Erkelenz: Neue „Musterwache“ in Erkelenz bekommt viel Lob

Erkelenz: Neue „Musterwache“ in Erkelenz bekommt viel Lob

Die Erkelenzer Polizeiwache ist umgezogen. Nach einer Umbauphase konnte die neue Wache an der Gewerbestraße Süd im Gebäude einer ehemaligen Druckerei feierlich eröffnet werden. Genutzt wird die neue Wache schon seit rund einer Woche, das alte Gebäude an der Kölner Straße steht seit Ende Juni leer. Das Grundstück soll ebenso wie das des benachbarten alten Amtsgerichts anderweitig genutzt werden.

Landrat Stephan Pusch sprach von einem „guten Tag für die Polizei im Kreis Heinsberg“. Denn der Erhalt der Erkelenzer Wache sei nicht selbstverständlich gewesen. Lange habe man nach einer geeigneten Immobilie gesucht, nachdem der Bau- und Liegenschaftsbetrieb des Landes den Mietvertrag für das alte Gebäude gekündigt hatte. Fündig wurde man an der Gewerbestraße Süd, wo man sich mit Peter Langerbeins schnell einig wurde.

An die Gewerbestraße Süd umgezogen: Die Polizei hat eine neue Wache in Erkelenz. Fotos (2): Helmut Wichlatz Foto: Helmut Wichlatz

Und dann wurde umgebaut. Aus der Druckerei wurde eine moderne Polizeiwache, die den Anforderungen des Polizeidienstes entspricht. Neben einem Leitstand und Büros, Umkleiden und einem Raum für Blutprobenentnahmen sowie einem Schusswaffenlager wurden auch Räume für die Kriminalpolizei geschaffen. Zusätzlich wurde das Gebäude mit schusssicheren Fenstern und Überwachungskameras ausgerüstet. Ein weiteres Anliegen bei der Planung der neuen Wache war die Barrierefreiheit, die in allen Bereichen umgesetzt wurde.

Entsprechend waren alle an der Planung und Ausführung Beteiligten voll des Lobes. Ministerialrat Dr. Klaus Schönenbroicher sprach gar von einer „Musterwache“. Nicht mehr vorhanden sind jedoch Zellen für das Polizeigewahrsam. Künftig gibt es Gewahrsamszellen nur noch in den Wachen Heinsberg, Geilenkirchen und Hückelhoven. Ein Umstand, der bei der Belegschaft der Wache allem Anschein nach nicht nur auf Zustimmung trifft, wie auch der scheidende Personalratsvorsitzende Franz Janßen erklärte.

Es sei derzeit nicht finanzierbar, betonte er, da die durchschnittlichen Belegungszahlen der Zellen eine solche Investition nicht rechtfertigten. Der Umzug Ende Juni habe Wehmut ausgelöst, doch sei es auch „höchste Zeit gewesen“, da das alte Gebäude den Anforderungen an moderne Polizeiarbeit nicht mehr gerecht geworden wäre.

Auch von Seiten der Landesregierung ist man voll des Lobes. „Je dünner die Akte im Innenministerium, desto besser ist die Vorarbeit der ausführenden Behörde vor Ort“, erklärte Ministerialrat Dr. Klaus Schönenbroicher in seiner Ansprache. Die Akte zur Erkelenzer Polizeiwache sei eine sehr dünne Akte gewesen.

Schönenbroicher nutzte die Gelegenheit, um auch auf die personelle Aufstockung der Polizei in NRW hinzuweisen. Die Einstellungszahlen hätten Rekordniveau erreicht und die Personalstruktur werde „nachhaltig verjüngt“, um sich den zukünftigen Herausforderungen zu stellen.

Vezir Bilen, dessen Bauunternehmen den Umbau vorgenommen hatte, überreichte den symbolischen Schlüssel und damit auch das Gebäude in seiner neuen Funktion an Landrat Stephan Pusch. Die beiden Polizeiseelsorger Claudia Heinemann und Michael Hennen segneten das neue Gebäude ein. Musikalisch wurde der Festakt vom Sinfonieorchester der Kreismusikschule unter der Leitung von Ernst Frissen gestaltet.