Heinsberg-Oberbruch: Neues Nahversorgungszentrum für Oberbruch geplant

Heinsberg-Oberbruch : Neues Nahversorgungszentrum für Oberbruch geplant

Die Chancen stehen gut, dass es in Oberbruch in absehbarer Zeit zu einer Einzelhandelsbelebung kommen wird — und zwar im Bereich zwischen der Wurm, der Glanzstoffstraße und der Boos-Fremery-Straße/Grebbener Straße. Die Mitglieder des Planungs-, Umwelt- und Verkehrsausschusses stellten hierzu die Weichen. Lediglich die FDP verweigerte sich der Idee.

Der derzeit gültige Regionalplan Köln weist für das bezeichnete Gebiet aktuell noch die Vorgabe „Bereich für industrielle und gewerbliche Nutzung“ aus. Diese Darstellung stammt aus der Zeit, in der die Flächen im Eigentum der Glanzstoff-Werke waren und teilweise als Parkplatz genutzt wurden. Es ist nun beabsichtigt, den derzeit ungenutzten Parkplatz an der Boos-Fremery-Straße einer Bebauung zuzuführen.

Auf der Fläche soll durch einen Investor ein Nahversorgungszentrum errichtet werden, bestehend aus einem Lebensmitteldiscounter, einem Lebensmittelvollsortimenter, Shops im Mallbereich des Vollsortimenters sowie vier bis sechs kleineren Betriebseinheiten.

Der Haken: Die Umsetzung des Vorhabens ist nur auf Flächen möglich, die im Regionalplan als „Allgemeine Siedlungsbereiche“ ausgewiesen sind. Aus diesem Grund beabsichtigt die Stadt Heinsberg, einen entsprechenden Antrag zur Änderung des Regionalplanes bei der Bezirksregierung Köln zu stellen.

Im Einzelhandels- und Zentrenkonzept der Stadt Heinsberg vom Februar 2011 sei die Parkplatzfläche ohnehin bereits als Entwicklungsfläche im zentralen Versorgungsbereich Oberbruch vorgesehen, ließ die Verwaltung wissen. Eine Vorprüfung der Umweltbelange durch die Untere Naturschutzbehörde und die Untere Wasserbehörde des Kreises Heinsberg hätte zudem zu einem positiven Ergebnis geführt. Im Anschluss an das Regionalplanänderungsverfahren könne die Stadt somit durch die Bauleitplanung den Bereich an der Boos-Fremery-Straße entwickeln.

Soweit der Gedanke der Stadtverwaltung. Heinrich Schmitz (FDP) sah die Notwendigkeit für einen weiteren Discounter in Oberbruch jedoch nicht gegeben. Von einer notwendigen Nahversorgung könne hier keine Rede sein, meinte er. Auch verwies er darauf, dass möglicherweise Arbeitsplätze bei schon bestehenden Unternehmen gefährdet würden.

Dass es gerade die gemeinhin wirtschaftsnahe FDP war, die sich an dieser Stelle quasi gegen die freie Marktwirtschaft und für das Wohl der Arbeitnehmer aussprach, sorgte bei einigen Ausschussmitgliedern für Verwunderung. Michael Dörstelmann (CDU) hielt dagegen, dass die Bevölkerung „mit unseren Konzepten“ stets gut versorgt worden sei.

„Es ist grundsätzlich ein Gewinn, wenn eine solche Fläche einer sinnvollen Nutzung zugeführt wird, die seit Jahrzehnten brach liegt.“ Auch Hans Josef Voßenkaul (SPD) schloss sich dem an: „Konkurrenz belebt das Geschäft. Es führt zu einer Attraktivitätssteigerung des Ortes Oberbruch.“ Und der zuständige Dezernent der Stadt, Hans-Walter Schönleber, unterstrich, dass es sich bei dem Vorhaben um eine „konsequente Fortsetzung des Einzelhandelskonzeptes“ handele. Die FDP blieb letztlich alleine mit ihrer ablehnenden Haltung. Angemerkt