Wassenberg-Orsbeck: Orsbecker Turmmuseum hat drei neue historische Info-Tafeln

Wassenberg-Orsbeck : Orsbecker Turmmuseum hat drei neue historische Info-Tafeln

Ein erstes Schild, das in Orsbeck seit Juli an der Pfarrkirche St. Martinus ausführlich über die Geschichte des alten Gotteshauses informiert, kommt in der Bevölkerung und bei Besuchern des Ortes gut an. Daher haben die Mitarbeiter des Orsbecker Turmmuseums ihr Engagement jetzt noch ausgeweitet.

Drei weitere Schilder informieren ab sofort über weitere Gebäude: das ehemalige Brandspritzenhaus der Feuerwehr, die alte Volksschule und die früheren Bachläufe im Ortskern.

Die von den ehrenamtlichen Mitarbeitern des Orsbecker Turmmuseums in einheitlichem Design gestalteten Tafeln enthalten zunächst einen Titel in dicken weißen Buchstaben, der in seinem orangefarbenen Block oben auf der Tafel sofort das Interesse des Betrachters weckt. Gleich darunter findet der interessierte Leser Texte und Fotos, die ausführlich informieren, auch über Dinge, die heute so gar nicht mehr zum alltäglichen Leben gehören.

So war zum Beispiel früher „Das alte Brandspritzenhaus“, so der Titel des ersten neuen Schildes, mit einem Nachtwächterlokal verbunden, „in dem sich ab Einbruch der Dämmerung der Orsbecker Nachtwächter aufhielt“, heißt es da. „In regelmäßigen Abständen versah dieser von hier aus die Kontrollgänge durch das Dorf.“ Das Schild hängt jetzt an der Mauer zum Pfarrhaus, ziemlich genau da, wo 1863 oder 1864 mit dem Bau des Brandspritzenhauses begonnen wurde.

Sogar den alten Bauplan haben die Museumsfreunde auf der Tafel abgebildet. 1949 zog die Feuerwehr in einen Anbau der damaligen Volksschule um, 1968 in einen Neubau gegenüber der Schule. Dass es den ersten Nachweis für einen geregelten Brandschutz schon für das Jahr 1849 gibt, haben die Dorfhistoriker der damaligen Wassenberger Bürgermeisterchronik entnommen. Darin ist die Anschaffung einer „Feuerspritze“ zum Preis von 246 Thalern, 15 Silbergroschen und vier Pfennigen vermerkt.

Die Mitarbeiter des Turmmuseums freuen sich sehr, dass der Förderverein der Löschgruppe Orsbeck die Kosten für die Anschaffung des Schildes übernommen hat. Gleiches tat der Förderverein der Martinusschule für das Schild „Volksschule Orsbeck“, das am alten Gebäudeteil der Grundschule seinen Platz hat. Darauf erfährt der Leser, dass sich die Orsbecker Schule bereits seit Mitte des 19. Jahrhunderts am selben Platz befindet.

Zunächst war sie eine Volksschule mit acht Schuljahren, heute ist es die Grundschule des Ortes. Die frühesten Spuren von Schulunterricht datiert das Schild schon auf die Zeit um 1620. In Wassenberg sei eine Schule sogar schon für das 13. Jahrhundert nachgewiesen, heißt es. Schließlich zitiert das Schild, das auch zwei alte Klassenfotos zeigt, den Bericht einer herzoglichen Schulvisitation von 1794. Dieser berichtet über einen Schulmeister und Küster „von mittelmäßigen Fähigkeiten und gutem Betragen.“

Für die Realisierung der dritten Tafel, bei der es um „Die Bäche im Ortskern“ geht, kam die finanzielle Unterstützung vom Wassenberger Heimatverein. Es hängt auf dem Parkplatz, wo die Straßen An St. Martinus, Am Klingelbach und die Luchtenberger Straße aufeinandertreffen. Hier floss früher der Klingelbach, und eine Brücke ermöglichte es den Dorfbewohnern, trockenen Fußes zur Kirche und zur Schule zu gelangen.

Auf einer Flurkarte von 1826 ist sogar noch ein Weiher zu sehen — und einer mündlichen Überlieferung zufolge soll der Klingelbach vor seiner Mündung in den Baalbach sogar eine Ölmühle angetrieben haben.

Schließlich erfährt der Betrachter hier auch die Bedeutung des Namens Orsbeck. So gehen die Geschichtsforscher des Ortes davon aus, dass der erste Teil „Ors“ seinen Ursprung im altfränkischen „hros“ für Pferd hat und „beck von „Beek“ wie Bach stammt. „Eine Nutzung dieser Stelle als Posten oder Station mit Pferdetränke ist aller Wahrscheinlichkeit nach der Namensgeber“, heißt es dort.

Weitere Schilder sollen folgen, wie Christoph Steffens als Leiter der Museumsgruppe verriet, und künftig zu einem Rundgang durch Orsbeck und Luchtenberg einladen. So plant er schon ein Schild, dass am Rurweg in Luchtenberg daran erinnern soll, dass die Franzosen im Jahr 1794 hier die Rur überquert haben. Ebenso soll in Luchtenberg ein Schild für die alte Schmiede aufgestellt werden.