Erkelenz: Neue Filialen: Raiffeisenbank sucht Nähe zu Kunden

Erkelenz: Neue Filialen: Raiffeisenbank sucht Nähe zu Kunden

Bei der Raiffeisenbank schaut man zufrieden auf das zurückliegende Geschäftsjahr. Auf der Vertreterversammlung in der Stadthalle präsentierte der Vorstand eine Bilanzsumme von 269 Millionen Euro, wodurch der Überschuss auf rund 630.000 Euro gesteigert werden konnte. Für die Mitglieder bedeutet dies eine Dividendenausschüttung von fünf Prozent.

Knapp 90 stimmberechtigte Vertreter waren in die Stadthalle gekommen, um einen detaillierten Bericht des zurückliegenden Jahres und erste Analysen des laufenden Jahres zu hören. Bevor Bankvorstand Walter Steinbusch die Zahlen von 2014 präsentierte, begrüßte die Aufsichtsratsvorsitzende Angela Peschen die Anwesenden, darunter auch Peter Jansen und Wolfgang Witkopp, die Bürgermeister von Erkelenz und Linnich. Steinbusch zog eine positive Bilanz.

Derzeit betreue die Raiffeisenbank in ihrem Geschäftsgebiet rund 20000 Kunden. In 14 Filialen — drei davon in Linnich — stehen ihnen 95 Mitarbeiter zur Verfügung. Zu den Zahlen: Die Kundenforderungen stiegen gegenüber dem Vorjahr um 0,5 Prozent auf 150,9 Millionen Euro, die Kundeneinlagen erhöhten sich im gleichen Zeitraum um zwei Prozent auf über 204 Millionen Euro. Im Dienstleistungsbereich habe sich der Versicherungssektor positiv entwickelt, führte Steinbusch aus. Dies gelte auch für das Wertpapier- und das Bauspargeschäft.

Kritische Töne schlug er auch an und betonte, dass die derzeitige Staatsschuldenkrise und die europäische Finanzpolitik die Kunden verunsicherten. Auch die anhaltende Niedrigzinsphase mache den Genossenschaftsbanken zu schaffen. Er warb dafür, das deutsche Drei-Säulen-System aus Genossenschaftsbanken, Sparkassen und Großbanken europaweit zu etablieren.

Die Bankenrettungsstrategie der EU schade den Genossenschaftsbanken nur, da sie einzuzahlen hätten, aber keine Leistungen aus dem Fonds zu erwarten hätten. Trotzdem könne man zufrieden sein mit dem bisher Erreichten, lautete sein Fazit. Auch als Sponsor sei die Raiffeisenbank oft in Erscheinung getreten.

Mit rund 60.000 Euro unterstützte sie gemeinnützige Einrichtungen und Projekte im Geschäftsgebiet. Steinbuschs Vorstandskollege Bruno Kasper stellte dar, dass sich die verschiedenen Geschäftsfelder in der ersten Jahreshälfte 2015 ebenfalls positiv entwickelt hatten.

Im Einzugsgebiet der Raiffeisenbank sei darüber hinaus rund ein Viertel der Bevölkerung an der Bank beteiligt. Damit die Nähe zu den Kunden erhalten bleibt, werden in den beiden Umsiedlungsstandorten Immerath und Borschemich neue Filialen errichtet.

Die turnusmäßig ausgeschiedenen Aufsichtsratsmitglieder Dr. Hans Gerd Kamerichs (Beckrath) und Otmar Dovern (Otzenrath) wurden wiedergewählt. Zum Abschluss des Abends referierte Prof. Dr. Stefan Selke von der Hochschule Furtwangen über das Thema „Alter auf dem Land — soziale Fürsorge oder Technik, was hilft wirklich?“

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