Parlamentarisches Patenschafts-Programm: Erkelenzer darf in die USA

Parlamentarisches Patenschafts-Programm : David Leon Müller aus Erkelenz darf in die USA

David Leon Müller darf im Rahmen des Parlamentarischen Patenschafts-Programms für ein Jahr in die USA. Der Schüler aus Erkelenz darf den Kreis Heinsberg in Amerika vertreten.

„Ich bin so aufgeregt!“ Das sagt David Leon Müller erst ganz am Schluss seines letzten Treffens mit dem CDU-Bundestagsabgeordneten Wilfried Oellers in dessen Wahlkreisbüro, nach dem er jetzt für ein Jahr in die USA reist. Der Schüler aus Erkelenz-Tenholt wird im kommenden Schuljahr den Kreis Heinsberg im Rahmen des Parlamentarischen Patenschafts-Programms (PPP) von US-Kongress und Deutschem Bundestag in den USA vertreten, dort eine High School besuchen und in einer amerikanischen Familie leben.

Seine Lehrerin im Fach Sozialwissenschaften an der Realschule in Erkelenz habe ihm den Prospekt zum Programm gegeben, erinnert sich der 17-Jährige, der inzwischen das Berufskolleg für Wirtschaft und Verwaltung in Erkelenz besucht. „Da hab´ ich mir gedacht, ich versuch es mal“, erzählte er ganz souverän und dabei gar nicht aufgeregt wirkend im Rahmen eines Pressegesprächs, zu dem der Abgeordnete ihn und auch seine Mutter Rachel Mevissen eingeladen hatte. Vor der ersten Auswahlrunde, die für ihn in Düren stattfand, habe er gelernt und sich auch selbst motiviert, berichtete er, sich mit deutscher und amerikanischer Kultur beschäftigt, sein Allgemeinwissen weiter verbessert „und versucht, einen guten Notendurchschnitt zu bekommen“, schmunzelte er sogar. Drei Bewerber blieben aus dieser Vorrunde übrig, aus denen Oellers dann den Stipendiaten für das nächste Schuljahr aussuchen musste.

Und das sei ihm wirklich nicht leicht gefallen, räumte Oellers ein. „Alle Bewerber hatten die Voraussetzungen erfüllt, aber es kann ja nur einer gehen.“ Letztlich entschied er sich für David Leon Müller. „Ich bin sicher, dass er unsere Jugend in Amerika gut repräsentieren wird, und ich hoffe, dass er viel lernt, nicht nur die Sprache, sondern vor allem auch über das amerikanische Leben an der Basis.“

Dass er sich da wenig Sorgen machen muss, wurde schnell klar, als der junge Erkelenzer von seiner Gastfamilie berichtete, die er schon kennt und die in Mayer lebt, eine Stunde von Minneapolis im US-Bundesstaat Minnesota entfernt. Hess heiße die Familie, erzählt er. Dort werde er zwei Gastbrüder haben, 16 und 18 Jahre alt, und Haustiere, all das, was er sich als Einzelkind schon immer gewünscht habe, strahlte er. Zusammen mit seinem jüngeren Gastbruder werde er die Watertown-Mayer High School besuchen. „Super nette Leute“, sagt er über seine Familie fürs nächste Jahr, die von zahlreichen Gesprächen via Skype im Internet schon sehr gut zu kennen scheint. Die Sprache ist dabei für ihn überhaupt kein Problem, ist Englisch doch auch in seiner Familie immer präsent, da seine Mutter aus Kenia stammt.

Und auch über die neue Schule hat er sich schon gut informiert. Besonders die Sportkurse interessieren ihn, Football etwa oder Basketball, ein Hobby, das ihn sogar mit Wilfried Oellers verbindet. Dieser gab im Gespräch freimütig zu, dass er auch selbst gerne einmal in die USA gereist wäre, um Dirk Nowitzki noch bei einem Spiel in der National Basketball Association (NBA) spielen zu sehen.

Wie er sein Stipendium in seiner Biographie weiter nutzen will, weiß David Leon Müller auch schon. Neben Sport will er sich auch während seines USA-Aufenthalts auf Fächer wie Geschichte und Politik konzentrierten, nach seiner Rückkehr noch das letzte Jahr des Berufskollegs absolvieren. „Und dann vielleicht auch in die Politik gehen“, sagte er. Einen Grundstock dafür hat er schon gelegt, war er doch schon Klassensprecher, Schülersprecher oder auch Jugendsprecher der Erkelenzer Feuerwehr und gehörte zu den Preisträgern von „Jugend debattiert“.

Seinen Auslandsaufenthalt sieht er da durchaus als weiteres, großes Sprungbrett. „Diese Möglichkeit erhält ja noch lang nicht jeder“, erklärte er stolz. Etwas traurig ist dagegen seine Mutter, die für das Jahr alleine in Tenholt zurückbleibt. „Aber es geht doch hier um seine Zukunft“, räumte sie sogleich ein, dass auch sie sich natürlich sehr über die neuen Möglichkeiten freut, die ihr Sohn jetzt durch dieses Stipendium erhält.

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