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Stolpersteine: Projekt verbindet Vergangenheit und Zukunft

Stolpersteine : Projekt verbindet Vergangenheit und Zukunft

Seit vielen Jahren erinnern auch im Kreis Heinsberg die sogenannten Stolpersteine an Opfer des NS-Regimes. Nun gibt es im Internet eine Übersicht dazu.

„Der Kreis Heinsberg bezieht schon seit vielen Jahren eine klare Position gegen politischen Extremismus jeglicher Art und engagiert sich aktiv gegen Diskriminierung, Ausgrenzung und Rassismus“, erklärt Landrat Stephan Pusch. Im Rahmen des Förderprogramms des Landes NRW „NRWeltoffen“ initiierte der Erkelenzer Wilfried Mercks das Projekt Stolpersteine.

In mehreren Kommunen des Kreises Heinsberg wird mit sogenannten „Stolpersteinen“ – das sind kleine Messingplatten mit den Namen der Betroffen – vor Wohnhäusern auf das Schicksal der Opfer des Nationalsozialismus aufmerksam gemacht. Dies waren neben jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern auch Sinti und Roma, politisch Verfolgte oder behinderte Menschen.

Landrat Stephan Pusch und Projektkoordinator Wilfried Mercks schalteten nun im Forum des Berufskollegs Erkelenz die Internetpräsentation der im Kreis Heinsberg verlegten Stolpersteine frei. Ab sofort lassen sich über das Serviceportal des Kreises Heinsberg Informationen zu den bislang 228 digital erfassten Stolpersteinen im Kreis Heinsberg abrufen (unter „Bildung & Integration“ und „NRWeltoffen“ auf https://service.kreis-heinsberg.de).

Das Dashboard wurde in Kooperation mit der Stabsstelle Digitalisierung und dem Amt für Schule, Kultur und Sport des Kreises Heinsberg erstellt. Es wird künftig unter der Adresse stolpersteine@kreis-heinsberg.de von der Projektkoordinatorin von „NRWeltoffen“ und der Stabsstelle Digitalisierung betreut.

Bei der Projektvorstellung ging Wilfried Mercks auf das Schicksal einzelner Personen ein und verdeutlichte, dass hinter jedem Stein ein Name und ein Mensch stehe. Die Erinnerungskultur werde somit von einer anonymen Masse auf einzelne Personen gelenkt. Wilfried Mercks dankte den Vereinen und Akteuren, die mit großem Engagement die Daten für die Recherche zusammengetragen hatten.

Das Portal soll eine Einladung an alle Bürgerinnen und Bürger sein, sich aktiv mit dem Thema zu beschäftigen. Es ist beabsichtigt, es um weitere Daten wie Fotos oder Lebensläufe sowie um Friedhöfe, Synagogen, die „Route gegen das Vergessen“ und Denkmäler zu erweitern.

Die Stolpersteine seien ein Bestandteil der Erinnerungsarbeit, und der Kreis Heinsberg werde somit Teil eines weltweiten Netzwerks von Stolpersteinen, dem größten dezentralen Denkmal der Welt, sagte Wilfried Mercks. Als ein Beitrag des Kreises Heinsberg im Rahmen des Festjahrs „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ verbinde dieses Projekt Vergangenheit und Zukunft.

Mercks´ besonderer Dank galt allen Beteiligten und insbesondere der Klezmer-Band „Sphil, Klezmer, sphil!“, einem christlich-jüdischem Ensemble aus Mönchengladbach, das die Eröffnung stimmungsvoll begleitete.

(red)