Starke Frauen in der Kirche: Regionalvikar Markus Bruns hält Predigt bei Frauenwallfahrt

Starke Frauen in der Kirche : Regionalvikar Markus Bruns hält Predigt bei Frauenwallfahrt

Bereits zum 71. Mal haben sich Gläubige aus der Region am Birgelener Pützchen zur Frauenwallfahrt getroffen. Dieser idyllisch mitten im Wald gelegene Gnadenort hat nichts von seiner Anziehungskraft eingebüßt.

Im Schnitt kommen an die 800 Frauen am letzten Mittwoch im September ans Birgelener Pützchen. So war es auch in diesem Jahr.

Dem Vorbereitungsteam dürfte ein Stein vom Herzen gefallen, als die Sonnenstrahlen durch den lichter werdenden Wald drangen und den Gnadenort in ein wunderbares Licht tauchten. Seit drei Jahren kümmert sich das achtköpfige Team um diese alljährliche, ­regionale Traditionsveranstaltung, die in der heutigen Zeit vielleicht noch mehr Wert hat als in manchen ­vorangegangenen Jahren.

Der Heinsberger Regionalvikar Markus Bruns sagte in seinen Abschlussworten, starke Frauen würden gebraucht. „Ich hoffe, dass sie noch viel mehr Möglichkeiten bekommen“, sagte der Regionalvikar zur Rolle der Frauen in der Kirche.

Bei der regionalen Frauenwallfahrt am Mittwochnachmittag am Birgelener Pützchen hielt Regionalvikar Markus Bruns die Predigt. Foto: defi

Markus Bruns nahm sich in seiner Predigt des Mottos der diesjährigen Frauenwallfahrt an; „Maria, Weggefährtin in Leiden und Freuden“. Bruns verwies auf den Tenor Joseph Schmidt, der Sohn deutschsprachiger Juden war, der 1933 vor den Nazis floh und 1942 im Schweizer Exil als illegaler Flüchtling im Alter von nur 38 Jahren gestorben war. „Es wird im Leben dir mehr genommen als gegeben. Ja, das ist so im Leben eben, das merke dir“, zitierte Bruns aus einem Lied des Tenors.

Auch Maria, die der Welt den Gottessohn geboren habe, so der Regionalvikar, habe in ihrem Leben sehr viel Leid erfahren müssen. Die sieben Schmerzen Mariens würden ihre Leiderfahrungen zusammenfassen. Maria habe durch ihre Berufung, Mutter Gottes zu sein, nicht nur Freude und Erfüllung erfahren. Bruns: „Hier am Birgelener Pützchen steht das Bild der Schmerzhaften Mutter im Mittelpunkt. Sieben Schwerter dringen in den Leib Mariens.“ In den sieben Schmerzen Mariens seien viele Formen von Leid und Schmerz ausgedrückt. Menschen hätten Angst vor der Zukunft, es fehle ihnen die Perspektive für ein gelingendes Leben. Auch heute müssten Menschen ihre Heimat verlassen. Nicht immer und überall würden sie Hilfe finden. Markus Bruns: „Ist denjenigen, die sich auf die Werte des christlichen Abendlandes berufen, eigentlich bewusst, dass die heilige Familie eine Flüchtlingsfamilie war – und Jesus ein Flüchtlingskind?“

Bruns fragte, wie viel Leid würden Menschen einander antun: „Die Missbrauchsfälle in unserer Kirche: unendliches Leid, das Kindern und Jugendlichen zugefügt wurde durch Männer der Kirche.“ Sterben und Tod seien die äußersten Leidensfälle, fuhr er nach einem Moment der Stille fort. „Da verstummen alle Worte, da bricht eine Welt zusammen.“ Doch Maria sei für viele Leidtragende eine Identifikationsfigur. „Mutig und kraftvoll, vertrauend und glaubend ist Maria ihren Weg gegangen. Eine starke Frau. Eine treue und verlässliche, ermutigende und bestärkende Weggefährtin in Leiden und Freuden.“

(defi)