Heinsberg-Schafhausen: Schafhausen feiert bodenständig Karneval

Heinsberg-Schafhausen: Schafhausen feiert bodenständig Karneval

Mit seinem bekannt bodenständigen Karneval, überwiegend eigenen Kräften und bekannten Humoristen aus der Region hat der Schafhausener Karnevalsverein (SKV) seinen neuen Tollitäten die Bühne für ihre Proklamation als Stadtprinzenpaar vom Komitee Heinsberger Karneval (KHK) bereitet. Die Mehrzweckhalle in Schafhausen platzte aus allen Nähten.

Nach dem Einmarsch der kompletten Gesellschaft zusammen mit dem Trommler- und Pfeifercorps und der Verabschiedung des vorangegangenen Stadtprinzenpaares führten Komiteepräsident Wolfgang Weintz und Bürgermeister Wolfgang Dieder die neuen Herrscher über die Heinsberger Narrenschaar, Prinz Elmar I. und Prinzessin Michaela (Ehepaar Dohmen), in ihr Amt ein.

Beim Einzug in die Mehrzweckhalle: Prinzengarde des SKV. Foto: Anna Petra Thomas

„Die Bürde ist groß, denn in dieser Session ist was los“, begann Dieder seine gereimte Rede und verwies auf das 5x11-jährige Bestehen des Komitees und den Tulpensonntagszug durch die Innenstadt. „Da sprach das Schoppeser Karnevalistenheer: Zu dieser großen Ehr', da muss der Elmar her!“

Mit der neuen Standarte: Sebastian Schreinemachers. Foto: Anna Petra Thomas

Dieder würdigte das Engagement des neuen Herrschers für seinen Verein und ließ auch seinen Blick über des Prinzen sportliche Erfolge schweifen: „Sind die anderen schmutzig und voller Schweiß, Elmars Trikot ist noch weiß!“ Und auch über die Gefolgschaft des Prinzen wusste er so manch Amüsantes zu berichten.

Das Prinzenpaar wird durch die lange Session, die erst Ende Februar endet, von den vier Adjutanten Guido und Melanie Schluns, Hermi Jansen und Judith Paulzen, von Zepterwächter David Busch und den Hoppeditzen Iris Knück und Caroline Wolff begleitet. Nachdem Dieder dem Prinzen dann das Zepter und der Prinzessin einen Blumenstrauß überreicht hatte, machte er ihm keine Hoffnung für die Rathauserstürmung am Karnevalssamstag: „Ich werde nicht weichen, dies Zepter muss dir reichen!“

Der Prinz blieb in seiner Rede jedoch ganz optimistisch und hielt dagegen: „Dem Bürgermeister graust's vor dem 25. Zwoten, dann fallen drastisch seine Quoten. Denn erobern wir die Stadt als ­Jecken, mit euch an unserer Seite, wird er sich sicher strecken“, ­betonte er mit einem Blick in den Saal, wo er viele Gäste auch aus den anderen Heinsberger Karnevalsgesellschaften sah.

Moderation in bewährter Form

Die weitere Moderation des Programms übernahm in bewährter Form SKV-Präsident Christian Schreinemachers. Als ersten Redner kündigte er „Ne bonte Pitter“ an, der aus dem belgischen St. Vith gekommen war. Mit seinem trockenen Humor ebenso gut punkten konnte Ronny Esser aus ­Hückelhoven-Hilfarth, der ein oder andere Anekdote aus seinem „Musikverein“ zum Besten gab, aber auch prima musizierte, etwa mit Gießkanne oder Toiletten­becken.

Christian Pape aus Wegberg-Beeck erinnerte zusammen mit Dr. Stefan Bimmermann an die Sprüche der Oma und besang den Text des alten Volksliedes vom Fuchs und der Gans mit ganz modernen Melodien. Bauchredner Marcus Magnus aus Dortmund und sein Vogel Charly rundeten die Wortbeiträge des Abends ab.

Tänzerisch gab es nur Eigengewächse auf der Bühne: Mini- und Prinzengarde, Tanzmariechen ­Johanna Wölfer und Emilie Wolff sowie die Showtanzgruppen Paletty und Avanti. Die Uniongeister, zu deren Gründern der Prinz gehört, begeisterten nicht nur mit einem eigenen kleinen Showprogramm und ihrem Männerballett. Sie hatten auch zwei Überraschungen mitgebracht: Die ehemalige Showtanzgruppe Grafitti tanzte noch einmal als Gruppe Kölscher Köbesse. Und gar ihre Weltpremiere feierte die neue Schafhausener Band „diLämma“.

Das Finale der Sitzung bestritt die Band „Kellerjunges“ aus Selfkant-Süsterseel.

(anna)