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Kettensäge nötig: Platanen an der Liecker Straße gefährden die Sicherheit

Kettensäge nötig : Platanen an der Liecker Straße gefährden die Sicherheit

Sie sind groß, ja imposant, die Platanen, die an der Liecker Straße in Heinsberg gegenüber dem Medizinischen Zentrum in den Himmel ragen. Doch leider gefährden sie mittlerweile Menschen und Gebäude.

Die Liecker Straße in Heinsberg ist eine der wichtigsten Verkehrsverbindungen in die Innenstadt. Hier sind zahlreiche Geschäfte, Gastronomie und das Medizinische Zentrum am Rande des Krankenhauses angesiedelt. Doch mittlerweile ist der Bereich zwischen der Liecker Straße 4 und 20 mit einem Handicap behaftet, das die Stadt bald beseitigen möchte. Sieben Bäume, die hier vor vielen Jahren gepflanzt wurden, sind nicht mehr standsicher und müssen daher dringend kurzfristig entfernt werden.

Erinnerungen werden wach an den Erweiterungsbau des städtischen Krankenhauses an der Stiftstraße. Auch damals waren die Bäume in der Stiftstraße als Risiko erkannt worden und fielen der Säge zum Opfer.

Es handele sich in der Liecker Straße um Platanen, sagt der Technische Beigeordnete Peter Sangermann. „Sie sind in der Zwischenzeit schon zurückgeschnitten worden, um die Angriffsfläche zu verkleinern, aber Gutachten belegen die mangelnde Standfestigkeit.“ Die Bäume hätten in den gemauerten Trögen, in denen sie stehen, nicht genug Haltewurzeln ausbilden können. Bei stürmischem Wetter könnte das gefährlich werden. Daher müssten sie eigentlich schon wieder beschnitten werden, doch das würden sie dann auch nicht überleben.

Nach der Fällung sollen hier fünf neue Großbäume gepflanzt werden. All das geschieht im Rahmen der Neugestaltung der Liecker Straße, deren Konzept jetzt im Bau- und Energieausschuss verabschiedet wurde. Ein großer Teil des Gehweges wurde bereits saniert.

Die Stadt Heinsberg plant nun auch, im Zuge der Entfernung der Bäume, den Bereich zwischen den Hausnummern 4 bis 20 neu zu gestalten. Dazu soll das Pflaster des Platzes erneuert werden. Die rund 650 Quadratmeter große Fläche soll das gleiche Pflaster wie die angrenzenden Bereiche erhalten. Unter den Baumbeeten sollen darüber hinaus jeweils Retentionsräume (Rigofill Füllkörperrigolen) geschaffen werden, die bei einem möglichen Starkregen im Innenstadtbereich Wasser aufnehmen können. Füllkörperrigolen sparen enorm an Platz und Erdaushub. Sie speichern 95 Prozent ihres Volumens an Wasser. So können unterirdische Speicherräume für Regenwasser äußerst effizient und kostensparend geschaffen werden.

Die Kosten der Neugestaltung der Platzflächen sowie der Baumpflanzung betragen insgesamt etwa 200.000 Euro. Die hierin enthaltenen Ausgaben für die Aufwertung des öffentlichen Raums durch Stadtbäume im Schwammstadt-Prinzip können zu 90 Prozent aus dem Sofortprogramm zur Stärkung der Innenstädte und Zentren NRW 2022 finanziert werden.