Kreis Heinsberg: Neuer IC ist „Fortschritt“ und „wichtiges Angebot“

Kreis Heinsberg: Neuer IC ist „Fortschritt“ und „wichtiges Angebot“

Bei den beiden neuen Bundestagsabgeordneten Wilfried Oellers (CDU) und Norbert Spinrath (SPD) hatten schon „Alarmglocken“ geschrillt, als der Fahrgastverband Pro Bahn den zunächst fehlenden Kreis Heinsberger Stopp auf der neuen Inter­city-Verbindung, die ab Mitte Dezember Aachen und Berlin an fünf Tagen in der Woche miteinander verbinden wird, als „Schildbürgerstreich“ kritisiert hatte.

Sie wollten schon aktiv werden. Doch nachdem unsere Zeitung bei der DB in Erfahrung gebracht hatte, dass ­sowohl IC 2222 morgens als auch IC 2223 abends nun doch in Geilenkirchen halten werden, gab es zumindest in diesem Punkt Entwarnung. Doch Pro Bahn hat mehr gefordert: sechs bis acht direkte Zugpaare. Und die Bundespolitik solle Mindeststandards der Bedienung für einen flächen­deckenden Fernverkehr festschreiben.

Wilfried Oellers (CDU) in Berlin. Foto: Wölk

Oellers will nun im Verkehrsministerium klären, ob es bereits entsprechende Überlegungen gibt, und will, wenn nicht, nachhaken. Denn eine Fernzuganbindung sei „schon ein wichtiger Standort­faktor gerade im ländlichen Raum“. Die Deutsche Bahn habe offenbar erkannt, dass die Strecke — gerade auch mit Blick auf den Kreis Heinsberg — unterversorgt gewesen sei.

So sei die Einführung des neuen IC schon „ein Fortschritt“. Jetzt gelte es erst einmal abzuwarten, wie die neue Verbindung genutzt werde. Sollte sich ein größerer Bedarf ergeben, will sich Oellers mit den Abgeordneten aus den umliegenden Bezirken abstimmen und gegebenenfalls das Gespräch mit der DB suchen. Aber auch da gelte es, realistisch zu bleiben und mit Augenmaß zu agieren.

Spinrath stimmte der Pro-Bahn-Kritik zu. Die Gesellschaft werde immer mobiler. „Darauf müssen wir die Verkehrsinfrastruktur — nicht nur in Großstädten, sondern auch im ländlichen Raum — ausrichten. Gebraucht würden attraktive Alternativen zum Auto- und Flugverkehr. „Da müssen wir eben feststellen, dass wir linksrheinisch deutlich abgehängt sind, was die schnellen Fernverkehrsverbindungen der Bahn angeht.“ Der neue IC sei da „ein wichtiges Angebot“, könne aber nicht für sich allein ­stehen. „Da muss die Bahn deutlich zulegen. Dafür werde ich mich einsetzen“, versprach Spinrath.

Für beide Abgeordneten gilt, dass sie die neue Verbindung nutzen wollen: „Das ist bequem, in Geilenkirchen ein- und in Berlin wieder auszusteigen“, sagte der Geilenkirchener Spinrath. Dann falle man dreimal und sei schon im Parlament, fügte er scherzhaft hinzu. Und auch Oellers schätzt die neue alternative Möglichkeit, die er auf jeden Fall ausprobieren will, als „super praktisch“ ein.

Was beide zu schätzen wissen, ist der Vorteil, im Zug Platz nehmen und da bereits arbeiten zu können. Einen weiteren Vorteil genießen übrigens alle Bundestagsabgeordneten: Sie können alle Verkehrsmittel der DB ­kostenfrei nutzen.

(disch)
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