Waldfeucht-Haaren: Nur drei Schläge bis zum Ruf: „O‘zapft is“

Waldfeucht-Haaren: Nur drei Schläge bis zum Ruf: „O‘zapft is“

Das Wetter wusste beim 53. Haarener Oktoberfest nicht so recht, was es wollte — aber die Oktoberfestfreunde wussten es schon. Sie wollten Party machen! Und so wurde das Haarener Oktoberfest erneut ein Volksfest, das in der Region und in NRW seinesgleichen sucht.

War der Freitagabend wettermäßig noch gut, so richtete sich manch banger Blick am Samstag und Sonntag zu den schwarzen Wolken am Himmel. Am Sonntagvormittag goss es dann in Strömen. Als kurze Zeit später allerdings die Sonne durch die Wolkendecke blitzte, schien dies ein Startkommando für viele zu sein. Plötzlich rollten jede Menge Autos an. Das Mama- oder Opa-Taxi war sehr gefragt, und auch aus Haaren selbst strömten die Besucher zum Volksfestareal an der Haarener Windmühle.

Einen guten Grund zum Feiern hatten die Oldies der heimischen Concordia: Sie hatten am Freitagnachmittag 3:1 gegen die Haarener DJK aus dem Aachener Land gespielt. Im XXL-Festzelt stießen die Sportler gemeinsam auf das Spiel an.

Aus nah und fern kamen fesche „Kerls“ ins Lederhosen sowie schicke „Madels“ in Dirndl-Kleidern. Mehr als 90 Prozent der Besucher trugen eine bayerische Tracht und sorgten so für echte Wiesn-Stimmung im XXL-Zelt.

Dank an die Anwohner

Festkomitee-Vorsitzender Dr. Gotthard Kirchner begrüßte im Namen der gastgebenden Vereine, zu denen der Musikverein Haaren, der KV Kluser Pappmule und der Trommler- und Pfeiferkorps gehören, zahlreiche Ehrengäste aus Wirtschaft, Sport und Politik mit Landrat Stephan Pusch und Landtagsabgeordneten Bernd Krückel an der Spitze. Ein besonderer Dank galt den Anwohnern, die am Rande des Festes oft einiges ertragen müssen, denn so mancher Besucher vergisst nach dem Genuss von reichlich Gerstensaft schon mal seine gute Kinderstube.

Mit der Zahl der Oktoberfeste steigt anscheinend auch die Geschicklichkeit von Waldfeuchts Bürgermeister Heinz-Josef Schrammen. Dafür musste Schrammen in den vergangenen Jahren ziemlich feuchtes Lehrgeld zahlen. Mehr als einmal traf sein Schlag den Zapfhahn nicht richtig, so dass nicht nur die Bürgermeisterjacke ganz schön nass wurde.

Diesmal schritt er selbstbewusst zur Tat und nach drei gezielten Schlägen verkündete Schrammen voller Stolz: „O‘ zapft is!“ Fortan floss das schäumende Bier in Strömen in die Haarener Maßkrüge, die Blechblos‘n aus München — mittlerweile nicht nur die Hauskapelle des FC Bayern München — spielte auf und die Party konnte beginnen.

Kulinarisch lockte im XXL-Festzelt die XXL-Pfanne mit warmen Speisen und knusprige Hähnchen und Brezeln gab es auch. Auf dem Areal der Windmühle war ebenfalls viel los. Da gab es die Achterbahn „Wilde Maus“, das Break-Dance-Karussell, Projekt 1, die klassische Raupenbahn, die Gourmet-Meile und dazu den Biergarten mit eigenem Partycenter. Große und kleine Besucher hatten besonders beim Familienfest Spaß am Sonntag.

Im Festzelt sorgte derweil zuerst die Band Wülfershäuser und später wieder Blechblos‘n für bayerische Gaudi. Die Stimmung war riesig. Haaren hätte an diesen drei Tagen auch ein Ortsteil von München sein können.