Erkelenz-Lövenich: Sanierungsarbeiten an der Hofkirche in Lövenich nach fünf Jahren abgeschlossen

Erkelenz-Lövenich : Sanierungsarbeiten an der Hofkirche in Lövenich nach fünf Jahren abgeschlossen

Nach fünf Jahren von der Antragstellung um Fördermittel bis zur Beendigung der Bautätigkeit sind die Sanierungsarbeiten an der Hofkirche der evangelischen Gemeinde in Lövenich abgeschlossen. Das Dach, das Mauerwerk der Friedhofsmauer und die instabile Kanzel im Gemeinderaum konnten auch durch Spenden von privater und institutioneller Seite saniert werden.

Der Abschluss der Sanierung wurde nun mit einer Bronzeplakette dokumentiert, die Roland Tauber bei einem Besuch in Lövenich an den Gemeindevorstand und die neue Pfarrerin Friederike Lambrich übergab.Tauber ist Ortskurator für das Jülicher Land bei der Deutschen Stiftung Denkmalschutz. Die Stiftung bezieht ihr Geld aus Mitteln von WestLotto und sowie der Lotterie Glücksspirale und unterstützte die Sanierung mit 50.000 Euro. Die Lövenicher Hofkirche ist eines von 400 Projekten, die die Stiftung in NRW gefördert hat. Weitere 40.000 Euro kamen von der Stiftung zur Bewahrung kirchlicher Baudenkmäler. Darüber hinaus kamen Spenden auch aus Lövenich, unter anderem von der Raiffeisenbank, so dass schließlich 115.000 der insgesamt benötigten 276.000 Euro durch Spenden abgedeckt werden konnten.

Dies war bitter nötig, wie Bauleiter und Finanzkirchmeister Gerd Peerlings bei der Übergabe der Plakette betonte. Denn aus eigenen Stücken wäre die Gemeinde nicht in der Lage gewesen, die komplette Summe aufzubringen. Schließlich, so fügte er hinzu, konnte die von Architekt Dr. Arno Lennartz veranschlagte Bausumme um 6000 Euro unterboten werden. Und das, obwohl die Pläne von Lennartz immer wieder geändert werden mussten, denn das Projekt barg immer neue Überraschungen. Zum Glück hat der Architekt aber schon unter anderem bei der Sanierung des Lambertiturms Erfahrungen mit solch sensiblen Maßnahmen sammeln können.

„Die Tragfähigkeit des Holzdachstuhls war an ihre Grenzen gekommen“, berichtete Lennartz. Wie schon in Erkelenz waren die Schäden nach dem Zweiten Weltkrieg nur notdürftig und mit den Materialen durchgeführt worden, die man zur Hand hatte. „Es wurde auch Holz mit Borke verarbeitet“, berichtete er. Dies habe im Laufe der Jahre zu dem instabilen Zustand geführt. Zu den Überraschungen zählte auch, dass die Schallluken am Glockenturm entgegen den ersten Vermutungen komplett erneuert werden mussten. Die Friedhofsmauer musste teilweise abgetragen und neu aufgemauert werden und bei den Dacharbeiten stellte sich heraus, dass die Giebelwand sich von der Mauer abgelöst hatte und Feuchtigkeit in das Gebäude eindrang. Umso erfreulicher sei, dass die veranschlagte Bausumme nicht ausgeschöpft werden musste, betonte auch Peerlings Vorgänger Günther Morjan.

Erstaunlich ist auch, dass der Alltag in der Hofkirche trotz der Bauarbeiten weitestgehend aufrechterhalten werden konnte. „Die Hofkirche ist ein lebendes Denkmal, das jeden Tag genutzt wird“, betonte Bauleiter Peerlings. Schulgottesdienste, Beerdigungen und Hochzeiten fanden trotzdem statt. Dass das so reibungslos ging, lag auch an der guten Kooperation mit den involvierten Handwerkern, erklärte Pfarrerin Lambrich. Sie ist zwar erst seit Dezember 2017 im Amt, kennt die Geschichte der Hofkirche und der Sanierung aber nur zu gut.

1683 wurde der Bau der Hofkirche im Herzen Lövenichs vollendet, ein Jahr später wurde dann der Friedhof eingeweiht. Heute ist die Lövenicher Kirche eine von insgesamt drei Hofkirchen im Jülicher Land. Die evangelische Gemeinde Lövenich umfasst zehn Dörfer in zwei Kreisen und vier Kommunen. In Lövenich selbst leben 500 der insgesamt 2175 Gemeindemitglieder.

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