Mitgliederversammlung der Lebenshilfe: Neue inklusive Wohnideen gefordert

Mitgliederversammlung der Lebenshilfe : Neue inklusive Wohnideen gefordert

Unter dem Motto „In Zukunft miteinander wohnen und leben“ lud die Lebenshilfe Heinsberg zur Mitgliederversammlung ein. Die Sorgen um die zukünftigen Entwicklungen in der Realisierung attraktiver und barrierefreier Wohnangebote sei eines der aktuellen Kernthemen, erläuterte der Vorsitzende Klaus Meier in seiner Begrüßung.

Früher habe man Wohnstätten gemeindenah und mitten im Dorf oder in der Stadt errichten können. Heute jedoch werde attraktiver Wohnraum immer teurer. Er forderte: „Wir brauchen neue und inklusive Wohnideen. Die Politik muss inklusive Wohnmöglichkeiten nicht nur bejahen, sondern auch aktiv unterstützen.“

Die Vorstandsmitglieder informierten über die Entwicklungen der letzten zwei Jahre in den Schwerpunkten der inklusiven Kinderförderung sowie den Wohn- und Arbeitsangeboten für Menschen mit Behinderung. So habe die Lebenshilfe erst im Mai eine neue Kindertagesstätte in Ratheim eröffnet und in der Triangel Oberbruch eine Naturgruppe realisiert. Die ambulanten Dienste, darunter der Familien unterstützende Dienst oder der Pflegedienst seien stark gewachsen.

Die Werkstätten beschäftigen mittlerweile annähernd 1200 Mitarbeiter mit Behinderung, davon mehr als ein Drittel mit schwerer Behinderung. Finanziell sei der Verein gut aufgestellt, betonte Vorstandsmitglied Peter Katscher in seinem Bericht. Mehr als 2000 Menschen mit Behinderung  fördere die Lebenshilfe Heinsberg heute im Kreisgebiet und beschäftige über 1000 Fachkräfte.

Nach der Entlastung des Vorstandes wurden zwei langjährige Vorstandsmitglieder verabschiedet: Jakob Winkels wurde für seine 24-jährige Vorstandstätigkeit und seine persönlichen Verdienste von Prof. Dr. Gerd Ascheid, Vorsitzender der Lebenshilfe NRW, mit der Silbernen Ehrennadel ausgezeichnet. „Die Lebenshilfe ist ein großer Verband, dessen Arbeit sich im Engagement der Eltern und Angehörigen auszeichnet“, so Gerd Ascheid. „24 Jahre hat Jakob Winkels diese Aufgabe im Kreis Heinsberg übernommen und sich vor allem für Wohnangebote für Menschen mit Behinderung eingesetzt. Dafür danken wir sehr!“ Sowohl Jakob Winkels als auch Heinz-Willi Jansen, der elf Jahre im Vorstand der Lebenshilfe mitgewirkt hat, wurden von der Versammlung zu Ehrenmitgliedern ernannt.

Prof. Dr. Gerd Ascheid (2.v.li.), Vorsitzender der Lebenshilfe NRW, zeichnete Jakob Winkels (mitte) mit der silbernen Ehrennadel aus. Klaus Meier (r.) und Jakob Lieck (l.) danken Heinz-Willi Jansen (2.v.r.) und Jakob Winkels (Mitte) für die langjährige Vorstandsarbeit. Foto: Michael Kleinen/Lebenshilfe

Neu in den Vorstand gewählt wurden Karl-Heinz Lauten aus Erkelenz, Carolina Sauerwein aus Gangelt und Klaus Brandhofe aus Heinsberg. Die langjährigen Vorstandsmitglieder Klaus Meier, Jakob Lieck, Monika Kohnen und Peter Katscher stellten sich erfolgreich der Wiederwahl.

Nach einer 2017 beschlossenen Satzungsänderung wurde im Anschluss erstmals eine inklusive Vertreterversammlung gewählt. Hier sollen zukünftig aktuelle gesellschaftliche, kulturelle, soziale und politische Fragen diskutiert und richtungsweisende Antworten formuliert werden. Die Inklusive Vertreterversammlung besteht insgesamt aus 16 Menschen mit und ohne Behinderung. Davon sind acht Mitglieder Delegierte aus bestehenden Gremien wie dem Werkstattrat sowie dem Eltern- oder Nutzerbeirat der Bewohner der Wohneinrichtungen der Lebenshilfe. Weitere acht Personen wurden in die Vertreterversammlung gewählt.

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