Wegberg-Rath-Anhoven: Neugestaltete Rather Straße wirft viele Fragen auf

Wegberg-Rath-Anhoven: Neugestaltete Rather Straße wirft viele Fragen auf

Es gibt Dinge, die muss man gesehen haben, obwohl sie nicht wirklich ansehnlich sind. Die Rather Straße auf dem Stück zwischen Rheinweg und Buchholzer Straße gehört nach Meinung der Anwohner durchaus in diese Kategorie.

In kühnen Schwüngen schlängelt sich der neue Gehweg mit unterschiedlichen Breiten zwischen Straße und Häuserzeile hindurch. „Bushaltestellen“ nennen sie sie spöttisch, die zum Teil winzigen Gehwegverbreiterungen, für die es nach ihrer Meinung keinen ersichtlichen Grund gibt und die — das liegt in der Natur der Sache — die ohnehin schmale Straße noch schmaler machen.

Reger Verkehr herrscht auf dieser kleinen Dorfstraße, Laster, Campingbusse, Autos sind auf dem Weg zur B 57. Eine lange Geschichte hat der Ausbau der Rather Straße. Die Straße war in einem katastrophalen Zustand, ein Flickenteppich, abschnittweise ohne Bürgersteig. Aber von den Umbauplänen war niemand hier richtig begeistert, sagen sie. Sie wollten nur eine vernünftige Straße.

Schon bei einer Bürgerversammlung im April 2016 taten sie ihren Unmut zu den Plänen kund. Die Parksituation für die Anwohner wurde thematisiert, die großzügigen Gehwege kritisiert, die Ausbaubeiträge, die durch eine neue Beitragssatzung in die Höhe schnellen würden (von 7 Euro auf 11,50 Euro je Quadratmeter), beanstandet.

Bei den Ausbaubeiträgen forderten die Rath-Anhovener mit Erfolg „Vertrauensschutz“ ein, die bereits seit Jahren laufenden Planungen zum Ausbau der Rather Straße wurden aber nicht geändert. Fördermittel waren beantragt worden — und genau das, so vermuten die Bewohner dieses Teilstücks, sei der Grund für das entstandene Dilemma. „Wahrscheinlich musste man den Gehweg so breit machen, um die Fördermittel zu bekommen.“

Höhe passt nicht

Im Frühjahr 2017 wurde mit dem Ausbau begonnen. Während auf dem Teilstück zwischen Rheinweg und B 57 der Ausbau gelungen sei, habe sich das Teilstück zwischen Rheinweg und Buchholzer Straße als genauso problematisch herausgestellt, wie befürchtet. Die durchgehend abgesenkten Gehwege würden von allen Fahrzeugen großzügig genutzt und dadurch die Fußgänger gefährdet.

Dabei sei es doch gerade der Sicherheitsaspekt gewesen, mit dem die Stadt Wegberg die Neugestaltung begründet habe. Der Parcours verlangt dem Autofahrer einiges ab, zumal auch parkende Autos den Verkehr behindern. Aber wo sollen sie denn hin mit ihren Autos, die Anwohner?

Warnbaken hat die Stadt an der Kreuzung Rheinweg/Rather Straße montiert. Wohl um zu verhindern, dass die Autos bereits hier über den Bürgersteig fahren, vermuten die Anwohner. Straßenlaternen wurden so montiert, dass vom Gehweg nur noch einige Zentimeter übrigbleiben.

Der Gehweg wurde zudem höhenmäßig nicht überall den ursprünglichen Grundstücksbefestigungen (Grenzsteinen) angepasst. Das erschwere das Schneeräumen und das Sauberhalten und sei zudem eine böse Falle für Rollatoren. Bei starkem Regen würden die Bürgersteige schneller überflutet als früher.

Jeder Anwohner, der zufällig auf der Straße ist, weiß den Klagen eine weitere hinzuzufügen. Die neuen Gehwege seien bereits ausgebessert worden, weil die Einbauten der Straßenkappen für die Wasserarmaturen durch den darüber rollenden Verkehrs beschädigt wurden.

Gerätselt wird noch über die Bedeutung des kleinen Hügels, der mitten auf der Kreuzung Rather Straße/Rheinweg entstanden ist. Und überhaupt: „Gucken Sie sich das doch mal an!“ Es ist in der Tat ein merkwürdiger Anblick, dieser seltsam ausufernde Gehweg.