Hückelhoven-Ratheim/Erkelenz: Provokativ und archaisch: Arbeiten von Sophie Busch ausgestellt

Hückelhoven-Ratheim/Erkelenz: Provokativ und archaisch: Arbeiten von Sophie Busch ausgestellt

Die Erkelenzer Künstlerin Sophie Busch starb am 8. Januar. Die Ausstellung „Von Supernovae, Vollweibmonstern und Liebesgeschisse“ im Ratheimer Rathaus hatte sie noch selbst mit vorbereitet. Viele Freunde und Weggefährten waren gekommen, um zu sehen, was Busch sich für die Ausstellung ausgedacht hatte.

Im Eingangsbereich erinnerte eine Collage von Bildern und typischen Utensilien an die Künstlerin, die unter anderem in Aachen Kunst und Design studiert hatte. Zehn Jahre lang leitete sie auch in der Sommerakademie auf Hohenbusch den Kurs für Aktzeichnung. Unvergessen auch ihr „Hirsch im Busch von Hohenbusch“, den klassischen röhrenden Hirsch, eine Hommage an das Wohlfühl-Ambiente des Spießertums. Ihre Arbeiten waren oftmals provokativ oder sogar verwirrend, doch immer inspirierend.

Rede noch selbst verfasst

Im Rathaus wurde ein Zyklus von zehn großformatigen Acrylbildern gezeigt, die Busch mit den Händen und ohne Zuhilfenahme eines Pinsels gemalt hatte. Die Bilder orientierten sich an den Kinderreimen, die sie in der Kindheit geschaffen hatte, wenn mal ein Auto mit einem zweistelligen Kennzeichen gesichtet wurde. „Sechs, sechs, die Liebe wächst“ oder „Vier, vier, Er träumt von dir“ spiegelten die Sehnsucht und zugleich die Kreativität der Mädchen wider. Die Bilder dazu sind bunt, groß und vor allem archaisch. Sie wirken wie Kinderzeichnungen zu der Traumwelt des späteren Erwachsenseins.

Begrüßt wurden die Besucher von Buschs Schwester Elvira Tholen. Die Begrüßungsrede der Künstlerin, die sie noch selbst verfasst hatte, verlas ihr langjähriger Freund und Weggefährte Rüdiger von Scheven.

1955 wurde Sophie Busch in Waldfeucht geboren. Die Künstlerin, die ihre psychische Erkrankung kreativ verarbeitete, schuf auch Bühnenbilder. In Ratheim konnte man noch einmal sehen, was die Arbeiten der Künstlerin ausgezeichnet hat.

(hewi)
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