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Waldfeucht-Braunsrath: Sanierung im Kloster Maria Lind abgeschlossen

Waldfeucht-Braunsrath : Sanierung im Kloster Maria Lind abgeschlossen

„Sorry, es wird noch bis Anfang August dauern“, steht auf dem kleinen Schild, das auf der Tür zur Wallfahrtskapelle des Klosters Maria Lind klebt. Mitte Juni war das kleine Gotteshaus in Braunsrath zwecks Renovierung geschlossen worden. Am Sonntag, 5. August, werden die Klarissen die Tür zur Kapelle erstmals wieder öffnen und laden dann in die benachbarte Klosterkirche zur heiligen Messe ein.

Ziemlich verrußt war es in der kleinen Kapelle aufgrund der vielen Kerzen, die von unzähligen Pilgern angezündet werden, die täglich zu der kleinen, nur rund 15 Zentimeter großen Madonnenstatue hoch oben im geschnitzten Altaraufsatz beten. Auch sie musste für die Zeit der Renovierung umziehen, in eine kleine Truhe. „Alles wurde abgebürstet, abgewaschen und frisch gestrichen“, freut sich die Äbtissin Schwester Theresia. „Jetzt ist es wieder sehr schön hell geworden.“

Ein französischer Offizier soll die Marien-Statue im 17. Jahrhundert in einen Lindenbaum gestellt haben.

1996 letztmals renoviert

1996 sei die Kapelle zum letzten Mal renoviert worden, erinnert sich Vikarin Schwester Gabriel. Und im vergangenen Jahr sei es sogar zwei Mal zu einem kleinen Brand gekommen, weil inzwischen wieder mehr Pilger nach Braunsrath kämen, um hier zur Muttergottes zu beten und eine kleine Kerze anzuzünden. Die notwendigen Arbeiten, die das Bistum finanzierte, übernahm Maler- und Lackierermeister Karl-Heinz Knoben aus Braunsrath. In Weiß und Grau mit goldenen Verzierungen an der Decke malte er die kleine Kapelle neu aus. Dankbar sind die Schwestern aber auch Küster Bernhard Beythen, der in liebevoller Kleinarbeit den gesamten Altaraufsatz reinigte und der Jugendfeuerwehr, die beim Aus- und Einräumen half. Zusätzlich erhielt die Kapelle noch eine neue Beleuchtung.

Während der Renovierungszeit besuchten Äbtissin und Vikarin mit der kleinen Madonnenstatue in der Truhe das Begas-Haus, um dort von Dr. Rita Müllejans-Dickmann mehr über sie zu erfahren. Fest steht danach, dass die kleine Figur aus sogenanntem Pfeifenton besteht. Das Besondere an der Statue sei, dass sie mit Hilfe eines sehr fein ausgearbeiteten Models gefertigt worden sein müsse, so die Expertin. Tatsächlich sind bei genauerem Hinsehen sehr viele ganz kleine Details zu erkennen wie etwa der Ausschnitt ihres Kleides oder die Verzierungen des Mantels.

Die Krone Marias erinnere an eine Lilienkrone der Bourbonen, erklärte Schwester Theresia, was ein Hinweis auf eine französische Herkunft sei, die dieser kleinen Statue nachgesagt wird. So steht in alten Chroniken zu lesen, dass ein junger französischer Offizier die kleine Statue Ende des 17. Jahrhunderts zum Schutz in einen Lindenbaum gestellt und dort vergessen habe. Der Pfarrer habe sie in die Pfarrkirche bringen lassen, aber am folgenden Tag habe sie wieder in der Linde gestanden. In Zeiten der Pest ließ der Pfarrer dann an dieser Stelle für die „wundertätige“ Madonna eine Kapelle errichten. Pilger kamen dann in immer größerer Zahl, auch aus den benachbarten Niederlanden.

Seit dem Neubau der Kapelle im Jahre 1750 wird Maria hier verehrt als „Trösterin der Betrübten und Zuflucht der Sünder“. Neben ihrem eigenen Gebet in der Kapelle legen die Gläubigen auch heute noch täglich ihre Gebetsanliegen in den Fürbitt-Kasten der Klarissen. Sie unterhalten hier seit 1985 ihr Kloster, nachdem die Kapuziner wegen Nachwuchsmangel weggegangen waren. „Wir lesen alle Anliegen im Kloster jeden Tag vor, damit alle Schwestern sie mit in ihr Gebet nehmen können“, sagt Schwester Gabriel.