"Nicht wegen mir, wegen der Kirche sind Sie hier!"

Hoher Besuch : Bischof Dieser predigt zum ersten Mal im Birgelener Pützchen

„Wirklich schön hier!“ Aachens Bischof Dr. Helmut Dieser zeigte sich sehr beeindruckt, als er am Sonntagnachmittag nach seinem ersten Besuch im Birgelener Pützchen das Gespräch suchte mit den Organisatoren des Pützchenssonntags, mit den Schützen und den Musikern, aber auch mit den Besuchern der Andacht mitten im Wald gleich neben dem kleinen, mit blau-weißen Fahnen geschmückten Kapellchen.

Am ersten Maisonntag kämen viele Gläubige in den Wald, um bei Maria zu sein, dieses Mal aber auch, weil der Bischof gekommen sei, begrüßte ihn Pfarrer Thomas Wieners unter dem Applaus aller Anwesenden. „Nicht wegen mir, sondern wegen der Kirche sind Sie gekommen“, erklärte der Bischof sogleich und wies damit auf das Leitmotiv des Pützchenssonntags hin: „Maria, Mutter der Kirche“. Er sei gerne gekommen, fuhr er fort. „Wir sind gemeinsam hier, weil wir neu suchen, wie wir Kirche heute sein können.“

In seiner Predigt ging er zunächst noch einmal auf die „alte Legende“ mit der Quelle und ihrem heilenden Wasser ein. Weil es um das Jahr 1700 einem Adligen geholfen habe, sei dieser zurückgekehrt und habe hier in einem Holzkasten ein Bild Mariens an einem Baum befestigt.

„In der Not rufen wir zu Maria. Wir bitten gerade sie, weil sie eine Mutter ist“, betonte Dieser, so wie auch jedes Kind dies heute tue. „An ihr ist alles echt“, betonte er, aber sie sei eine besondere Mutter, weil sie als Mutter des Herrn Teil habe an allem, was Jesus gewirkt habe. „Sie ist Mutter des Herrn und zugleich unsere Mutter.“ Sie helfe den Menschen, zu Jesus zu finden, und sie helfe als Mutter in besonderer Gefahr und Bedrängnis. Sie beschütze und gerate damit selbst mit „in die Gefahrenzone“. Hier verwies Dieser auf die Darstellung von Maria im Pützchen als „schmerzhafte Mutter“ mit sieben Schwertern in der Brust. Schmerzen, die Kirche derzeit erleide, seien die Missbrauchsverbrechen, die viele im Umfeld der Täter nicht als Verbrechen erkannt hätten, betonte er, oder auch Verfolgung, wie sie sich gerade an Ostern in Sri Lanka gezeigt habe.

Mit einem persönlichen Rat beendete Dieser seine Predigt: Wer schwankend sei im Glauben, Sorgen und Kummer habe, in Angst und Depression lebe, der solle zu Maria gehen. „Wer immer sich ihr zuwendet in kindlichem Vertrauen, der findet ein Herz, das für ihn schlägt.“

Auch für die Predigt gab’s Applaus. „Sehr berührend, das hat auch mir selbst Mut gemacht“, befand Wieners in seinen Dankesworten dafür. Mit dem Allerheiligsten, das aus dem Pützchen geholt wurde, spendete der Bischof den Gläubigen den Segen, bevor die Andacht mit Dankesworten der GdG-Ratsvorsitzenden Gitta Heckers zu Ende ging.

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