Rheinlandtaler für den Heimatvereinsvorsitzenden Günther Merkens

Rheinlandtaler für Günther Merkens : Engagement für Heimat und Kultur gewürdigt

„Es gibt Augenblicke, da gelingt uns alles. Kein Grund zu erschrecken: Das geht vorüber.“ Günther Merkens hat gerne zur richtigen Zeit das passende Zitat zur Hand. Deshalb eröffnete er seine Danksagung im Alten Rathaus mit diesem augenzwinkernden Zitat des französischen Autors Jules Renard (1864-1910).

Dort bekam der Vorsitzende des Heimatvereins der Erkelenzer Lande für seine unermüdliche Arbeit vom Landschaftsverband Rheinland (LVR) den Rheinlandtaler verliehen.

Mit dieser Auszeichnung ehrt der Verband seit 40 Jahren gerade Menschen wie Günther Merkens, die sich in besonderem Maße ehrenamtlich für den Erhalt der Heimat und ihrer Kultur in der Region Rheinland einsetzen. Dies betonte die stellvertretende Vorsitzende Karin Schmitt-Promny bei der Feierstunde im Alten Rathaus.

Dies kann man von Merkens, der vor 80 Jahren in Erkelenz geboren wurde, mit Fug und Recht behaupten. Der ehemalige Regionaldirektor der AOK ist seit 1982 Mitglied des Heimatvereins, der bei seiner Gründung im Jahr 1920 noch „Geschichts- und Altertumsverein“ hieß. Mit seiner Pensionierung vor 15 Jahren startete er durch und sorgte dafür, dass die Arbeit der Heimatforscher auch das öffentliche Interesse fand.

Die Schriftenreihe des Heimatvereins wurde ebenso ausgebaut wie das Programm an Studienfahrten. Mit neuen Ausstellungskonzepten, die auch überregional Interesse fanden, Projekten wie der kommentierten Übersetzung und Veröffentlichung der Baux-Chronik oder der Spendensammlung zur Sanierung des Turmes von St. Lambertus und Fachveranstaltungen mit durchaus wissenschaftlichem Anspruch machte der Heimatverein auf sich und seine Arbeit aufmerksam. Frei nach Merkens´ vielzitiertem Motto „Tue Gutes und rede darüber“.

Schmitt-Promny hob seine Fähigkeit hervor, Mitstreitern Anerkennung für ihr Engagement entgegenzubringen und sie zu motivieren, ohne inhaltliche Vorgaben zu machen. Oder kürzer: ein „Impulsgeber und Sklaventreiber“. Eine Beschreibung, die einiges Schmunzeln im Saal auslöste.

Heute reicht das Netzwerk des Heimatvereins bis in die Universitäten von Mannheim und Düsseldorf, mit seinem virtuellen Museum der verlorenen Heimat (www.virtuelles-museum.com) hat der Heimatverein darüber hinaus digitales Neuland betreten und eine bis dahin nicht vorhandene Art der musealen Aufbereitung geschaffen.

Schmitt-Promny vergaß nicht, die Mitstreiter Merkens´ aus dem Vorstand und den einzelnen Arbeitskreisen zu erwähnen, allen voran Theo Görtz, der seit 1982 als Geschäftsführer beim Heimatverein an Bord ist. Denn auch den unermüdlichen Mitstreitern gebühre die Auszeichnung in Form des Rheinlandtalers, betonte Merkens später in seiner Danksagung. Die Plakette selbst bleibe aber bei ihm, erklärte er und fügte augenzwinkernd hinzu: „So weit geht die Liebe dann doch nicht.“

Bürgermeister Peter Jansen betonte, dass eine Stadt nur dann „gut funktioniert“, wenn sich die Bürger mit ihr identifizierten und zu ihren Werten stünden. Dafür brauche es in der Bevölkerung ein Bewusstsein dafür, woher man kommt und wohin man geht. Der Heimatverein leiste einen wichtigen Beitrag bei der Wahrnehmung durch die Bürger und Bereitschaft zur Gestaltung der Gesellschaft.

Der Geehrte selbst schloss seinen Dank natürlich mit einem Zitat: „Mögen sich deine Wünsche erfüllen, auf dass du zufrieden bist, aber mögest du noch weitere haben, damit du ewig träumen kannst.“

Musikalisch wurde die Feierstunde vom Cornelius-Burgh-Chor des Heimatvereins unter der Leitung von Reinhold Richter gestaltet.

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