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Neugestaltung im Oberbrucher Freibad: Sprungturm oder Wasserfall?

Oberbrucher Freibadgelände : Wird der Sprungturm zum Wasserfall?

Schwer zu sagen, was der Grund dafür war, dass bei der Zwischenpräsentation der Planungen zur Neugestaltung des Oberbrucher Freibadgeländes und der angrenzenden Flächen deutlich weniger Oberbrucher den Weg in die Aula der Gesamtschule gefunden hatten als noch im Februar.

Damals waren sie von der Stadt Heinsberg animiert worden, sich in einer Workshop-Veranstaltung mit Ideen, Wünschen und Bedenken in das Projekt einzubringen.

Nur etwa die Hälfte wollte nun auch wissen, wie ihre Anregungen umgesetzt wurden. Das ergab eine kurze Nachfrage von Christina Drenker von der Firma ISR, die wieder die Moderation des Abends übernommen hatte. Erfreulicherweise kamen allerdings auch viele neue Teilnehmer zur jetzigen Fortsetzung des Workshops.

Die Reihen waren deutlich lichter als bei der ersten Workshop-Veranstaltung im Februar, als Architekten und Planer die Oberbrucher  dazu animiert hatten, ihre Vorstellungen zur Neugestaltung des Geländes um das alte Freibad kundzutun. Foto: Rainer Herwartz

Die Planungsteams von Greenbox Landschaftsarchitekten aus Köln, von Förder Landschaftsarchitekten aus Essen in Kooperation mit Reicher Haase aus Aachen und die Hermanns Landschaftsarchitektur/Umweltplanung aus Schwalmtal in Kooperation mit Rheinflügel Severin aus Düsseldorf hatten sich in den letzten Wochen bemüht, die Vielzahl von Anregungen der Bürgerschaft mit den baulichen und landschaftlichen Gegebenheiten unter einen Hut zu bringen.

Auch dieses Mal beteiligten sich die Bürger wieder rege, brachten noch neue Ideen ein oder übten Kritik. Foto: Rainer Herwartz

Sicher keine leichte Aufgabe. Am Ende unterschieden sich die Resultate zumindest auf den ersten Blick nur in Kleinigkeiten. Dennoch spielten diese bei manchen Bürgern durchaus eine wichtige Rolle.

Allen Entwürfen gemein war die Wurm als das prägende Rückgrat und ein an die Boos-Fremery-Straße angrenzendes Areal, das zur Wohnbebauung genutzt werden soll. Von bis zu 40 Wohneinheiten war zum Beispiel bei den Förder Landschaftsarchitekten die Rede. Die Greenbox Landschaftsarchitekten waren in diesem Zusammenhang die einzigen, die sich dabei gegen eine zusätzliche gewerbliche Nutzung entschieden. Für die Experten von Rheinflügel Severin war auch ein Mehrgenerationenwohnen oder ein betreutes Wohnen denkbar.

Folgte man später den Kritikpunkten, die, auf kleinen Kärtchen notiert, von den Besuchern wieder an Stellwände in der Aula geheftet werden konnten, so gehörte die Wohnbebauung unter dem Motto Wohnen im Wald oder an der Rur zu den am meisten genannten Punkten. Offenbar sind viele Bürger der Meinung, dass der Wohnungsbedarf bereits gedeckt sei. Zudem lehnten einige zusätzliche Gewerbeansiedlungen in diesem Bereich ab.

Die Wurm, da waren sich die Planer einig, solle für Anwohner, Spaziergänger und Freizeitsportler besser erlebbar werden. Eine Flachwasserzone mit Strand wurde ebenso angedacht wie eine teilweise Ausweitung der Wurm im Auenpark, die auch bei einem eventuellen Hochwasser von Vorteil sein könne. Auch wurde versucht, die bestehenden Gebäude im Freibadbereich in eine sinnvolle Nutzung zu überführen. Eine gastronomische Nutzung wäre da wohl nicht ausgeschlossen.

Natürlich wurde auch an die Jugend gedacht. Die Stichworte Mountainbike-Park, Kletterfelsen, gar Kletterwald, Skaterpark oder Wasserspielplatz fanden sich entlang der Rur an bestimmten Orten wieder. An der Schule könne eine multifunktionale Spielwiese entstehen. „Den Jugendlichen war vor allem wichtig, dass sie die Flächen aktiv nutzen können“, erklärte Christina Drenker. Schon am Nachmittag hatten sich die jungen Leute ebenfalls wieder zu den Entwürfen äußern können.

Viele interessante Aspekte vom Naturlehrpfad über das grüne Klassenzimmer bis zur Landschaftstribüne rundeten das facettenreiche Angebot ab, das die Planer den Oberbruchern unterbreiteten. Gleichwohl rief dies zum Teil auch Skepsis hervor. So befürchteten einige eventuell entstehende Konflikte durch Lärm oder Zwistigkeiten zwischen Radfahrern und Fußgängern. Auch Angst vor Vandalismus war ein Thema.

Am Ende nahmen die Planungsgruppen wieder viele Änderungsvorschläge mit an ihre Schreibtische. Was letztlich dabei herauskommt, wird in der Abschlusspräsentation am Donnerstag, 13. Juni, 17.30 Uhr, wieder in der Aula der Gesamtschule gezeigt. Was zur Umsetzung gelangt und wann diese in Angriff genommen werden kann, ist noch völlig offen.