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„Jukebox & Target“: Objekte enthüllen ihr vielfältiges Seherlebnis beim Kunstverein

„Jukebox & Target“ : Objekte enthüllen ihr vielfältiges Seherlebnis beim Kunstverein

Beim Kunstverein Region Heinsberg in Unterbruch stehen am kommenden Sonntag, 23. September, eine Ausstellungseröffnung und das traditionelle Sommerfest auf dem Terminkalender. In der Ausstellung „Jukebox & Target“ werden Objekte von Jürgen Paas gezeigt.

Jürgen Paas, 1958 in Krefeld geboren, studierte von 1981 bis 1987 an der Hochschule Essen bei László Lakner, Rudolf Vombek, Friedrich Gräsel und Franz Rudolf Knubel sowie von 1991 bis 1992 an der École Nationale Supérieure des Beaux-Arts in Paris bei Jan Voss. Von 1995 bis 2002 lehrte er Bildnerische Experimente an der Hochschule Essen.

Im Jahr 2001 erhielt er einen Lehrauftrag für Malerei am Institut für Kunst und ihre Didaktik an der Universität Dortmund. In den Jahren 2002 und 2003 hatte er eine Professur für Malerei am Institut für Kunst und Kunsttheorie an der Universität zu Köln inne. Paas ist Mitglied im Westdeutschen Künstlerbund und im Deutschen Künstlerbund. Er lebt und arbeitet in Essen

„Jürgen Paas untersucht in seinem künstlerischen Werk die Funktion von Malerei, von Gedächtnis und von Komplexität. Dabei geht er immer ganz konkret vom Objekt des Bildes aus, das er — fast wie im Museum — untersucht, lagert, deponiert, archiviert und immer in Bezug auf die vorgefundenen Räume präsentiert.

Jürgen Paas distanziert sich in seinem Werk vom singulärem Bild und arbeitet in Reihen, Verdichtungen, Ensemblen, Installationen oder thematisiert diese Vielgestaltigkeit in der Offenheit der einzelnen Bildkompositionen.“ So zitierte der Kunstverein Region Heinsberg in seiner Ausstellungsankündigung Dr. Gabriele Uelsberg vom Rheinischen Landesmuseum Bonn.

Kreis und Quadrat

In der Ausstellung „Jukebox & Target“ sind laut Kunstverein die installierten Wand- und Bodenobjekte auf eine elementare Formensprache von Kreis und Quadrat reduziert. ­Einerseits zusammengesetzt aus spiralförmig aufgewickelten Farbbändern, andererseits in senkrechten Streifen addiert, enthüllen sie erst im Umschreiten oder Vorbeigehen ihr vielfältiges Seherlebnis. Unterschiedlich gereihte Farbstreifen lassen den Betrachter im Vergleich der Einzelobjekte untereinander Erkenntnisse gewinnen, die von der Auswahl der Farben und deren Interaktion zueinander ausgehen.

Optische Farbmischungen und scheinbare Rotationen der Objekte erinnern an kinetische Kunst, gehen aber in der Zuordnung verschiedener übereinander gelagerter Formen in den Wandinstallationen von Jürgen Paas weit darüber hinaus. Die Komplexität dieser Installationen bezieht sich auf die gesamte Wahrnehmung des bespielten Raumes und beeinflusst das Seherlebnis durch ihre Konstellation zueinander und den jeweiligen Blickwinkel, den der Betrachter im Vorüberschreiten einnimmt.

Im Abstand von der Wand angebracht und bei entsprechendem Lichteinfall heben sich die Objekte fast schwebend vom Grund ab und unterstützen damit die ­imaginäre Rotation. In den Objekten der senkrecht und in leichtem Abstand addierten Streifen reflektiert die vorangegangene Farbe die folgende und beeinflusst die Qualität und Intensität des Farbereignisses.

Der Kunstverein Region Heinsberg lädt zu Ausstellungseröffnung und Sommerfest am Sonntag, 23. September, um 11.30 Uhr ein. Die Einführung in die Ausstellung nimmt Gérard A. Goodrow vor. Der KünstlerJürgen Paas ist anwesend. Es erscheint eine Edition. Die Öffnungszeiten der bis zum 14. Oktober laufenden Ausstellung sind Sonntag von 11 bis 17 Uhr und samstags von 15 bis 18 Uhr sowie nach Vereinbarung.

Der Kunstverein Region Heinsberg, der seinen Sitz in Unterbruch (Horster Hof 1) hat, ist erreichbar entweder telefonisch unter 02452/65598 oder aber per E-Mail an kunstverein@gmx.net.