstandsmitglied des Beecker Heimatvereins, alle Schritte der traditionellen Flachsverarbeitung und erhielten das Flachsdiplom.

Auch der Besuch des Turmmuseums im Heimatdorf Orsbeck weckte bei den Kindern großes Interesse, da einige Kinder der Martinus-Schule der Museumsgruppe angehören und so bereits selbst eine Menge über die Ortsgeschichte und Fundstücke erzählen konnten. Ausgestattet mit einem Stein als Werkzeug, bauten anschließend alle Kinder auf einem Aluminiumblech einen Turm auf einer Motte und hämmerten, was das Zeug hielt.

Ein weiterer Höhepunkt war das Freilichtmuseum in Kommern, wo die Kinder Brot im Steinofen backten und an dem Projekt „Vom Schaf zur Wolle“ teilnahmen. Aus so manchem Kindermund kamen die Worte: „Wir müssen ja richtig arbeiten, das ist aber echt anstrengend!“ Mit vielen faszinierenden Eindrücken fuhren die Kinder zurück zur Schule, wo nun ein schuleigenes Museum aufgebaut wurde. Dort verkleideten sich zum Abschluss der Ferienspiele die Kinder als Großfamilien und ließen sich als Andenken an die schöne Ferienzeit fotografieren.

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