Neues Gemeindezentrum für Oberbruch

Millionen-Investition : Neues Gemeindezentrum für Oberbruch

In Oberbruch bewegt sich was: Nicht nur die Festhalle wird mit großzügigen Investitionen von Bund und Land saniert, auch die katholische Kirchengemeinde St. Aloysius hat große Pläne.

Gleich neben der Pfarrkirche will sie im kommenden Jahr ein neues Gemeindezentrum, das sogenannte Aloysius-Zentrum, bauen. Wie einen kleinen Schatz hält Franz Schnitzler, stellvertretender Vorsitzender des Kirchenvorstands von St. Aloysius, den fertigen Plan in Händen beim Pressegespräch, zu dem er zusammen mit Kirchenvorstandsmitglied Max Staaks eingeladen hat. „Das war ja auch seine Idee!“, lobt ihn Staaks. Und dann erzählt Schnitzler, wie es zu dem Großprojekt gekommen ist, für das die Kirchengemeinde immerhin 1,3 Millionen Euro investieren will, mit Unterstützung des Bistums.

Wäre da zunächst das Jugendheim „Ulli Elch“ an der Mittelstraße. Seit sechs Jahren bereits sei man mit dem Bistum bezüglich einer Renovierung im Gespräch gewesen, erzählt Schnitzler. „Dies stellte sich jedoch als wirtschaftlich nicht sinnvoll heraus, da die baulichen Schäden einfach zu umfangreich sind.“ Pfarrei und Kirchenvorstand sähen sich jedoch in der Verantwortung, der Jugend im Ort auch weiterhin einen Anlaufpunkt und mehr noch ein Zuhause zu bieten, „auch im Sinne von Aloysius“, ergänzt Schnitzler. 1926 war der Heilige von Papst Pius XI. zum Schutzheiligen der christlichen Jugend erklärt worden.

Weiterhin stoße aber das Dechant-Sauer-Hauses, ebenfalls an der Mittelstraße in der Nähe der Kirche gelegen, mit Blick auf die intensive Belegung an seine Grenzen. Zudem benötige die Amos-Genossenschaft, die sich für arme und arbeitslose Menschen ebenfalls in diesem Haus engagiere, einfach mehr Platz. „Aus diesem Zusammenspiel entstand die Idee für ein neues Gemeindezentrum mit ausreichend Platz für die Jugendgruppen auf dem Kirchplatz gleich neben der Kirche“, erzählt Schnitzler.

Auf der rund 400 Quadratmeter großen Fläche gleich neben der Pfarrkirche soll das neue Aloysius-Zentrum in Oberbruch entstehen. Foto: Anna Petra Thomas

Über eine 400 Quadratmeter große Freifläche verfügt die Kirchengemeinde hier. Das Gelände habe sie von der Stadt in den 1970er Jahren erworben, als die alte Schule abgerissen worden sei. Damals sei der Plan gewesen, die Fläche als Kirchplatz zu nutzen und für die Kirche einen Seiteneingang zu schaffen, weil die Straße direkt vor dem Haupteingang verlaufen sei. Dann sei die Straße jedoch verlegt worden und der zusätzliche Eingang nicht mehr notwendig gewesen, weiß er zu berichten.

Das neue Aloysius-Zentrum soll als eingeschossiger Bau mit Pultdach und großzügiger Glasfront einen großen Saal für rund 100 Gäste haben, der in zwei Räume unterteilt werden kann. „Hier treffen sich die verschiedenen Gruppierungen der Gemeinde, sowohl die Jugend als auch die Senioren, sowohl die Frauengemeinschaft als auch die Chöre“, sagt Schnitzler. Natürlich hätten die Tanzgruppen der KG Brööker Waaterratte hier Platz zum Trainieren, und neben den Gremien der Pfarrei seien auch die übrigen Ortsvereine in dem neuen Zentrum herzlich willkommen.

Zur Jugend zählt Schnitzler zudem die Pfadfinder vom Stamm Don Bosco. Für sie sei noch ein weiterer, kleiner Gruppenraum vorgesehen, ebenso ein Werkraum und genügend Lagerraum für Zelte, Bastelmaterial, Spiele und vieles andere mehr. Nicht zu vergessen eine Küche, ein Büro und die sanitären Einrichtungen, die unter dem Dach des Aloysius-Zentrums ebenfalls ihren Platz finden werden.

Im Laufe des Jahres 2020 soll das neue Zentrum bezogen werden. Um die finanziellen Mittel dafür aufzubringen, sollen das Jugenheim „Ulli Elch“, das alte Pfarrhaus und landwirtschaftliche Flächen verkauft werden. Für das Jugendheim sei bereits ein Käufer gefunden, so Staaks. So sei für die Jugendarbeit ein nahtloser Übergang möglich, denn dieser werde das Haus erst nutzen, wenn das neue Zentrum bezogen worden sei.

Das alte Oberbrucher Pfarrhaus wird durch seinen Verkauf zur Finanzierung des neuen Gemeindezentrums beitragen. Foto: Anna Petra Thomas

Finanzielle Unterstützung wünscht sich die Pfarrei noch für die Inneneinrichtung des Zentrums, etwa für die Bestuhlung, für die Küche, für Regale und Schränke sowie die Einrichtung des Werkraums. „Das ist eine Investition in die Zukunft, vor allem in die Jugend“, sagt Schnitzler.

Als Gegenleistung soll am neuen Zentrum eine sogenannte Unterstützertafel angebracht werden. „Und vielleicht ist der ein oder andere, der mit Ulli Elch groß geworden ist, jetzt bereit, sich auch persönlich zu engagieren und etwas von seinem Erfahrungsschatz weiterzugeben“, hofft er schließlich auf neue Mitstreiter im Sinne einer gelungenen Jugendarbeit in dem neuen Zentrum.

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