Rekord: Tafel in Heinsberg beschenkt 741 Kunden

Rekord : Heinsberger Tafel beschenkt 741 Kunden

Große Sorgen hatte sich Pfarrer Sebastian Walde als Vorsitzender der Heinsberger Tafel auch dieses Mal wieder gemacht, doch am Ende schaute er zusammen mit Schirmherr Volker Kratz und seinen vielen ehrenamtlichen Helfern nur in strahlende Gesichter: Die Rekordzahl von genau 741 Kunden, darunter 239 Kinder im Alter unter 17 Jahren, konnte die Tafel dieses Mal pünktlich vor dem Weihnachtsfest mit guten Lebensmitteln versorgen.

Zusätzlich erhielten die Kinder noch Geschenke, die vor allem aus der Aktion „Strahlende Kinderaugen“ stammten.

Eine Woche zuvor hatte es noch ganz anders ausgesehen, als gerade einmal Spenden für 43 Päckchen eingegangen waren. Doch da zeichnete sich schon ab, dass „die Luft nach oben“, wie sie der Pfarrer bezeichnet hatte, sich schnell füllen würde. Nicht nur die Schüler in Kreisgymnasium und städtischer Realschule, sondern auch die Kinder in der Sonnenscheinschule hatten Lebensmittel und Spielzeug gesammelt oder gar Kerzen gebastelt als Geschenke für die Tafelkunden.

Im Rahmen eines kleinen Empfangs in der Christuskirche übergaben sie ihre Spenden an den Pfarrer. Ein Aufruf in unserer Zeitung hatte ebenfalls große Wirkung. Viele Menschen brachten im Laufe der vergangenen Woche noch weitere Lebensmittelspenden zur Tafel oder stellten Geld zur Verfügung, „sodass wir auch das letzte Quentchen, das an Lebensmitteln fehlte, noch einkaufen konnten“, freute sich Walde beim zweiten von insgesamt drei Ausgabeterminen an die Kunden.

Zur zweiten Ausgabe waren vor allem die bedürftigen Menschen mit kleinen Kindern eingeladen, hatten sich doch ganz besondere Gäste angesagt. Als erste hatte die kleine Kirchenmaus ihren Auftritt. Schnell folgten die kleinen Besucher ihrer Einladung, doch am besten gemeinsam laut nach dem Nikolaus zu rufen. Denn er hatte angekündigt, auch weit nach seinem Festtag am 6. Dezember noch einmal in die Region kommen zu wollen, um die Kinder in der Tafel zu beschenken. Und tatsächlich schaute er auch dieses Mal wieder vorbei und nahm in seinem großen Sessel Platz.

Pfarrer Sebastian Walde (rechts) und Schirmherr Volker Kratz schafften es spielend, mit der Maus jedes Kinderherz zu öffnen. Foto: Anna Petra Thomas

Arina und Valentin sprachen für ihn und die übrigen Gäste ganz spontan ein Gedicht, Halkaft sang aus Leibeskräften mit der Kirchenmaus „O du fröhliche“ und zusammen mit dem Nikolaus auch noch das berühmte Lied vom Tannenbaum. Da war nicht nur der Nikolaus begeistert, dem dann Arina auch noch treu zur Seite blieb, um seinen Stab zu halten, damit er die Geschenke an all die Kinder verteilen konnte, die zur Ausgabe gekommen waren.

Walde dankte auch bei dieser Ausgabe noch einmal allen Menschen, die für die Kunden der Tafel gespendet hatten. „So müssen wir hier heute nicht in leere Tüten schauen, sondern sehen nur strahlende Gesichter“, betonte er. „Und wir können wirklich alle ein fröhliches Weihnachtsfest feiern“, fügte er hinzu.

„Mir ist, als wäre ich hier auf dem Weg zum Weihnachtsfest“, erklärte Schirmherr Kratz. „Maria und Josef waren auf der Suche nach Licht und nach Wärme. Genau das ist heute hier gegeben.“ Sein Dank ging dabei vor allem an die vielen ehrenamtlichen Helfer. „Vor ihnen ziehe ich meinen Hut. Sie arbeiten leise und völlig im Hintergrund für das, was unsere Gesellschaft braucht“, sagte er. „Wenn man sieht, wie dankbar die Menschen sind, wie glücklich mit diesem wunderbaren Moment, der ihnen hier geschenkt wird, dann muss man diese Aktion einfach unterstützen, denn diese Hilfe hier kommt direkt bei den Menschen an.“

Das sah auch eine junge Mutter aus Syrien so, die mit ihrem Sohn Albert und ihrer kleinen Tochter Berla gekommen war. „Wir sind Christen“, erklärte sie. „Wir feiern genau so Weihnachten wie die Menschen hier auch.“ Was sie aber vor allem freute, war die Tatsache, dass sogar der Nikolaus zur Ausgabe der Lebensmittel und der Geschenke für die Kinder in die Tafel gekommen war. „Ich habe Familie in Berlin. Da gibt es so etwas nicht!“, betonte sie. Heinsberg sei zwar eine viele kleinere Stadt, „aber in Heinsberg ist es viel schöner!“

Was dann  Walde spontan und mit seinem ganz eigenen, unbeschreiblichen Strahlen im Gesicht dazu bewog, Heinsberg zur „Hauptstadt der Herzen“ zu erklären.