Heinsberg: Roxy-Kino zeigt „Auf der Suche nach dem alten Tibet“ von Vilas Rodizio

Heinsberg : Roxy-Kino zeigt „Auf der Suche nach dem alten Tibet“ von Vilas Rodizio

Zu geheimen Plätzen und inspirierenden Yogis in Tibet entführt ein Film von Vilas Rodizio unter dem Titel „Auf der Suche nach dem alten Tibet“. Am Dienstag, 13. März, um 20 Uhr zeigen die Produktionsgesellschaft Yogifilm und das Roxy-Kino den Film in Heinsberg.

Auch Filmemacher Vilas Rodizio ist an diesem Abend in Heinsberg zu Gast und beantwortet nach dem Film Fragen zu seinem Werk.

„Wer glaubt, dass die Dinge wirklich sind, ist so dumm wie eine Kuh.“ Mit diesem provokanten Zitat eines buddhistischen Meisters aus dem achten Jahrhundert stimmt der Film seine Zuschauer auf eine Reise ins Ungewöhnliche ein. Das Kamerateam durchstreift den malerischen Himalaya auf der Suche nach tibetischen Yogis, die mit Hilfe jahrhundertealter Meditationstechniken den letzten Schritt zur Erleuchtung gehen.

Filmautor Vilas Rodizio und seine Partner besuchen abgelegene Kraftplätze hoch in den Bergen. Dort begegnen sie Menschen, die alles Weltliche hinter sich gelassen haben, um sich ausschließlich der Meditation zu widmen. Ihr Ziel ist ein Geisteszustand ohne Ablenkung, in dem die Wirklichkeit sich als Traum entlarvt. Unter ihnen sind ein Meditationsmeister mit Hunderten von Schülern, ein Yogi, der von sechs Körnern Gerste in der Woche leben soll, und der wild aussehende Barfuß-Lama, der angeblich seit dreißig Jahren keine Schuhe mehr trägt — auch nicht im tibetischen Winter.

Geheimnisvolle Bilder

Zwischen die Geschichten der Protagonisten reihen sich Bilder, die nicht wirklich zu erklären sind: geheimnisvolle Fußabdrücke im Felsen oder Perlen, die sich während der Verbrennungszeremonie eines Lamas von selbst bildeten, Löcher in den Schädeldecken von Meditierenden, die alleine durch Meditation entstehen und in die zur Veranschaulichung Grashalme gesteckt werden, darüber hinaus Knochenstücke mit Buddha-Fresken, die nach der Verbrennung eines Yogis in dessen Asche gefunden wurden, und ein Yogi, der noch Tage nach seinem Tod aufrecht in Meditation sitzt.

Während die Grenze zwischen Wirklichkeit und Traumhaftem verwischt, verlässt der Film nie seinen ruhigen Erzählstil und verzichtet auf jegliche Effekthascherei. Man kann erahnen, dass das Filmteam selbst aus Buddhisten besteht, die auf ihrer monatelangen Reise durch Tibet langsam in die Gemeinschaft der Yogis aufgenommen wurden, in der eine Filmkamera sonst nicht geduldet wird. „Auf der Suche nach dem alten Tibet“ soll kein buddhistischer Lehrfilm sein, sondern ein mit Liebe gezeichnetes Porträt einer Kultur auf dem Dach der Welt, die der westlichen Vorstellung von Wirklichkeit trotzt.

(anna)