Hückelhoven: Schacht 3: Fördergelder werden jetzt beantragt

Hückelhoven: Schacht 3: Fördergelder werden jetzt beantragt

Das normale Heute ist das wunderbare Gestern von morgen — so schnell geht das mit dem, was man „Geschichte“ nennt. Der Bergbau hat bis in die 1990er Jahren des vergangenen Jahrtausends hinein das Bild der Stadt Hückelhoven geprägt. Die Kohle ist inzwischen verstaubt, die Stadt hat sich neu erfunden, Hückelhoven ist als Mittelzentrum eine Einkaufsstadt geworden.

Das Wenige, das noch an die gerade einmal alte 25 Jahre alte Zeit erinnert, will man jetzt gewissenhaft hüten und sorgfältig bewahren.

In den knapp zwölf Jahren von den Anfängen des Hückelhoven-Centers bis hin zur Fertigstellung des Sportartikelfachmarktes Decathlon im Jahr 2015 wurde ein erheblicher Teil der ehemaligen Betriebsfläche von Sophie-Jacoba genutzt, um die Einzelhandelslandschaft Hückelhovens nachhaltig aufzubauen und zukunftsorientiert zu gestalten. Freigehalten wurde eine Restfläche rund um das Fördergerüst Schacht 3. Die soll jetzt städtebaulich aufgewertet werden. Dazu gehört die Sanierung des Fördergerüsts.

Zur Wahrung des „kulturhistorischen Erbes“ von Sophia-Jacoba gehört aber auch der Erhalt der alten Bergmannssiedlung, die mit der Bebauung rund um den Friedrichplatz direkt die ehemalige Betriebsfläche tangiert. Nachdem in den vergangenen Jahren bei den überwiegenden Flächen des ehemaligen Schacht 3 der Zeche Sophia-Jacoba der Strukturwandel durch die Ansiedlung von Einzelhandel dem kommerziellen Aspekt absoluten Vorrang eingeräumt wurde, ist man jetzt darum bemüht, das so genannte „kulturhistorische Erbe“ dieser Fläche rund um den alten Förderturm zu erhalten, städtebaulich aufzuwerten und durch entsprechende Maßnahmen — beispielsweise durch die Umgestaltung des Platzes — die Nutzungs- und Aufenthaltsqualität zu verbessern.

Für solch eine städtebauliche Gesamtbetrachtung dieser Sanierung und um Fördermittel des Landes, ohne die eine Umsetzung gar nicht denkbar wäre, zu erhalten, wird ein so genanntes „Integriertes Handlungskonzept (InHK)“ verlangt.

Der Rat der Stadt Hückelhoven hat in seiner Sitzung am 5. April — nach Vorberatung im Bau- und Umweltausschuss am 14. März — beschlossen, die Erarbeitung eines solchen Konzeptes in Auftrag zu geben. Die Konzepterstellung — der Kostenpunkt dafür liegt im sechsstelligen Bereich — erfolgte durch das Planungsbüro MWM aus Aachen.

In den vergangenen Monaten hat durch das Planungsbüro MWM eine Untersuchung des Plangebietes in städtebaulichen, energetischen und sozialen Themenfeldern stattgefunden. Zudem wurden Bürgerinformationsveranstaltungen sowie ein Workshop mit Vertretern des Rates der Stadt Hückelhoven durchgeführt.

In der Bau- und Umweltausschusssitzung am 12. September wurde der Entwurf des „Integrierten Handlungskonzeptes Sophia-Jacoba“ vorgestellt und exemplarisch Beispiele und Maßnahmen, die in der Zukunft nach und nach umgesetzt werden sollen, genannt. Am 21. September fand ein Bürgerforum im Foyer der Hauptschule in der Schlee statt; zudem wurden abschließende Gespräche mit entsprechenden Fachbehörden sowie der Bezirksregierung Köln geführt.

Jetzt sollen auf Basis des „Integrierten Handlungskonzepts Sophia-Jacoba“ Fördermittel generiert und zukünftig die entwickelten Ziele und Maßnahmen im definierten Siedlungsbereich Sophia-Jacoba Schritt für Schritt umgesetzt werden. Die Mittel hierfür werden jeweils in die Haushalte der kommenden Jahre eingeplant.

Für den Vorschlag der Verwaltung, dem Rat der Stadt Hückelhoven zu empfehlen, das Integrierte Handlungskonzept Sophia Jacoba nach dem Stand vom 6. Oktober zu beschließen sowie die Verwaltung zu beauftragen, mit dem Konzept in den Händen entsprechende städtebauliche und energetische Fördermittel zu beantragen, gab der Bauausschuss in seiner jüngsten Sitzung grünes Licht.