Regionalplanänderung soll neue Chance eröffnen

Oberbruch im Wandel : Regionalplanänderung soll neue Chance eröffnen

Im Rahmen eines integrierten Entwicklungskonzeptes und einer interkommunalen Städtebaufördermaßnahme soll der Stadtteil Oberbruch als wichtige Innenverdichtungsreserve entwickelt werden, da derzeit offenbar eine hohe Nachfrage nach Wohnbaugrundstücken und infolgedessen eine erhöhte Nachfrage nach Infrastruktureinrichtungen besteht.

Der Planbereich liegt zwischen dem Gewässerverlauf der Wurm, der Glanzstoffstraße und der Boos-Fremery-Straße/Grebbener Straße und umfasst etwa drei Hektar. Anlass der Regionalplanänderung ist die neue bauleitplanerische Ausrichtung der Stadt Heinsberg. Die zunächst geplante industrielle Nutzung des Bereiches hat bisher nicht stattgefunden und soll auch zukünftig planerisch nicht mehr umgesetzt werden.

Daher muss zunächst der Regionalplan geändert werden. Die bestehende Darstellung als Gewerbe- und Industrieansiedlungsbereich wird in einen Allgemeinen Siedlungsbereich umgewandelt. Zukünftig sollen hier Büros, Mehrgenerationenwohnungen, Dienstleister sowie Einzelhandelsangebote zur Ergänzung der Nahversorgung angesiedelt werden. Im Rahmen der vorgesehenen Regionalplanänderung durch die Bezirksregierung Köln ist bis einschließlich 29. März die Öffentlichkeitsbeteiligung vorgesehen.

Bereits im April letzten Jahren hatten die Mitglieder des Planungs-, Umwelt- und Verkehrsausschusses der Stadt Heinsberg zu den Planungen die Weichen gestellt. Im Wesentlichen ging es darum, den derzeit ungenutzten Parkplatz an der Boos-Fremery-Straße einer Bebauung zuzuführen. Auf der Fläche sollte, so hieß es, durch einen Investor ein Nahversorgungszentrum errichtet werden, bestehend aus einem Lebensmitteldiscounter, einem Lebensmittelvollsortimenter, Shops im Mallbereich des Vollsortimenters sowie vier bis sechs kleineren Betriebseinheiten.

Aus diesem Grund hatte die Stadt Heinsberg einen entsprechenden Antrag zur Änderung des Regionalplanes bei der Bezirksregierung Köln gestellt. Im Einzelhandels- und Zentrenkonzept der Stadt Heinsberg vom Februar 2011 war die Parkplatzfläche ohnehin bereits als Entwicklungsfläche im zentralen Versorgungsbereich Oberbruch vorgesehen. Eine Vorprüfung der Umweltbelange durch die Untere Naturschutzbehörde und die Untere Wasserbehörde des Kreises Heinsberg hatte nach Auskunft der Stadt zudem schon zu einem positiven Ergebnis geführt.

Lediglich die FDP hatte sich seinerzeit gegen das Vorhaben ausgesprochen. Die Notwendigkeit für einen weiteren Discounter in Oberbruch sei nicht gegeben. Von einer notwendigen Nahversorgung könne hier keine Rede sein. Zudem sahen die Liberalen auch eine mögliche Arbeitsplatzgefährdung bei schon in der Nähe bestehenden Unternehmen.

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