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Kreisverband Heinsberg: Rasse-Kaninchenzüchter blicken auf 50 Jahre zurück

Kreisverband Heinsberg : Rasse-Kaninchenzüchter blicken auf 50 Jahre zurück

Der Kreisverband der Rasse-Kaninchenzüchter Heinsberg 1972 feiert sein 50-jähriges Bestehen. Ein Rückblick auf ereignisreiche Jahre.

Wenn das kein Grund zur Freude ist: Der Kreisverband der Rasse-Kaninchenzüchter Heinsberg 1972 ist nun 50 Jahre alt. Das wurde in Langbroich gefeiert. Zugleich war dies die Gelegenheit für einen Rückblick.

Die Rasse-Kaninchenzucht in der Region Heinsberg/Erkelenz geht auf den Anfang des 20. Jahrhunderts zurück. Über England, Frankreich und Holland erfolgte die Verbreitung nach Deutschland. Während die erste Kaninchenausstellung 1874 in Bremen stattgefunden haben soll, wurde der erste Kaninchenzuchtverein sechs Jahre später in Chemnitz gegründet. Wenige Jahre später entwickelte sich aber auch in unserer Region bereits ein „Zuchtwesen“. So ist aus der Chronik des R39 Oberbruch-Grebben überliefert, dass 1905 Johannes Mühlenmeister aus Schafhausen die ersten Rasse-Kaninchen von Erkelenz nach Heinsberg und Schafhausen brachte. 1907 schlossen sich dann die Züchter aus Schafhausen, Heinsberg, Dremmen und Grebben im Lokal Nobis in Grebben zum Verein R739 Grebben-Schafhausen und Umgebung zusammen.

Bereits drei Jahre zuvor wurde Anfang der 1900er Jahre mit insgesamt 14 Züchtern der R131 Erkelenz gegründet. Oberbruch und Erkelenz gelten als Wiege der Rasse-Kaninchenzucht im Kreisverbandsgebiet Heinsberg.

 Gratulation: Kreisvorsitzender Norbert Mertens (r.) im Kreise der ausgezeichneten Züchter der ersten Landesjungtierverbandsschau in Kreis Heinsberg.
Gratulation: Kreisvorsitzender Norbert Mertens (r.) im Kreise der ausgezeichneten Züchter der ersten Landesjungtierverbandsschau in Kreis Heinsberg. Foto: Heinz Eschweiler

In den Nachkriegsjahren erlebte die Kaninchenzucht wieder einen Boom, die Ausrichtung der 11. Landesverbands-Ausstellung Anfang 1962 in der Obstversteigerungshalle Heinsberg war ein glänzender Neustart. 1634 Kaninchen aus 80 Rassen und über 3000 Besucher sorgten für einen Massenandrang.

1971 folgte die kommunale Neugliederung. Aufgrund der Gebietsänderung musste auch der Landesverband Rheinischer Kaninchenzüchter seine Struktur neu ordnen. In Lindern wurde Mitte März 1972 beschlossen, dass es künftig im Kreis Heinsberg zwei Kreisverbände geben soll – die Rur galt als natürliche Grenze zwischen den beiden neuen Kreisverbänden Heinsberg-Ost (13 Vereine) und Heinsberg-West (11 Vereine). Beide Kreisverbände rückten dann Anfang der 80er Jahre zusammen, in Oberbruch fand 1981 die erste Kreistierschau statt. Die Kreisverbandsvorsitzenden Karl Schreiner, Alois Philippen und Willi Thoma prägten anfänglich das Verbandsgeschehen in Heinsberg-West – Edwin Stamm und Hans Mertens in Heinsberg-Ost.

Als Heinz Schaps neuer Kreisverbandsvorsitzender in Heinsberg-West wurde, trat der Kreis durch dessen Engagement der Jugendarbeit auch in den Fokus des Landesverbandsvorstandes. Es folgte das Landesjugendtreffen, Schaps wurde zudem in die Landesjugendabteilung gewählt. Die überregionale Jugendarbeit trug Früchte: Auch dank des ebenfalls aktiven Toni van de Winkel gab es im Jahre 1997 die 18. Landesverbands-Jugendschau in der Eisenbahnhalle in Schierwaldenrath mit stattlichen 750 Tieren. 1994 feierte der Kreisverband Heinsberg-Ost sein 75-jähriges Jubiläum. Züchter aus beiden Kreisverbänden waren in jenen Jahren bereits auf nationaler Ebene sehr erfolgreich und holten bis zum heutigen Zeitpunkt viele Deutsche Meistertitel in den Kreis Heinsberg. Im Jahre 2007 folgte nach den vorigen Annäherungsjahren die Fusion der beiden Kreisverbände zum Kreisverband der Rasse-Kaninchenzüchter Heinsberg 1972 in Kückhoven. Norbert Mertens aus Langbroich wurde erster Vorsitzender und ist bis heute im Amt.

Der Kreisverband Heinsberg feierte nun sein 50-jähriges Bestehen mit einem Festabend in der Bürgerhalle in Langbroich. Es gratulierten viele Ehrengäste, darunter auch Mitglieder des Landesverbandsvorstandes und Vertreter befreundeter Kreisverbände.