Heinsberg: Orgel saniert und zum Erklingen gebracht

Heinsberg: Orgel saniert und zum Erklingen gebracht

Belege für ein intaktes und intensives Gemeindeleben rund um die evangelische Heinsberger Christuskirche gibt es zuhauf: Dazu gehören nicht nur das erst kürzlich komplett sanierte Gotteshaus selbst, sondern auch die vielen kirchlichen und auch weltlichen Aktivitäten darin.

Ein Wunsch der Gemeinde war bei all dem bisher jedoch noch unerfüllt geblieben: die Sanierung der Orgel auf der Empore über dem Haupteingang der Kirche. 12 000 Euro Spenden machten sie jedoch möglich, und so konnte Kreiskantor Stefan Iseke sie jetzt im Rahmen eines Orgelkonzerts jetzt offiziell wieder in Dienst nehmen. Dazu war die Bestuhlung der Kirche einfach um 180 Grad gedreht worden, sodass die Konzertbesucher mit dem Altar im Rücken während des ganzen Konzerts die Orgel im Blick halten konnten.

Vor dem ersten Ton begrüßte Pfarrer Sebastian Walde die Besucher im Gotteshaus und sprach allen Spendern seinen herzlichen Dank aus. Zugleich feiere die Orgel in diesem Jahr ihren 30. Geburtstag, so Walde weiter bei einem Blick in die Geschichte. 33 Jahre habe nur ein einfaches Harmonium in der Kirche gestanden, aber sein Vorgänger Pfarrer Paul Artur Fuchs sei ein guter Sparer gewesen. Er habe sogar den Motor an seinem Auto ausgestellt, wenn er die Linderner Straße hinuntergefahren sei, wusste Walde zu berichten.

Und dann habe die Christuskirche halt auch eine Königin der Instrumente erhalten, wie der Pfarrer im Programm des Konzerts schrieb. „Die Orgel der Christuskirche ist sicherlich keine große Königin, aber für unsere Gemeinde bedeutend“, hieß es dort. Am 27. April 1986 sei sie erstmals feierlich in Gebrauch genommen worden. Die Sanierungsarbeiten waren nötig geworden, weil der Schleifladen beschädigt war, der Motor ersetzt werden musste und die Luftfeuchtigkeit im Instrument neu geregelt werden musste.

Unter dem Titel „Europäische Orgelmusik“ zeigte Iseke den Gästen dann, was in diesem für eine Kirchenorgel eher kleine Instrument so alles drin steckt. „Ich werde Ihnen alle 15 Register zu Gehör bringen“, versprach er. Sein erstes Stück stammte mit dem Processional March von John Warriner (1860-1938) aus England.

Weiter ging es nach Irland mit dem Traditional The Minstrel Boy in einer Orgelbearbeitung von Edwin H. Lemare. Nach einem Sprung nach Tschechien mit der Pastorella in C-Dur von František Xaver Brixi (1732-1771) ging es nach Frankreich mit dem Recit de Tierce von Francois Couperin (1668-1733) und nach Italien mit der Toccata in C von Michelangelo Rossi (1601/02-1656).

Nicht minder gefiel dem Publikum ein Stück aus Schweden: Gammal Fäbospsalm från Dalarna von Oskar Lindberg (1887-1955). Über Belgien, mit der Fanfare von Nicolas Jacques Lemmens (1823-1881), kam Iseke dann nach Deutschland mit dem Andante in D-dur von Felix Mendelssohn Bartholdy (1809-1847). Dann ging es über Norwegen mit Anitras Tanz von Edvard Grieg (1843-1907) nach Ungarn zum Stück Mozart Changes vom 1946 geborenen Komponisten Zsolt Gárdonyi.

Erst nach einer Zugabe gab sich das begeisterte Publikum zufrieden und blieb auch noch zu Kuchen und Kaffee in der Kirche.