Zweiter Haldenzauber in Hückelhoven: Neue Auflage mit göttlichem Beistand

Zweiter Haldenzauber in Hückelhoven : Neue Auflage mit göttlichem Beistand

Bis zur Weihnachtsstimmung dauert es wohl noch eine Weile, zu einer Zeit, in der es noch nicht mal Printen und Lebkuchen in den Supermärkten gibt. Die Macher vom Haldenzauber sind aber schon in Weihnachtsstimmung, zumindest, was die Planungen zu dem Lichterfest betrifft.

Das findet ab November wieder auf der Millicher Halde der ehemaligen Zeche Sophia-Jacoba in Hückelhoven statt. Nachdem im vergangenen Jahr rund 45.000 Besucher im illuminierten Wald Gast waren, versprechen die Veranstalter: Es wird nicht langweilig für die, die schon mal dort waren.

Der Haldenzauber im vergangenen Jahr sei für die Stadt die erste Veranstaltung in solch einer Größenordnung gewesen, sagt Carsten Forg vom Stadtmarketing Hückelhoven. „Wir sind damit noch bekannter geworden.“ Man habe an einigen Stellen noch ein bisschen nachgebessert und „Kinderkrankheiten abgestellt“, sagt er, und meint damit zum Beispiel, dass der Shuttle-Service optimiert werden soll, entweder mit mehr oder mit größeren Bussen. Außerdem sei das Gastronomieangebot größer und die Öffnungszeiten angepasst: Die Halde öffnet eine halbe Stunde früher, um halb 5, und schließt eine halbe Stunde früher, 9.30 Uhr.

Analysen hätten ergeben, dass es zwei Hauptzeiten bei den Besucherströmen gibt: um 17 Uhr und um 19 oder 19.30 Uhr. Am Wochenende könne man aber flexibel sein und bei Bedarf entsprechend doch eine halbe Stunde länger öffnen.

Nördlicher Bereich ist neu

Das vielleicht Signifikanteste, das neu ist: Der Rundweg durch das Gelände ist nicht mehr einen, sondern anderthalb Kilometer lang. Es gibt nämlich ein zusätzliches neues Gebiet im nördlichen Bereich der Halde. Und das sogar mit göttlichem Beistand: Die Flussgöttin Rura aus der Zeit der Römer, die angeblich dem Fluss Rur seinen Namen verliehen hat, bekommt ihr eigenes Gebiet. In ihrem Gefolge: Fabelwesen wie der Drachen, der die Besucher im neuen Abschnitt grimmig-schön leuchtend in Empfang nimmt, oder ein Pegasus, der gerade im Begriff ist, abzuheben. Oder eben die Göttin höchstselbst, die durch den Wald streift.

Darüber hinaus gibt es fünf weitere Themenbereiche. Wie im vergangenen Jahr können die Besucher das Gelände entweder über den Shuttle oder über die „Himmelsleiter“ mit 400 Stufen erreichen. Dort oben angekommen, gibt es passend zur Weihnachtszeit viel Rot und viel Romantik: ein Baum mit leuchtenden Herzen oder einen Mistelzweig ganz oben auf der Treppe etwa. Übrigens: Im vergangenen Jahr, sagen die Veranstalter, hätten 35.000 der 45.000 Besucher die Treppen erklommen, die restlichen 10.000 sind via Shuttle zum Haldenzauber gekommen.

Den „Eiswald“ betreten die Menschen durch einen großen Bogen aus Eiszapfen, quasi ein Eisportal mitten im Wald. Noch ein bisschen tiefer im Wald gibt es dann verschiedene Schwarminstallationen, zum Beispiel kleine und große Eisflöckchen, die im Dunkeln leuchten. Die „Sternenklang-Lichtung“ war und ist auch wieder der zentrale Platz für die musiksynchronen Shows, die einmal die Stunde stattfinden. Auch dort ist Rura zugegen: Auf einem Holzsteg durch die Szenerie geht man auf einen acht Meter hohen, glitzernden Wasserfall ihrer Göttlichkeit zu. Und: Der Steg macht es möglich, durch den Bereich, in dem die Shows stattfinden, durchzugehen, und nicht nur am Rand zu stehen und zu gucken, wie im vergangenen Jahr.

Es gibt außerdem verschiedene Aussichtspunkte, Regenbogeninstallationen auf Bäumen und einen Lichter-Geysir, der, wie es sich eben für solch eine heiße Quelle gehört, ab und an „ausbricht“. Wieder mit dabei, wegen erfahrungsgemäß großer Beliebtheit im vergangenen Jahr, ist der „Magische Wald der Tiere“. Allerdings mit neuen Bewohnern: tobende Braunbären, Eule, Fuchs und Eichhörnchen.

Insgesamt gibt es beim Haldenzauber 300 leuchtende Objekte, mehr als 300 Kilometer an Lichtketten und gut 300.000 Lichtpunkte. Im vergangenen Jahr kamen 45.000 Besucher in sechs Wochen, größtenteils aus dem Kreis Heinsberg, sagt Karl-Heinz König von der MK Illumination, einem der Veranstalter.

In diesem Jahr möchte man die Zahl schon in vier Wochen vollmachen. „Das ergibt mit dem Dreisatz in den gesamten sechs Wochen eine Besucherzahl von 60.000“, sagt König. Man wolle verstärkt auch im Großraum Mönchengladbach im Vorfeld mit Werbung aktiv sein, aber auch nach Belgien oder in die Niederlande schaue man. Und mehr Besucher von ein bisschen weiter her könnten immerhin auch der Stadt Hückelhoven gut tun.

„Tagesbesucher investieren in Gastronomie, Einzelhandel und vielleicht noch bei einem anschließenden Bummel über den Weihnachtsmarkt“, sagt König. „Das sind ökonomische Faktoren, die durchaus lohnenswert sind, mal in den Taschenrechner einzugeben.“

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