Heinsberg-Kirchhoven: Naturlehrpark: Barfuß die Welt einmal ganz neu erleben

Heinsberg-Kirchhoven: Naturlehrpark: Barfuß die Welt einmal ganz neu erleben

Eher etwas versteckt liegt er am Ortsrand von Kirchhoven, der Naturlehrpark „An de Sondkull“ des Vereins für Gartenkultur und Ortsverschönerung. Wer von Heinsberg aus durch den Ort fährt, den weist jedoch inzwischen ein Schild kurz vor der Kirche darauf hin, links abzubiegen. Hinter der Abbiegung verbirgt sich eine tolle Erfahrung.

Immer geradeaus, ein Stück durchs Feld, dann ist das Ziel erreicht. Ein großes, von Hand geschnitztes Hinweisschild und ein liebevoll gebautes Eingangstor aus Holz laden ein, sich auf dem 10.000 Quadratmeter großen Gelände umzuschauen. Neuestes Ergebnis des vielfältigen ehrenamtlichen Engagements für die Natur ist ein Barfußpfad. An dessen Entstehung haben auch die Kinder der Kirchhovener Brunnenschule mitgewirkt.

Bereits 1999 hatte der Verein mit dem Bau eines Naturparks auf dem Gelände einer einstigen Müllkippe begonnen. Dann musste dieser jedoch dem Bau einer Umgehungsstraße weichen und befindet sich jetzt dort, wo früher einmal eine Sandgrube war. Zuerst sei man natürlich nicht sehr glücklich gewesen über die Verlegung, erzählt Vorsitzender Heinz-Peter Krüsemann. „Ja, erst waren wir skeptisch, aber jetzt sind wir froh.“

Vor zwei Jahren wurde das neue Gelände offiziell seiner Bestimmung übergeben, und seitdem hat sich schon sehr viel getan. Es entstanden zum Beispiel ein Teich und Beete mit rund 90 unterschiedlichen Kräutern. Ein grünes Klassenzimmer wurde angelegt, das regelmäßig von den Kindergärten in Kirchhoven und Lieck sowie von der Brunnenschule genutzt wird. Und die ganz kleinen Besucher können an einem „Schnullerbaum“ sogar ihren Schnuller aufhängen, wenn sie ihn nicht mehr benötigen.

In diesem Jahr entstanden neben den Kräuterbeeten ein Brunnen mit einer Handpumpe und eine „Hundetankstelle“, an der die vierbeinigen Besucher des Parks trinken können. Die Handpumpe funktioniert zwar nur über eine Zwischenstation, in das Wasser elektrisch hineingepumpt wird. Doch so könne man auch den Kindern von heute noch sehr gut erklären, wie die Menschen früher ihr Wasser von Hand gepumpt hätten, so Krüsemann.

Ganz besonders stolz ist der Verein aber über den neuen Barfußweg, der die Besucher jetzt gleich hinter dem Eingang empfängt und erstmal dazu einlädt, Schuhe und Socken dort zurückzulassen. Los geht‘s mit zwei Fußabdrücken, die in frischen Beton „eingelassen“ wurden. Danach folgt sogleich ein farbenfroher Höhepunkt des Pfades.

Es beginnt im Januar

So haben die Kinder der Klasse 3b der Brunnenschule gemeinsam mit ihrer Lehrerin Karina Kreutzer zwölf dicke Baumscheiben mit Motiven aller zwölf Monate des Jahres farbig bemalt. Es beginnt im Januar mit einem Schneemann.

Das Jahr, über das man auf dem Barfußweg quasi hinweglaufen kann, zeigt Segelschiffe, die Sonne oder Früchte und für den Dezember schließlich einen geschmückten Weihnachtsbaum. Weitere Stationen nach diesem bunten Stück des Weges sind zum Beispiel alte Autoreifen, Holzplanken oder Baumstämme, die sich ebenso zum Balancieren eignen wie die unterschiedlich hohen Steinstufen. Zudem finden sich auf dem Weg aber auch Kies, Basalt oder Tannenzapfen. „Das regt die Nervenzellen in den Füßen an“, erklärt die Lehrerin den Kindern.

Nachdem Franz Lentzen die letzte Baumscheibe an ihren Platz gelegt und alles mit Rindenmulch eingefasst hat, dürfen die Kinder der 3b natürlich als erste den jetzt kompletten Pfad erkunden. Und wie das Spaß macht! Was ihm am besten gefällt? Da will sich Constantin gar nicht festlegen.

„Alles!“, betont er und springt schon wieder weiter auf dem Weg. Das nächste Projekt mit der Brunnenschule lässt übrigens nicht mehr lange auf sich warten. Beim Erntedankfest des Vereins werden die neuen Naturwebrahmen ausgestellt und natürlich auch prämiert.