Renaturierung im Kreis Heinsberg: Rodebach soll neues Bett bekommen

Renaturierung : Rodebach soll ein neues Bett bekommen

Nach Abschluss der Renaturierung des Myhler Bachs plant der Kreis Heinsberg als untere Naturschutzbehörde jetzt auch einen weiteren Abschnitt des Rodebachs im Selfkant zu renaturieren.

Die Pläne dafür stellte Norbert Dismon im Rahmen einer ansprechenden Bilderschau dem Ausschuss für Umwelt, Klima, Verkehr und Strukturwandel im Kreishaus vor.

Schon vor rund 15 Jahren war der Rodebach im Gangelter Bruch renaturiert worden. Nun soll Gleiches auch im Bereich Wehr und Tüddern geschehen. Hier soll aus rund 1,6 Kilometern kanalisiertem Rodebach wieder ein rund 2,8 Kilometer langer, mäandrierender Bachlauf durch Wiesen- und Forstflächen werden. Große Flächen gehörten dem Kreis bereits seit Jahrzehnten. Vor drei Jahren hatte die untere Naturschutzbehörde die Möglichkeit weitere Flächen erwerben, die nun so getauscht werden konnten, dass die Renaturierung möglich wird. Einen Teil der notwendigen Flächen stellt zudem die Gemeinde Selfkant zur Verfügung.

Anders als im Gangelter Bruch sei in dem künftigen Bachbett die Wasserführung auch bei Dürre mit rund 200 bis 300 Litern je Sekunde gesichert, hieß es in der Vorlage für die Sitzung weiter.

Eindrucksvoll schilderte Dismon anhand von Fotos und überlagerten Grafiken den künftigen Bachlauf. Dieser soll teilweise in zwei Rinnen geführt werden mit einer natürlichen Ufergestaltung. Eine Überflutung der Wiesen sei durchaus gewollt, erklärte Dismon. Dies diene zum einen dem Hochwasserschutz, zum anderen der Artenvielfalt. Geschaffen werden sollen im neuen Verlauf des Bachs zwei Holzbrücken für Fußgänger und im unteren Bereich eine Brücke, die auch für die Landwirtschaft befahrbar sein soll. Mit dem Aushub für den neuen Bachlauf werde der alte Verlauf befüllt, so Dismon weiter.

Er hofft für dieses Projekt auf eine Förderung mit Landesmitteln in Höhe von 80 Prozent. Der Eigenanteil soll durch sogenannte Ersatzgelder finanziert werden. Nach Durchführung des Genehmigungsverfahrens plant er, noch in diesem Herbst die Gehölze zu entnehmen, die noch im künftigen Renaturierungsbereich stehen. Mitte Juni kommenden Jahres könne dann mit den Bauarbeiten begonnen werden, schloss er und versprach, den Ausschuss nach Abschluss der Arbeiten wieder mit einer Fotoschau zu informieren.

Dass der Ausschuss die Planung nach dieser eindrucksvollen Präsentation zustimmend zur Kenntnis nahm, stand außer Frage. Ausschussvorsitzender Franz-Michael Jansen würdigte das Vorhaben als gut und nachhaltig.

Von „vorbildlichen Projekten“ sprach Ulrich Horst von Bündnis 90/Die Grünen und äußerte den Wunsch, die Renaturierungsmaßnahmen auch grenzüberschreitend fortzusetzen. Von ihm gefragt nach den Auswirkungen der Sümpfungsmaßnahmen von RWE, erklärte Dismon, dass der Bereich Wehr und Tüddern vor allem durch den Tagebau Inden betroffen sei. Der kritische Punkt sei jedoch schon erreicht. Er gehe davon aus, dass der Grundwasserspiegel in den kommenden Jahren wieder ansteigen werde, erklärte Dismon. „Einen Trockenfall schließen wir aus.“

Begeisterung war aber auch aus den übrigen Fraktionen zu hören. „Da kann man nur begeistert auf die Umsetzung warten“, erklärte Volker Schlüter (SPD). „Auch ich freu’ mich sehr darauf“, sagt Guido Gassen (CDU).

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