Pastor Rombach feiert silbernes Jubiläum

Silberjubiläum von Pastor Werner Rombach : In Erkelenz die Erfüllung gefunden

„Erkelenz ist das Beste, was mir passieren konnte“, sagt Pastor Werner Rombach rückblickend. Er feiert in diesen Tagen sein 25-jähriges Priesterjubiläum. Vor zwölf Jahren übernahm er die Leitung der damaligen Gemeinde St. Lambertus von seinem Vorgänger Dieter Plewnia.

„Ich konnte ein wohlbestelltes Haus übernehmen“, sagt Rombach anerkennend. Bevor er nach Erkelenz kam, war der gebürtige Stolberger in Kempen im Einsatz. Dort hatte er auf der Suche nach einer neuen Sprache in der Gemeinde mit den Gottesdienstformen experimentiert, um den stetig sinkenden Besucherzahlen entgegenzuwirken.

In Erkelenz fand er die traditionellen Werte wie das lateinische Hochamt ebenso vor wie Jugendmessen und andere moderne Ansätze. Rombach nennt Erkelenz eine Gemeinde aus „Bewahrendem und Modernem“. Dies führe auch zu der Verbundenheit der Erkelenzer zu ihrer Gemeinde. Diese habe sich auch gezeigt, als es um den Erhalt des Kirchturms, den Marienleuchter oder ganz aktuell um die neue Orgel für St. Lambertus ging. Nicht ohne Anerkennung spricht er von „Bürgerstolz“ der Erkelenzer.

Sein Beruf sei sein Traumberuf, sagt Rombach. Schon als Messdiener wurde ihm klar, dass er Priester werden wollte. Dem stand allerdings der kleine Werner Rombach selbst im Wege. Der war lieber draußen in der freien Natur als in der Schule. Als ihm sein Pastor mit 14 Jahren erklärte, dass er das Abitur bräuchte, um Priester zu werden, platzte der Traum erst einmal. „Mir war klar, dass ich es selbst zersäbelt hatte“, sagt er heute.

Aber er gab nicht klein bei, beendete die Hauptschule zügig und lernte das Klavierspielen. Sein neues Berufsziel war Kirchenmusiker. Und das erreichte er auch, denn nach der Ausbildung in Aachen war er rund 16 Jahre lang als Kirchenmusiker im Bonner Raum tätig. Damals war er auch verlobt und hatte die feste Absicht, zu heiraten und eine Familie zu gründen.

„Doch dann erfuhr ich, dass man am Studienhaus St. Lambertus in Lantenhoven an der Aar auch ohne Abitur Theologie studieren konnte“, erinnert er sich. „Ab diesem Moment befand ich mich in einer Zwickmühle und musste mich entscheiden.“ Seine Verlobte akzeptierte schweren Herzens seine Entscheidung. Aus dem Studium in Lantenhoven wurde nichts, doch Rombach ging den Weg konsequent weiter und machte neben seiner Arbeit das Abitur. Anschließend begann er in Bonn sein Studium und wurde 1994 zum in Aachen zum Priester geweiht und begann als Kaplan in Düren.

Auch wenn Rombach sich bewusst gegen eine Familie und für den Zölibat entschieden hat, vertritt er die Auffassung, dass es die Entscheidung des Priesters sein sollte, ob er zölibatär leben wollte. Viele theologisch interessierte Menschen befänden sich in einer Zwickmühle, zumal die Familie als Korrektiv für den Priester wichtig sei. Auch die Weihe von Frauen ins Priesteramt müsse diskutiert werden, findet Rombach.

Er selbst habe sich bewusst entschieden und es nicht bereut. In seinem Jahrgang gab es noch zwei Weihetermine, bei seinem wurden sechs Priester geweiht. In den vergangenen Jahren seien es bei einem Termin pro Jahr gerade einmal zwei oder drei gewesen, Tendenz sinkend. „Hätte man mich vor fünf Jahren gefragt, ob ich noch einmal dieselbe Berufswahl treffen würde, hätte ich begeistert mit ja geantwortet“, sagt er. Heute fiele das „ja“ ein wenig zögerlicher aus.

Dabei sei Priester der schönste Beruf, den es gibt. „Man arbeitet mit Menschen und feiert jeden Tag Gottesdienst, was geistliche Impulse gibt“, sagt er. Doch auch die wissenschaftliche Beschäftigung mit dem Glauben sei ihm wichtig. Dass seine Gemeinde einmal so groß werden würde, hätte er sich nicht träumen lassen. An sich stehe er zu großen Gemeindeeinheiten kritisch gegenüber, da die verwaltende Arbeit oftmals gegenüber der Seelsorge überhandnehme.

Bei rund 24.000 Gemeindemitgliedern in der Innenstadt und den Außenorten bekomme er oft ein schlechtes Gewissen, wenn er höre, dass die Menschen sich den Pastor öfter vor Ort in der Kirche wünschten. Mit der Zusammenlegung von St. Lambertus und St. Maria und Elisabeth hatte er damals nicht gerechnet. Die Kirche sei in der heutigen Zeit mehr denn je ein Stück Heimat für die Menschen, die durch häufige Job- und Wohnortwechsel ständige Veränderung und Entwurzelung erlebten.

Im Verhältnis mit dem Bistum gehört Rombach durchaus zu den kritischen Geistern. Ihm fehle zuweilen der Austausch auf Augenhöhe, es mangele an Respekt, meint er. Nach neuen Plänen sollen die Geistlichen alle sechs Jahre turnusmäßig die Gemeinden wechseln. Dies hält Rombach für einen Fehler. „Ich habe rund acht Jahre gebraucht, bis ich mich wirklich in Erkelenz und innerhalb der Gemeinde auskannte“, sagt er. Durch die neue Regelung entstehe eine Kluft zwischen Kirche und Gemeinde. Er befürchte eine Gleichschaltung der Gemeinden durch zunehmende Reglementierung, sagt er. Ob er selbst in den Ruhestand gehe, wenn er am, 15. März 2022 sein 65. Lebensjahr erreicht, hänge davon ab, ob er in Erkelenz bleiben könne. Dann, so betonte der Geistliche, werde er gerne bis 70 Jahre weitermachen.

Am Sonntag, 24. Februar, 10 Uhr in St. Lambertus, feiert Rombach zusammen mit seinem Studienfreund Pastor Hannokarl Weishaupt und Dr. Gerd Dicke, dem Weihbischof seiner Priesterweihe, sowie dem damaligen Regens des Priesterseminars, Monsignore Helmut Poqué, die Heilige Messe in St. Lambertus. Zu der Feier werden auch Freunde und Wegbegleiter Rombachs nach Erkelenz kommen.

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