1. Lokales
  2. Heinsberg

Vor 75 Jahren in Hiroshima und Nagasaki: Pax Christi erinnert in Hückelhoven an Atombombenabwürfe

Vor 75 Jahren in Hiroshima und Nagasaki : Pax Christi erinnert in Hückelhoven an Atombombenabwürfe

Zum kurzen Gedenken an die Atombombenabwürfe vor 75 Jahren in Japan haben sich Vertreter der Pax-Christi-Gruppe Hückelhoven, Mitglieder des Arbeitskreises „Friedenspfahl“ sowie einige Gäste am Friedenspfahl in Hückelhoven getroffen.

Die Teilnehmer äußerten ihre Sorgen wegen eines erneut drohenden weltweiten Rüstungswettlaufs.

Mit einem Plakat am Friedenspfahl verdeutlichte Pax Christi die zerstörerische Gewalt der Atombomben, die zur Vernichtung der Bevölkerung von Hiroshima und Nagasaki eingesetzt wurden. In einer kurzen Ansprache an die Teilnehmer äußerte Hans-Jürgen Knubben, Sprecher der Pax-Christi-Gruppe, seine Einschätzung, dass das Thema der atomaren Bedrohung in der öffentlichen Wahrnehmung kaum noch stattfinde.

Allerdings erinnerte er daran, dass zwei Anträge der Linken beziehungsweise von Bündnis 90/Die Grünen im Juni im Bundestag diskutiert und dann an den Auswärtigen Ausschuss zur weiteren Beratung überwiesen wurden. Im ersten ging es darum, dass die Bundesregierung ihre EU-Präsidentschaft nutzt, um auf die USA einzuwirken, den New-Start-Vertrag – das letzte nukleare Kontrollabkommen, das im Februar 2021 ausläuft – zu erhalten. Der zweite Antrag fordert die Bundesregierung auf sich für ein atomwaffenfreies Deutschland einzusetzen, indem sie aus der nuklearen Teilhabe der Nato aussteigt und auf neue Kampfflugzeuge vom Typ F18 verzichtet, die für eine nukleare Bewaffnung einsetzbar sind.

Hans-Jürgen Knubben erinnerte an einen gemeinsamen Beschluss aus dem März 2010 von CDU/CSU, SPD, FDP, Bündnis 90/ Die Grünen, in dem es unter anderem heißt: „Der Deutsche Bundestag begrüßt die Absicht der Bundesregierung, sich im Bündnis und gegenüber den amerikanischen Verbündeten dafür einzusetzen, dass die in Deutschland verbliebenen US-Atomwaffen abgezogen werden.“ CDU/CSU, FDP und Teile der SPD fühlten sich diesem Beschluss allerdings nicht mehr verpflichtet, so Knubben bei der Gedenkveranstaltung am Hückelhovener Friedenspfahl.

Die Weltuntergangsuhr des Bulletin of Atomic Scientists stand 2010 auf 6 Minuten vor 12 Uhr, betonte Knubbnen. Zu Beginn 2020 wurde die Uhr auf 100 Sekunden vor 12 Uhr vorgerückt. „Ein trügerisches Zeichen, dass die gegenwärtige Situation gegenüber der Zeit des Kalten Krieges angesichts der zurzeit zahlreichen ,unsicheren Kantonisten’ in der politischen Verantwortung der Nuklearstaaten unübersichtlicher und gefährlicher geworden ist.“

(red)