Neues Vereinsheim für das Trommlerkorps wird am 16. Juni vorgestellt

Gemeinsam angepackt : Neues Vereinsheim für das Trommlerkorps

„Mit der Schließung unseres Vereinslokales ‚Op dr Kneckert‘ wurden die Gespräche einfach schwieriger“, sagt Dirk Leisten, Schriftführer des Trommler- und Pfeiferkorps, zu den Gründen für den Ausbau der ehemaligen Gaststätte „Sontag“ (im Volksmund Tömme) zum neuen Vereinslokal des Spielmannszuges.

„Vereinsarbeit lebt schließlich neben dem Probenbetrieb auch sehr vom Zusammentreffen vor und nach der Probe“, betont Markus Nießen, Kassierer des Vereins, die Hintergründe.

Begegnung und Gespräche stehen auch am 16. Juni auf dem Programm: Ab 11 Uhr begehen die Spielleute zunächst gemeinsam mit dem Bau-Team, den unterstützenden Handwerkern und Betrieben und den Förderern des Korps und den Vertretern der Ortsvereine und der Politik die feierliche Einsegnung der neuen Räume an der Johannesstraße 1. Ab 14 Uhr werden die Räume mit einem Tag der offenen Tür erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. Mit einer Cafeteria und Gegrilltem ist für das leibliche Wohl, mit einer Hüpfburg und dem Kinderschminken auch für die Unterhaltung der Kleinen gesorgt.

Die unmittelbare Fortführung des Probenbetriebes konnten die Spielleute durch seitens der Gemeinde Waldfeucht zur Verfügung gestellte Räume in der Haarener Gesamtschule sicherstellen. Für die Zukunft griffen die Spielleute eine Idee der Dorfwerkstatt vor gut zehn Jahren auf.

Während die Politik damals diskutierte, das Gebäude abzureißen und durch einen Kreisverkehr zu ersetzen, wollte die Dorfwerkstatt das aus den 1830er Jahren stammende ortsbildprägende Gebäude vor der Selfkanthalle erhalten. Die Umbaugenehmigung 2016 war der Start für umfangreiche Entkernungsmaßnahmen, bei denen lediglich die Außenwände des Erdgeschosses stehen blieben. Im Umfang von 45.000 Euro nahm die Gemeinde Waldfeucht Investitionen in ein neues Dach und das Mauerwerk vor.

Auf der Grundlage des durch die Spielleute Karl-Josef und Alexander von der Lieck entwickelten Umbauplanes errichtete das Bau-Team aus Spielleuten und engagierten Förderern um Peter und Markus Nießen, Dirk Leisten und Mario Jaeger und Heinz Houtbeckers nach modernen Maßstäben inzwischen einen großen Vereins- und Probenraum im Bereich des ehemaligen Schankraumes. „Hieran schließt der Thekenraum an, genau wie bei Kresche“, erklärt Markus Beiten, Vorsitzender des Vereins. Dazu gibt es eine kleine Küche sowie im Bereich des früheren Tankraumes die in Holzrahmenbauweise errichteten Sanitärräume.

Dabei hat sich der Vorraum zu einem Kleinod der Orts- und Vereinsgeschichte entwickelt: Zahlreiche Exponate aus der 140-jährigen Geschichte der ehemaligen Haarener Westmarkbrauerei dekorieren den Vorraum zum Thekenraum, der zudem mit altem Instrumentarium aus der fast 100-jährigen Geschichte des Korps geschickt ins Licht gesetzt wurde.

Und dann ist da noch die Trommel aus den Anfangsjahren, die über Nachfahren von Jakob Tholen zurückkehrte, und natürlich „Kresches alte Theke“, so Beiten. Genug Platz und Gesprächsstoff also für die Eröffnung und die nächsten Jahre.

(WiSch)
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