Projekt „Leihladen“ soll Ressourcen schonen und Geld sparen

Ressourcen schonen, Geld sparen : Vor „Leihladen“-Öffnung noch viele Fragen offen

Martin Henkel und Matthias Richter haben eine Vision. Sie wollen einen praktischen Beitrag leisten in der Klimadiskussion und gleichzeitig Menschen dazu bewegen, zu teilen. Ihre Vision hat derzeit den Arbeitstitel „Leihladen“ und stößt sowohl bei den Erkelenzern als auch in der Stadtverwaltung auf viel Gegenliebe.

Im Repaircafé am Johannismarkt trafen sich die ersten Interessenten, um gemeinsam zu überlegen, wie sie den Leihladen in die Tat umsetzen können. Die Idee ist ganz einfach, betont Henkel. „Fast jeder hat Geräte, die er selten bis nie braucht“, erläutert er. „Andere suchen vielleicht genau die Geräte und können sie sich nicht kaufen.“ Zumal eine Anschaffung nicht nur Geld kostet sondern auch Ressourcen verbraucht, vor allem, wenn das Gerät nach einmaliger Nutzung in den Tiefen der Abstellkammer oder in der Garage verschwindet. Hier greift die Idee des Leihladens. Denn weshalb soll man sich Dinge kaufen, die man sich auch leihen kann?

Gemeinsam mit Matthias Richter geht Henkel deshalb mit der Idee des Leihladens hausieren. Beim ersten Treffen waren zwölf Interessenten erschienen, die von der Idee überzeugt sind und mitmachen wollen. Schon mit dem Repaircafé, das im „Jack“ am Johannismarkt einmal im Monat zum gemeinsamen Reparieren von Gebrauchsgegenständen einlädt, hat Henkel gute Erfahrungen gemacht. „Der Bedarf ist ebenso wie das Bewusstsein vorhanden“, ist er sich sicher.

Davon ist auch der städtische Klimaschutzmanager Oliver Franz überzeugt, der beim ersten Treffen dabei war. „Durch das Leihen von Geräten kann man einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz leisten“, erklärte er und verwies auf das Beispiel anderer Städte, wo solche Initiativen bereits umgesetzt wurden.

Auch die Erkelenzer Politik ist auf das Thema aufmerksam geworden. Maria Sprenger von den Grünen und der Sozialdemokrat Ferdinand Kehren hatten ebenfalls den Weg ins „Jack“ gefunden, um an der Ideenfindung teilzunehmen. „Der Ansatz ist positiv und hat Potenzial“, erklärt Kehren.

Die erste Hürde ist der Standort. Denn einen Laden muss es geben, in dem man sich treffen kann. Entsprechende Gespräche mit der Stadt würden geführt, betont Henkel. So war zum Beispiel auch eine Nutzung des mittlerweile geschlossenen Lebenshilfe-Bistros „Inclusio“ an der Südpromenade im Gespräch. „Die Raumfrage ist noch nicht geklärt“, sagt Richter.

Doch auch andere Faktoren sind noch nicht geklärt. Muss ein Verein gegründet werden? Wird eine Gebühr erhoben? Wie steht es mit der Haftung für Schäden, die durch die ausgeliehenen Geräte entstehen könnten? Diese Fragen wollen die Interessenten in den kommenden Wochen klären und Nägel mit Köpfen machen.

Beim ersten Treffen wurden die Themen gesammelt und aufgeteilt. Bis zum nächsten Treffen am 6. Juni soll schon einiges davon abgearbeitet sein.

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