Heinsberg: Punktlandung für Gesamtschule in Oberbruch

Heinsberg: Punktlandung für Gesamtschule in Oberbruch

Puh, das war knapp. Die Erleichterung war Heinsbergs Bürgermeister Wolfgang Dieder und Schulamtsleiter Hermann Rademächers deutlich anzumerken. „Es war kribbelig bis zum Schluss“, nannte denn auch Manfred Ehmig gleich den Grund. „Was die Heinsberger angeht, haben wir eine Punktlandung hingelegt.“

Der Leiter der Willy-Brandt-Gesamtschule in Übach-Palenberg hatte im Auftrag der Bezirksregierung, unterstützt von Peter Ruske, dem didaktischen Leiter der Anita-Lichtenstein-Gesamtschule in Geilenkirchen, das Aufnahmeverfahren für die neue Gesamtschule in Heinsberg-Oberbruch geleitet.

Hereinspaziert: Bürgermeister Wolfgang Dieder, Manfred Ehmig, Schulsekretärin Andrea Heinrichs, Peter Ruske und Hermann Rademächers (von rechts) freuen sich schon jetzt auf die ersten Schüler der neuen Gesamtschule in Oberbruch. Fotos (2): Rainer Herwartz Foto: Rainer Herwartz

Erst im Laufe des Freitagvormittags, kurz vor dem ultimativen Ende der Anmeldefrist, erfolgte die alles entscheidende Anmeldung — die 100ste aus der Stadt selbst, denn genau die hatte die Bezirksregierung zur Genehmigung der Schule gefordert. Da spielte es schon fast keine Rolle mehr, dass zum neuen Schuljahr insgesamt 112 Mädchen und Jungen die neue Gesamtschule besuchen werden.

Kinder freuen sich riesig

„Man kann Heinsberg also wirklich gratulieren, dass die Stadt jetzt eine Schule für alle Kinder unter einem Dach etablieren kann“, sagte Ehmig. „Mich freut es besonders für die Eltern und Kinder, dass sie nun die Wunschschulform besuchen können. Ich habe mit vielen Kindern bei der Anmeldung gesprochen. Sie sind sehr aufgeregt, neugierig und freuen sich riesig auf ihre neue Schule.“ Ehmig ist sicher, dass nun auch die Bezirksregierung schnell einen Schulleiter ernennen werde, „der gemeinsam mit einem kleinen, engagierten Team in die Startphase eintreten und die Schule auch in Zukunft erfolgreich führen wird“.

Bislang habe sich die Bezirksregierung im Hinblick auf einen geeigneten Kandidaten allerdings noch nicht in die Karten schauen lassen, erklärte Rademächers. „Wir gehen davon aus, dass wir da Anfang, Mitte März mehr sagen können.“ Inklusive Schulleitung wird das Kollegium zunächst aus acht Lehrern und einem Sonderpädagogen bestehen. Wolf Krämer-Mandeau von der Projektgruppe Bildung und Region habe eine „Raumoptimierung“ vorgenommen mit dem Ergebnis, dass die Gesamtschule in den Räumen der Hauptschule an den Start gehe, erläuterte Rademächers weiter. „Später soll dann die Oberstufe im Realschulgebäude untergebracht werden.“ Sechs Räume sind zunächst für die neue Schule eingeplant.

„Ich bin fest davon überzeugt, dass dies jetzt die richtige Entscheidung war“, schob Ehmig nach. „Ich habe im letzten Jahr schon nicht verstanden, dass zunächst der Weg über die Sekundarschule gesucht wurde.“ Vom Erfolg der neuen Gesamtschule in Oberbruch ist er derart überzeugt, dass er glaubt, schon im nächsten Jahr müssten die ersten Bewerber abgewiesen werden.

Für Ehmig war es das erste Mal, dass er mit der Durchführung eines solchen Anmeldeverfahrens beauftragt wurde. „Was mir sehr positiv aufgefallen ist, war die Unterstützung der Verwaltung und der Schulen.“ Veröffentlichungen und zwei Informationsveranstaltungen hatten offenbar auch die Eltern recht gut auf die neue Schule vorbereitet. „Viele Leute kamen mit einer klaren Vorstellung von Gesamtschule hierher“, meinte Ruske, der auch schon beim Verfahren um die Sekundarschule mit an Bord war.

Am Ende resümierte ein hochzufriedener Bürgermeister: „Ich bin glücklich, dass die Gesamtschule zustande gekommen ist und der Schulstandort in Oberbruch damit stabilisiert wird. Das schulische Angebot in Heinsberg ist so im Interesse unserer Kinder erweitert worden. Ich bedanke mich bei allen Beteiligten für ihr Engagement, um diese Punktlandung zu erzielen.“

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