Heinsberg: „Real Robotik 2.0“: Schüler hauchen Maschinen Leben ein

Heinsberg: „Real Robotik 2.0“: Schüler hauchen Maschinen Leben ein

Einen echten kleinen Roboter zusammenbauen und ihn dann auch noch programmieren, diesen Traum können in den nächsten gut drei Monaten 40 Schüler der Heinsberger Realschule im Klevchen verwirklichen. Unterstützt werden sie dabei von Mitarbeitern des Heinsberger Unternehmens Elteba, das unter anderem auf Automatisierungstechnik und den Bau von Schaltanlagen spezialisiert ist.

Die Schüler besuchen in ihrer Schule den Ergänzungsunterricht Elektronik oder Informatik und sind jetzt zusammen mit ihren Lehrern Andreas Stassen und Uwe Zander Teil des Projekts „Real Robotik 2.0“, einem Pilotprojekt des neuen zdi-Netzwerks Aachen.

Das ist er, der kleine Roboter, den die Schüler der Heinsberger Realschule jetzt selbst bauen und programmieren werden.

Zum Projektauftakt begrüßte Guido Randerath, kaufmännischer Geschäftsführer von Elteba, zusammen mit dem technischen Geschäftsführer Christoph Speis in den neuen Räumen des Unternehmens im Gewerbegebiet Dremmen Michael Schmitz, den Projektleiter des zdi-Netzwerks, Axel Wahlen, den stellvertretenden Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WFG) für den Kreis Heinsberg, Schulleiter Albert Zaunbrecher und natürlich auch die am Projekt beteiligten Schüler.

Technik verändert die Welt

„Wir wollen Euch für Technik begeistern“, sagte Randerath den Schülern. Wenn man heute nach Vorbildern oder Helden frage, würden meist Sänger, Schauspieler oder Autoren genannt. Am gravierendsten positiv verändert hätten die Welt aber die Wissenschaftler. Die Technik werde immer wichtiger im Leben. „Sie begleitet uns auf Schritt und Tritt.“ Und in ganz viel Technik stecke auch ein Stück Elteba. Er nannte als Beispiel den geöffneten Wasserhahn, die Kläranlage, die Getränkeverpackung, die Halbleitertechnik in LED oder die beheizbare Scheibe in hochwertigen Autos.

„Wir hauchen Maschinen Leben ein, denn wir versorgen sie mit Energie und sagen ihnen, was sie tun sollen“, beschrieb Randerath den Schülern die Kernkompetenz des Unternehmens. Ein bisschen sei das so wie bei der berühmten Fernsehsendung mit der Maus. „Fast jeden Tag erlebt man bei uns neue, faszinierende Technik.“ Damit dies auch so bleibe, brauche es Schüler, die sich für Technik begeistern ließen. Kurz: „Für unsere Zukunft brauchen wir Euch!“, warb er ganz offen um den auf Technik spezialisierten Nachwuchs für sein Unternehmen.

So habe ihn auch das Projekt sofort begeistert, das ihm Wahlen und Schmitz vorgestellt hätten. Und der Weg in die Heinsberger Realschule war auch nicht weit, hatte Elteba doch mit Zaunbrecher schon während seiner Zeit an der Oberbrucher Realschule über mehrere Jahre zusammengearbeitet. Der Zufall wollte es dann noch, dass die beiden Lehrer auf der Suche nach einem Roboter-Projekt waren. „,Real Robotik 2.0‘ war geboren“, so Randerath. Dabei vergaß er nicht, sich für die Unterstützung des Unternehmens Nicai Systems in Stolberg zu bedanken, aus dem der Bausatz für „NIBObee“ kommt, den die Schüler jetzt in einen funktionsfähigen Roboter verwandeln werden.

Vor dem Start ausgezeichnet

Schon vor dem Start gelte dieses Projekt als beispielhaft in der Landesinitiative „Zukunft durch Innovation, so Randerath.

Schmitz dankte Randerath für die Beteiligung am Projekt. Darüber hinaus habe das Unternehmen die finanzielle Unterstützung, die ihm für die Bereitstellung von Personal zur Verfügung stehe, in die Anschaffung von neuen Lötkolben für die Schüler zur Verfügung gestellt, betonte er.

„Ihr nehmt an etwas ganz Besonderem teil“, sagte Zaunbrecher seinen Schülern und lobte sie für die große Aufmerksamkeit, die im Raum während der ganzen Veranstaltung spürbar war. Besonders begrüßte er Rafael Filipe, heute Auszubildender bei Elteba und zugleich sein ehemaliger Schüler. Zusammen mit Christoph Barion von Elteba wird er Schüler und Lehrer jetzt bei ihrem Roboterprojekt in der Realschule vor Ort begleiten. „Elteba gibt da richtig Vollgas!“, versprach Barion den Schülern. „Unsere Technik ist uns eben ans Herz gewachsen.“ In der Expertenrunde, die Schmitz moderierte, sprach Frederick Looser für die Schüler: „Wir bekommen damit eine ganz andere Sicht“, sagte er. „Wir können nicht nur aus Büchern lernen, sondern müssen anfassen und lernen. So bleibt es besser im Kopf.“ Und sein Mitschüler Max Wellens ergänzte: „Wir wollen alle ein Endprodukt sehen, das etwas kann und wo wir dann stolz drauf sein können.“

Schon mit diesem ersten Projekt liege die Messlatte für weitere Projekte sehr hoch, erklärte Wahlen. Dennoch würde er sich sehr freuen, wenn sich wie Elteba auch weitere Unternehmen in Kreis Heinsberg öffnen würden, um Technik erlebbar zu machen und außerschulische Lernorte anzubieten.

Ein Mittagessen und ein Rundgang durch den Betrieb schlossen den ersten Besuch der Realschüler im Unternehmen ab. Die Abschlussveranstaltung mit dem fertigen Roboter ist für Juni dieses Jahres geplant.