Erkelenz: Rund 540 Kinder fiebern mit dem kleinen Mogli

Erkelenz: Rund 540 Kinder fiebern mit dem kleinen Mogli

Mit dem Musical „Dschungelbuch“ gastierte das Liberi Theater im Rahmen des städtischen Kindertheaterprogramms in der Stadthalle. Die Vorstellung war restlos ausverkauft und rund 540 Kinder und deren Eltern kamen, um die Geschichte des Jungen Mogli, der von Wölfen aufgezogen wird und sich auch für einen hält, live zu erleben.

Den Autor Richard Kipling kennt man nur, wenn man sich wirklich für das Thema interessiert. Denn das Stück ist natürlich vor allem durch die Disney-Verfilmung und deren Lieder bekannt. An beidem orientierte sich die Inszenierung nicht und bot so einen völlig neuen Zugang für das junge und nicht mehr ganz so junge Publikum. Auf der Bühne erwartete die Zuschauer ein farbenfroher Urwald, der aus beweglichen Dekorationen bestand.

Rasant ging es zu von dem Moment an, als Mogli (Brix Schaumburg) bei seinem Aufnahmeritual ins Wolfsrudel erfährt, dass er ein Mensch ist. Das verwirrt den Jungen und bringt ihn auch in Gefahr. Denn der Tiger Shir Khan (Viktor Wendtner) fürchtet um seine Macht im Urwald und will den vermeintlichen Nebenbuhler aus dem Weg räumen. Zum Glück hat Mogli seine beiden Freunde Balu (Stefan Peters) und Baghira (Ines Becher), die ihm bei seinen Abenteuern zur Seite stehen. Kimberley Unger als Schlange Kaa und Julia Breier in verschiedenen Rollen rundeten das Bühnenpersonal des „Dschungelbuchs“ ab.

Diese sechs Schauspieler füllten jedoch die Bühne aus und brachten immer wieder neuen Schwung in die Handlung. Es wurde getanzt, gelachtund gesungen. Da machte es nichts aus, dass bekannte Lieder wie „Versuch‘s mal mit Gemütlichkeit“ nicht gesungen wurden. Gesungen und mitgeklatscht wurde vor allem, wenn der sympathische Balu seine großen Auftritte hatte. Die Kinder im Publikum waren mit Feuereifer bei der Sache und konnten vor allem, wenn getanzt wurde, oft kaum von ihren Eltern auf den Stühlen gehalten werden. Das musikalische Gewusel auf der Bühne war einfach zu ansteckend.

Beeindruckt waren die kleinen Zuschauer von der Schlange Kaa, die sich grazil wie eine Tänzerin bewegte und dabei elegant ihren meterlangen Schlangenkörper einsetzte. Mal wie eine Stola, mal wie ein Lasso und dann wie eine tödliche Falle. Shir Khan wird am Ende natürlich in seine Schranken gewiesen und Mogli trifft das Mädchen, dem er zurück in die Welt der Menschen folgt.

Die Kinder folgten am Ende ihren Eltern auch zurück in die Welt der Menschen, aber nicht ohne sich ein Autogramm von Balu zu holen.

(hewi)
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