1. Lokales
  2. Heinsberg

Corona im Kreis Heinsberg: Noch kein Standort für das Impfzentrum gefunden

Corona im Kreis Heinsberg : Noch kein Standort für das Impfzentrum gefunden

Die Vorbereitungen für ein Corona-Impfzentrum im Kreis Heinsberg laufen. Bis zum 15. Dezember soll alles stehen. Dann muss der Kreis ein passendes Gebäude bereitstellen. Zunächst werden besonders gefährdete Gruppen per Hausbesuch geimpft.

Die Aussicht auf einen Corona-Impfstoff ist derzeit vielleicht so etwas wie ein Licht am Ende des Tunnels. Um die gesamte Bevölkerung oder zumindest einen großen Teil davon impfen zu können, plant das Land NRW, 53 Impfzentren einzurichten. In jedem Kreis beziehungsweise jeder kreisfreien Stadt soll zumindest ein Impfzentrum entstehen, so das Land.

Wo das Impfzentrum im Kreis Heinsberg eingerichtet werden soll, ist bislang noch nicht klar, sagte Jennifer Grünter, Pressesprecherin des Kreises Heinsberg. Man habe sich jedoch schon einige Gebäude angeschaut und führe auch schon Gespräche mit den Eigentümern, sagte Grünter. Der Kreis Heinsberg sei gefordert, das Impfzentrum bis zum 15. Dezember einzurichten. „Das wird uns gelingen“, sagte Grünter. Am Donnerstag stehe das Impfzentrum wieder auf der Agenda des Krisenstabes.

Der Kreis suche einen Standort, der ausreichend groß ist, denn es sei davon auszugehen, dass eine große Zahl von Patienten zu erwarten sei, insbesondere auch, weil jeder zweimal geimpft werden müsse. Hinzu kommen dann noch Ärzte und anderes medizinisches Personal. Deswegen benötige man auch relativ viele Parkplätze, und zudem spiele die Erreichbarkeit des Gebäudes eine Rolle.

Die Infrastruktur

Der Kreis Heinsberg ist beim Thema Impfzentrum für die Infrastruktur zuständig. Also für Räume, Parken, Anfahrt, etc. Außerdem unterstütze man beim nicht-medizinischen Personal. Dabei sieht Grünter keine Probleme.

Kritisch sei eher die Frage, wie schnell der Impfstoff in ausreichend großer Menge beschafft werden kann. Und ob es genügend Ärzte gibt, die den Impfstoff verabreichen können. Das medizinische Personal werde von der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) gestellt. 

Die KV Nordrhein sprach zuletzt von einer bevorstehenden „Mammutaufgabe“. Insbesondere in der ersten Phase der Impfungen sei davon auszugehen, dass Mediziner und medizinische Fachangestellte für die Besetzung der Impfzentren und für mobile Impfteams benötigt würden. Mehr als 1000 Menschen hätten sich bereits in Freiwilligenregister eingetragen, darunter 552 Ärzte, 136 Medizinische Fachangestellte und 131 Gesundheits- und Krankenpfleger.

Hohe Anforderungen

Die Bundesregierung wiederum ist für die Beschaffung und Auslieferung des Impfstoffes an die Bundesländer verantwortlich. Die Organisation der Impfungen und die Beschaffung von Spritzen und Kanülen liegen in der Verantwortung der jeweiligen Länder.

Da der Impfstoff von Pfizer und Biontech beispielsweise schon bei der Lagerung hohe Anforderungen stellt, soll es mehrere Logistikstandorte geben, von denen aus der Impfstoff verteilt wird. Der Impfstoff von Pfizer und Biontech muss auf minus 70 Grad Celsius heruntergekühlt und vor dem Spritzen aufbereitet werden.

Grünter betonte, dass mit Einrichten des Impfzentrums am 15. Dezember nicht umgehend die gesamte Bevölkerung geimpft werden könne. Erst einmal gehe es um vulnerable Gruppen, zu denen voraussichtlich Pflegebedürftige gehören. Sie würden jedoch nicht im Impfzentrum, sondern von mobilen Einheiten geimpft.

Derweil geht NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann davon aus, dass der zunächst verfügbare Impfstoff „mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit“ bei solchen Hausbesuchen verabreicht werden muss, und zwar ausgehend von den Impfzentren. In NRW müssten rund 800.000 Pflegebedürftige geimpft werden.