Erkelenz: Rhythmus, Melancholie und Lässigkeit mit Jonathan Byrd

Erkelenz: Rhythmus, Melancholie und Lässigkeit mit Jonathan Byrd

Die Acoustic Night hatte einen Ausnahmekünstler im Bereich der Folkmusic zu Gast: Jonathan Byrd zählt in den USA zu den einflussreichsten Musikern der Szene und war in diesem Jahr nur für zwei Konzerte in Deutschland. Eines davon fand in der gut besuchten Leonhardskapelle statt, als 15. Acoustic Night.

Begleitet wurde der in North Carolina als Sohn eines Predigers geborene Gitarrist und Songwriter von seinem Tourpartner Johnny Waken und der aus Dänemark stammenden band The Sentimentals.

Byrd spielte zunächst ganz klassisch in Rockbands, bevor er sich dem Folk zuwandte und vor 16 Jahren begann, als Singer und Songwriter zu touren. In der Leonhardskapelle stellte er auch Stücke aus seinem mittlerweile zehnten Album „You can´t outrun the Radio“ vor. In seinen Liedern erzählt Byrd auch vom harten Arbeitsalltag, den Außenseitern der Gesellschaft und blickt zurück auf die Ereignisse der Geschichte, die Amerika geprägt haben. Sein musikalisches Spektrum reichte von Country und Blues bis hin zu temporeichem Rockn´Roll. Wo er sich selbst dabei verortet, zeigte er in Stücken wie „Working Offshore“ über das Leben auf einer Ölplattform im Meer oder dem Countrysong „Big Truck brought it“.

Byrds Amerika ist das der Highways, Bars und Malocher, der großen Gefühle und des kleinen Glücks. Ob „Mama´s got Wheels“ oder „Pale Rider“ — die Zuhörer fühlten sich über Strecken wie in einer Bar im amerikanischen Mittelwesten. Genug Melancholie zum Träumen, genug Rhythmus zum Mitwippen. Und das ganze vorgetragen mit der amerikanischen Lässigkeit, um die Kerle wie Byrd beneidet werden. Schnell suchte er den direkten Kontakt zum Publikum und erzählte von den Geschichten, die oftmals den Texten zugrunde liegen. Eine Marotte amerikanischer Musiker, für die Boss Springsteen oder Altmeister Neil Young weltweit verehrt werden.

Die „Sentimentals“ bestehen aus MC Hansen, dem Bassisten Nikolaj Wolf und Schlagzeuger Jacob Chano. Den Blues des Westens hatten die Skandinavier drauf, als ob sie auf einer Farm neben Byrd das Licht der Welt erblickt hätten. Das gemeinsame „Mothertongue Project“ bezeichnet Byrd als „inneres Gespräch zwischen Philosophie und Rockn´Roll“.