Waldfeucht: Neue Friedhofssatzung: Gemeinde erlaubt Kies und Rindenmulch

Waldfeucht: Neue Friedhofssatzung: Gemeinde erlaubt Kies und Rindenmulch

Vor allem älteren Menschen soll die Änderung der Friedhofssatzung der Gemeinde Waldfeucht entgegenkommen und sie bei der Grabpflege entlasten. Der Gemeinderat beschloss, dass das Bestreuen der Gräber mit Kies (aus Naturstein) und Rindenmulch ab dem 1. November gestattet ist.

Steinsplitt und Asche indes sind als Deckungsmaterial tabu. Die Beschlussfassung geht auf einen entsprechenden Antrag der Grünen-Fraktion und einer Bürgerin zurück.

Haarener Friedhof ausgenommen

Die Kiesfläche, so steht es im neuen Passus der Satzung, muss allerdings so gestaltet sein, dass sie der Würde eines Friedhofes entspricht. Gestreut werden darf künftig auf den Friedhöfen in Waldfeucht, Braunsrath, Bocket und Obspringen, einzig der Haarener Friedhof ist von dieser Möglichkeit der Grabpflege ausgeschlossen.

Eine Begehung aller Friedhöfe in der Gemeinde hat nach Angaben der Verwaltung ergeben, dass - bis auf Haaren- durchschnittlich zehn Prozent aller Grabstätten mit Kies bedeckt sind.

Die Kies-Variante ist aus Sicht der Verwaltung und der Mehrheit der Ratsrunde eine sinnvolle Alternative zur pflegeintensiven Bepflanzung. Das Argument im Grünen-Antrag sehen auch Ratsmehrheit und Verwaltung so: Viele Angehörige sind aufgrund ihres hohen Alters nicht mehr in der Lage, Gräber aufwendig zu pflegen; die Folge ist nicht selten, dass sich die Gräber in einem nicht ordnungsgemäßen Zustand befinden.

Aus diesem Grund werden viele Grabstätten, vor allem Doppelwahlgräber, vor Ablauf der Nutzungszeit eingeebnet. Dadurch wiederum entstehen viele unerwünschte Lücken auf den Friedhöfen.

Die Begehung des Haarener Waldfriedhofes hat gezeigt, dass hier kein Bedarf für Kiesstreu besteht; um den intakten, einheitlichen Eindruck des zum Teil denkmalgeschützten Gräberfeldes zu erhalten, sollen hier auch künftig kein Kies und Rindenmulch erlaubt sein.

Zwar ist auch der Braunsrather Friedhof denkmalgeschützt, aber anders als in Haaren passt hier nach Ansicht der Verwaltung der Kies auf den Grabstätten zum Gesamtbild, da hier keine Buchsbaum-Umrandungen bestehen, sondern die Grabeinfassungen grundsätzlich in Natur- beziehungsweise Kunststein hergestellt sind.

(dawin)